Husten richtig behandeln - Vom: 04.01.2017

Husten richtig behandeln

Husten ist bei Atemwegsinfekten oft mit von der Partie und wird von Betroffenen als besonders quälend empfunden. Wir sagen, wie Sie ihn möglichst rasch wieder loswerden.

Einmal zu lange draußen gefröstelt oder bei Dauerregen nasse Füße geholt, und schon ist es passiert: Leichtes Kratzen im Hals kündigt eine Erkältung an, dann beginnt die Nase zu triefen, und prompt gesellt sich noch Husten dazu. Husten kann viele Ursachen haben. Doch gerade im Winter überwiegen Atemwegsinfekte, die durch Viren ausgelöst werden. Ist das Immunsystem geschwächt, haben die Erreger ein leichtes Spiel. Die trockene Heizungsluft macht es nicht besser, weil sie die Schleimhäute zusätzlich reizt und austrocknet.

Eigentlich ist es ein natürlicher Schutzreflex der Schleimhäute, anzuschwellen und durch vermehrte Sekretproduktion die viralen Eindringlinge schleunigst wieder nach draußen zu befördern. Hustensalven dienen also der Immunabwehr – und haben somit durchaus einen Nutzen.

Trocken oder schleimig?

Bei einer Erkältung tritt Husten meist in drei Phasen auf: In den ersten Tagen plagt Betroffene ein trockener Reizhusten. Die Schleimhaut ist entzündet und gereizt, was einen quälenden Hustenreflex auslöst. Solche trockenen Hustenanfälle rauben nachts häufig den Schlaf und strapazieren die Bronchien. Doch sie fördern keinen Schleim zu Tage. Trockener Husten darf unterdrückt werden.

In der zweiten Phase geht der Reizhusten über in einen schleimbildenden, „produktiven“ Husten. Jetzt werden die Krankheitserreger im Auswurf herauskatapultiert, deswegen sollte man diese heilsame Hustenphase nicht medikamentös unterdrücken, sondern unterstützen. In der dritten Phase heilen die Schleimhäute allmählich ab, sind aber noch einige Wochen nach der Erkältung gereizt. In dieser Zeit kann erneut ein trockener Reizhusten auftreten.

Was hilft?

Antibiotika machen bei einer Erkältung in der Regel keinen Sinn. Denn ausgelöst werden Husten und Schnupfen nicht durch Bakterien, sondern fast immer durch Viren wie Rhino- oder Coronaviren. Und gegen diese Erreger sind Antibiotika machtlos. Doch es gibt andere, gut wirksame Arzneimittel, mit denen Erkältungsgeplagte dem Husten gezielt zu Leibe rücken können. Welche infrage kommen, hängt von der Art des Hustens ab.

Trockener Reizhusten kann die Bronchien schädigen: Sehr wirksam sind Hustenstiller mit synthetischen Wirkstoffen (Dextromethorphan oder Pentoxyverin) zur Selbstmedikation. Auch pflanzliche Präparate in Form von Tabletten, Lutschpastillen, Hustensaft oder -tropfen mit Spitzwegerich, Isländisch Moos oder Eibisch lindern den Hustenreiz und bilden einen schützenden Film in den Atemwegen.

Bei verschleimten Bronchien mit produktivem Husten helfen dagegen Hustenlöser mit Wirkstoffen wie Ambroxol oder Acetylcystein. Aber auch pflanzliche Mittel mit Efeu, Thymian oder Primelwurzel erleichtern das Abhusten. Zum Husten lösenden Inhalieren gibt man einige Tropfen ätherisches Öl (z. B. Eukalyptusöl) in ein Wasserbad. Vorsicht: Kleine Kinder und Asthmapatienten dürfen nicht mit ätherischen Ölen inhalieren, da sie Bronchialkrämpfe auslösen können.

Wann zum Arzt?

Ist der Husten Begleiterscheinung einer Erkältung, dauert es mitunter zwei bis drei Wochen, bis man wieder komplett beschwerdefrei ist. Wenn in diesem Zeitraum aber keine Besserung zu spüren ist, sollten Hustengeplagte eine Arztpraxis aufsuchen. Denn andauernden Husten darf man nicht auf die leichte Schulter nehmen: Ein Grund: Aus einer akuten Bronchitis in Folge einer Erkältung kann sich eine chronische Bronchitis entwickeln, die weitere schwere Erkrankungen an Lunge und am Herzen nach sich ziehen kann. Das lässt sich durch eine ärztliche Untersuchung und die passende Medikation verhindern. Auch wenn Husten mit hohem Fieber einhergeht, ist das ein Fall für den Arzt. Es könnte eine Lungenentzündung dahinter stecken.

Was die Genesung unterstützt

Häufig Probleme mit Atemwegserkrankungen? Dann kann Reizklima, wie es an der Nord- und Ostsee herrscht, heilsam sein. Mehr über seine positiven Wirkungen erfahren Sie im Internet unter www.ratgebergesund.de.

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