Speicheldiagnostik beim Zahnarzt - Vom: 27.09.2017

Speicheldiagnostik beim Zahnarzt

Die Speicheldiagnostik ist ein modernes Diagnoseverfahren, das die Bestimmung des individuellen Kariesrisikos ermöglicht. Karies entsteht durch Zersetzung der Zahnsubstanz durch Säuren, welche Bakterien im Mund aus dem Zucker unserer Nahrungsmittel bilden. Daher haben die Lebens- und Ernährungsgewohnheiten und die Mundhygiene Einfluss auf das individuelle Kariesrisiko.

Was ist Speicheldiagnostik?

In der Zahnarztpraxis kann im Rahmen der Prophylaxe eine Speicheldiagnostik durchgeführt werden, um das Risiko zu bestimmen, an einer Karies oder Parodontitis zu erkranken. Hierbei werden Menge und Qualität des Speichels gemessen.

Anhand der Speichelfließrate kann beurteilt werden, ob der Speichel seine Spülfunktion- und Reinigungsfunktion erfüllen kann. Es können weitere Funktionen des Speichels beurteilt werden, wie das Bedecken der Zahnoberfläche mit einem Schutzfilm aus Proteinen, die Remineralisierung der Zahnoberfläche sowie der Abbau von Bakterien, die Karies verursachen. Der Speichel ist in der Lage, sauren Zahnbelag abzumildern, um Säureschäden vorzubeugen. Mit einem Teststreifen kann der pH-Wert ermittelt werden, der Auskunft darüber gibt, wie gut der Speichel die Säuren bekämpfen kann (sogenannte Puffer-Kapazitätsbestimmung).

Vorteile der Speicheldiagnostik

Bakteriologische Analysen dienen der Bestimmung von kariesverursachenden Bakterien, wie Streptococcus mutans, Lactobazillen oder parodontalpathogenen Bakterien. Lactobazillen treten besonders häufig auf, wenn viele zuckerhaltige Lebensmittel gegessen werden, die Ernährungsgewohnheiten sollten dann umgestellt werden. Das Risiko einer Erkrankung des Zahnfleisches und der Zähne erhöht sich mit zunehmender Anzahl der Bakterien pro Millimeter Speichel.

Die Ergebnisse der Speicheldiagnostik helfen dabei, den Umfang der Individualprophylaxe zu definieren. Durch die Diagnose kann Ihr Zahnarzt die Zahnpflege besser überprüfen und weitere Therapieschritte individuell abstimmen, wie z.B. häufigere professionelle Zahnreinigung, regelmäßige Fluoridierungen etc.

Für wen sind Speicheltests sinnvoll?

Prinzipiell ist der Speicheltest für jeden Patienten sinnvoll. Besonders angezeigt ist er für werdende Mütter, die im Falle hoher Bakterienzahlen Prophylaxe-Behandlungen vornehmen sollten, damit das Kind gar nicht erst mit Karies infiziert wird. Kinder, die Karies haben, sind wahrscheinlich mit Karies verursachenden Bakterien angesteckt worden, auch bei ihnen kann ein Speicheltest vorgenommen werden, bevor weitere Behandlungsschritte erfolgen.

Kosten der Speicheldiagnostik

Da die Speicheldiagnostik eine vorbeugende Methode ist, und keine medizinische Notwendigkeit besteht, werden die Kosten meist nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Dennoch ist die Durchführung empfehlenswert, damit Ihre natürlichen Zähne länger kariesfrei, gesund und schön bleiben.

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