Kleine Entdecker auf großer Fahrt - Vom: 30.08.2016

Kleine Entdecker auf großer Fahrt

Asien, Amerika, Australien: Urlaub in fernen Gefilden ist ein Abenteuer, erst recht mit kleinen Kindern. Doch auch sie können mit auf die große Reise – vorausgesetzt, in der Vorbereitung wurde an alles gedacht.

Eine Fernreise mit kleinen Kindern gilt als Wagnis. Doch viele Eltern, die sich nicht haben abschrecken lassen, schwärmen hinterher lange von diesem Erlebnis. Verständlich, dass nicht jeder dem Nachwuchs eine weite Reise zutraut: Lange Flüge, Zeitumstellung und große Hitze – diese Strapazen möchten besorgte Eltern ihrem Kind ersparen. Hinzu kommt die Furcht vor fremden Keimen und Krankheitserregern, die z. B. von Stechmücken übertragen werden.

Andererseits haben die Kleinsten die Chance, auf einer Fernreise viele spannende Eindrücke zu sammeln, die ihre Entwicklung fördern können. „Voraussetzung dabei ist, dass die Eltern Rücksicht auf die kindlichen Bedürfnisse nehmen“, sagt Birgit Dreyer, Expertin der Europäischen Reiseversicherung (ERV). Das beginnt bei der Auswahl des Reiseziels und setzt sich fort in der Reisevorbereitung, bei der es viele Details zu beachten gibt. Eltern, die eine Fernreise planen, sollten sich daher immer umfassend informieren und beraten lassen, am besten von einem reisemedizinisch qualifizierten Arzt oder Apotheker (Adressen z. B. auf www.crm.de).

Tropen? Nichts für Säuglinge!

Tropische Regionen, Länder mit schlechter medizinischer Versorgung und/oder solche, in denen es mit der Hygiene hapert, eignen sich für Babys unter einem Jahr nicht. Schon der typische Reisedurchfall kann für Säuglinge nämlich lebensgefährlich werden. Im Kleinkindalter wird das Immunsystem mit Infekten bereits besser fertig. Wichtig ist, dass sämtliche für Kinder empfohlenen Schutzimpfungen stattgefunden haben – sprechen Sie mit Ihrem Arzt! – und dass mit Reiseimpfungen rechtzeitig begonnen wird. Je nachdem, wohin die Reise geht, kann eine zusätzliche Immunisierung erforderlich sein, etwa Impfungen gegen Hepatitis A oder Gelbfieber. Um Malaria vorzubeugen, kommt eine Prophylaxe mit Medikamenten infrage, die abhängig von Alter und Geschlecht des Kindes dosiert werden. „Grundsätzlich sollten Eltern von Säuglingen oder kleinen Kindern jedoch Reisen in Malariagebiete vermeiden“, rät Birgit Dreyer.

Fliegen? Kein Problem!

Keine großen Sorgen müssen sich Eltern um die „Flugtauglichkeit“ des Nachwuchses machen: Für gesunde Kinder ist Fliegen unschädlich. Ist das Kleine aber jünger als sechs Monate, sollten sich Eltern vor der Reise „grünes Licht“ vom Kinderarzt geben lassen. „Gerade Babys und Kleinkinder leiden bei Starts und Landungen unter den wechselnden Luftdruckverhältnissen“, weiß die Reiseexpertin. „Um den kleinen Passagieren den Druckausgleich zu erleichtern, hilft es, ihnen bei Abflug und Landung etwas zu trinken oder zum Nuckeln zu geben.“

Vor Langstreckenflügen ist es sinnvoll, wenn Eltern bei der Airline frühzeitig geeignete Sitzplätze reservieren: In den meisten Flugzeugen gibt es Eltern-Kind-Reihen mit Babybetten, die an der Wand vor den Sitzen hängen. Ins Handgepäck gehören – je nach Alter des Kindes – Fläschchen, Schnuller, warme Söckchen, Ersatzkleidung, Windeln, feuchte Reinigungstücher, das Lieblingskuscheltier und Spielzeug.

Sonne? Schutz muss sein!

Am Reiseziel angekommen, müssen Kinder konsequent vor den ultravioletten Strahlen der Sonne geschützt werden: UV-Schutztextilien, Sonnenhut und kindgerechte Sonnencreme mit sehr hohem Lichtschutzfaktor (Apotheke) sind ein Muss, damit die Kleinen an weißen Sandstränden unbeschwert toben können. In tropischen Regionen dürfen Moskitonetze und Mückenspray nicht fehlen, wobei zu beachten ist, dass sich nicht jedes Präparat für Kleinkinder eignet. Der Apotheker kennt sich aus und kann Eltern beraten.

„Gegen kleinere Notfälle vor Ort wappnen sich die Eltern am besten mit einer gut sortierten, schon in Deutschland zusammengestellten Reiseapotheke“, erklärt Birgit Dreyer. Hinein gehören unter anderem Mittel gegen Durchfallerkrankungen, ein Elektrolyt-Präparat, schmerzstillende und fiebersenkende Medikamente sowie Salben gegen Sonnenbrand und Insektenstiche. Um auch auf ernstere medizinische Probleme vorbereitet zu sein, empfiehlt sich, vor Reiseantritt eine Auslandskrankenversicherung abzuschließen.

Zudem gibt es im Urlaub ein paar wichtige Hygieneregeln zu beachten: In vielen Ländern darf bei der Zubereitung von Babymahlzeiten und Getränken kein Leitungswasser verwendet werden, sondern nur Mineralwasser aus der Flasche.

Entscheidend ist aber vor allem, die Kondition des Kindes immer im Blick zu behalten: Ruhepausen sind wichtig, feste Mahlzeiten und der gewohnte Schlafrhythmus. Und wenn der Urlaubsort noch so viele attraktive Sehenswürdigkeiten bietet: immer genug Zeit zum Spielen und Kuscheln einplanen!

Nicht vergessen!

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