Katze – Gefahr fürs Gehirn? - Vom: 12.02.2018

Katze – Gefahr fürs Gehirn?

Toxoplasmose kann Ungeborene gefährden.

Beim Thema Katzenhaltung in der Schwangerschaft sind viele Betroffene verunsichert. Denn der Erreger der Toxoplasmose, der von Katzen auf Menschen übertragen werden kann, ist für das Ungeborene sehr gefährlich. Doch wie verhält „Frau“ sich in dieser Zeit richtig? Muss die Katze weg?

von Karsten Kulms

Die gute Nachricht vorweg: Laut einer medizinischen Studie sind in Deutschland weniger als ein Prozent aller Katzen überhaupt Ausscheider von Toxoplasma-Oocysten. Und selbst eine Toxoplasmose-positive Katze stellt – richtiges Verhalten und die Einhaltung bestimmter Hygienemaßnahmen vorausgesetzt- noch keine unmittelbare Gefährdung für das ungeborene Leben dar.

Die Erreger dieser ausschließlich auf Katzen beschränkten Krankheit sind deshalb so gefährlich, weil sie bei der Entwicklung des Embryos zu Fehlbildungen, Gehirnschäden und Behinderungen führen. Um mit dieser Gefährdung richtig umzugehen, sollten Schwangere und ihre Partner folgendes wissen:

Wird eine Katze ausschließlich im Haus gehalten und dabei mit Fertignahrung gefüttert, geht von ihr normalerweise keine Gefahr aus. Stellt sich der Kinderwunsch ein, und lebt schon seit längerem eine Katze im Haus, kann es ratsam sein, dass die werdende Mutter vor Beginn der Schwangerschaft einen entsprechenden Antikörpertest bei sich vornehmen lässt. Lassen sich hierbei bereits Toxoplasma-Antikörper im Blut nachweisen, besteht für eine spätere Schwangerschaft ebenfalls keine Gefahr. Und auch bei der Samtpfote kann bereits im Vorfeld einer Schwangerschaft mittels einer Blutuntersuchung den Antikörper bestimmen und mit entsprechenden Kotuntersuchungen die Ausscheidung von Toxoplasmose-Oocysten kontrollieren.

Anders sieht die Sache natürlich aus, wenn eine Frau keine Antikörper hat, und die Katze zudem ein Freigänger ist oder mit rohem Fleisch gefüttert wird, oder wenn die Schwangere rohes Fleisch isst – Mett ist hierbei beispielsweise eine häufig zu beobachtende Übertragungsmöglichkeit. Infizieren können sich Menschen auch durch verschmutztes Gemüse, Schalentiere oder bei der Gartenarbeit durch Toxoplasmose-Oocysten aus der Umwelt.

Beruhigend: Scheidet eine Katze Toxoplasmose-Erreger aus, sind diese erst nach etwa 2 bis 5 Tagen ansteckend. Wird also die Katzentoilette täglich gereinigt, und auch der Garten täglich nach entsprechenden „Hinterlassenschaften“ der Samtpfote abgesucht, was übrigens aus Rücksicht auf die Gesundheit von Frau und Kind bitte ausschließlich der männliche Partner übernehmen sollte, ist eine Ansteckung der werdenden Mutter nicht möglich. Aus Sicherheitsgründen sollte der Katzenkot dabei stets in einem verschlossenen Müllbeutel direkt in den Hausmüll entsorgt werden. Und drängt es „sie“ in dieser Zeit zur Gartenarbeit an die frische Luft, sollten zum Schutz vor einer Infektion Gartenhandschuhe getragen und vermehrt auf eine ausreichende Hygiene geachtet werden.

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Quelle: S&D Verlag GmbH, Geldern

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