Scharf, würzig, wirksam - Der Eukalyptus - Vom: 27.11.2018

Scharf, würzig, wirksam - Der Eukalyptus

Jeder kennt die Bonbons, doch kaum jemand ihre wichtigsten Zulieferer: Eukalyptusbäume können bis zu 40 Meter hoch werden. Das scharf-würzige Eukalyptusöl wird aus den Blättern gewonnen und ist Bestandteil vieler Arzneien.

Die ursprüngliche Heimat zahlreicher Eukalyptusarten ist Australien. Heute werden die Bäume mit der grauweißen Rinde auch im tropischen Asien und in Afrika als „Fieberbaum“ angepflanzt. Denn das schnell wachsende Gehölz trocknet Sümpfe aus und entzieht damit den Anopheles-Mücken, die Malaria übertragen, ihre Brutstätte. Auch in Neuseeland, Südamerika und Südchina wird mittlerweile Eukalyptus kultiviert – und im Duisburger Zoo. Denn dort leben australische Koalas, die auf ihrem täglichen Menü aus Eukalyptusblättern bestehen. Sie fressen nichts anderes.

Heilsame Wirkung

An die 800 Eukalyptusarten gibt es. Das starke ätherische Eukalyptusöl liefern die Blätter einer Art, die Koalas nicht mögen. Geerntet werden nur die älteren, längeren und ledrigen Blätter, und zwar ausschließlich zu arzneilichen Zwecken. Sie enthalten so viel leicht brennbares ätherisches Öl, dass die Bäume bei einem Waldbrand regelrecht explodieren. Andere in den Blättern enthaltene Stoffe wie Bitterstoffe, Gerbstoffe, Flavonoide und Gummi spielen nur eine Nebenrolle. Das Eukalyptusöl mit dem darin enthaltenen Eukalyptol ist hingegen Bestandteil zahlreicher Arzneien gegen Husten, Bronchitis oder Asthma. Es gibt sie zum Einnehmen, Inhalieren oder zum Einreiben. Auch Salben gegen Rheuma und Gicht enthalten manchmal Eukalyptusöl. Aus den Blättern lässt sich außerdem ein Tee gegen Bronchitis oder Asthma zubereiten, der die Schleimproduktion in den Bronchien hemmt und festsitzenden Bronchialschleim verflüssigt. Das ätherische Öl wirkt außerdem entzündungshemmend und keimtötend in den Lungen und lässt die Nebenhöhlen abschwellen.

Vorsicht bei kleinen Kindern

Salben und eukalyptusölhaltige Zubereitungen dürfen bei Säuglingen und Kleinkindern nicht angewendet werden. Auch nicht alle Erwachsenen vertragen die Reizwirkung des ätherischen Öls. Bei Übelkeit, Erbrechen oder Durchfällen sofort die Anwendung abbrechen. Dann lassen die Beschwerden bald wieder nach und hinterlassen keinen Schaden. Wer an entzündlichen Erkrankungen im Magen-Darmbereich, an Leber oder Gallenwegen leidet, sollte unbedingt auf Eukalyptus-
anwendungen verzichten. Eukalyptusöl kann, ebenso wie z.B. die ätherischen Öle von Kampfer, Menthol und Pfefferminze, die Wirkung von homöopathischen Arzneimitteln beeinflussen. Ihr Apotheker berät Sie gern!

Hausrezepte bei Erkältung

Für den Tee übergießt man drei Teelöffel getrockneter Eukalyptusblätter aus der Apotheke mit einem Viertelliter siedendem Wasser und lässt sie 15 Minuten ziehen. Dann abseihen und den Tee über den Tag verteilt schluckweise trinken.

Zum Inhalieren bei verstopfter Nase einen Esslöffel zerkleinerte Eukalyptusblätter mit zwei Litern kochendem Wasser überbrühen und die aufsteigenden Dämpfe unter einem Tuch einatmen. Dabei die Augen schließen, damit sie nicht tränen oder brennen.

Der Eukalyptus globulus gehört zur Familie der Myrtengewächse. Die weißlichen oder roten Blüten entwickeln sich zu derben Früchten.

Quelle: www.ratgebergesund.de

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