Was tun bei Juckreiz, Brennen, Nässen? - Vom: 25.12.2018

Was tun bei Juckreiz, Brennen, Nässen?

Vergrößerte Hämorrhoiden: Viele leiden darunter, wenige sprechen darüber. Dabei ist rasches und richtiges Handeln wichtig, um die Beschwerden dauerhaft in den Griff zu bekommen. Wir sagen, worauf es bei Po-Problemen ankommt.

Es brennt und juckt am Po, manchmal schmerzt es sogar beim Sitzen: Probleme im Enddarmbereich gehören zu den besonders quälenden Leiden. Aus Schaum oder Angst vor unangenehmen Untersuchungen und vermeintlich schmerzhaften Behandlungen zögern Betroffene den Arztbesuch oft lange hinaus. Falsch, weiß Proktologe und Phlebologe Professor Stefan Hillejan: „Je früher Patienten mit ihrem Leiden zu einem Enddarmspezialisten gehen, desto besser lässt es sich behandeln.“ Ein rascher Besuch beim Proktologen ist auch wichtig, weil der Facharzt ein lästiges, aber harmloses Hämorrhoidalleiden zuverlässig von anderen Erkrankungen unterscheiden kann, die mit ähnlichen Symptomen einhergehen.

Warnzeichen ernst nehmen

Im Anfangsstadium lassen sich vergrößerte Hämorrhoiden weder sehen noch äußerlich tasten. Erste Hinweise liefern oft krankheitstypische Beschwerden: Juckreiz, Brennen und Nässen im Afterbereich, Nachschmieren von Stuhl sowie hellrote Blutspuren auf Stuhl oder Toilettenpapier. „Auch das regelmäßige Gefühl der unvollständigen Darmentleerung deutet auf diese Krankheit hin“, sagt Hillejan. In fortgeschrittenen Stadien sind die Hämorrhoiden oft so stark vergrößert, dass die Schwellkörper beim Stuhlgang nach außen sichtbar werden und sich schließlich nicht mehr in den Analkanal zurückziehen.

Steht die Diagnose „Hämorrhoidalleiden“ fest, besprechen Arzt und Patient in Ruhe, welche Therapie infrage kommt. Dank moderner, minimalinvasiver Verfahren geht die Behandlung mittlerweile schonend und schmerzarm vonstatten. Es gibt keinen Grund, sich davor zu fürchten.

Akute Beschwerden lindern

Um akute Beschwerden zu lindern, sind in der Apotheke rezeptfreie Medikamente erhältlich, zum Beispiel Salben, Zäpfchen und Tinkturen für die lokale Therapie. Lassen Sie sich zu Wirkweisen und korrekter Anwendung bitte von Ihrem Apotheker beraten.

Auch sanfte Hausmittel versprechen Linderung. „So wirken beispielsweise warme Sitzbäder mit Kamille entzündungshemmend. Eichenrinde, Rosskastanie oder Hamamelis als Zusatz sorgen dafür, dass sich die Schleimhautoberfläche zusammenzieht und die Schmerzen nachlassen“, sagt der Proktologe. Auch Lavendel, Ringelblume, Schafgarbe oder Zinnkraut entfalten ihre wohltuende Wirkung sehr gut im warmen Wasser. Für alle äußerlichen Anwendungen mit Heilkräutern gilt: Treten Hautausschläge oder Rötungen auf, muss die Behandlung beendet werden. Wichtig zu wissen ist auch, dass Salben und Sitzbäder typische Symptome wie Schmerzen und Juckreiz zwar effektiv lindern, den Arztbesuch aber nicht ersetzen können.

Schluss mit Irrtümern über Hämorrhoiden

„Mangelnde Hygiene ist an Hämorrhoiden schuld.“

Falsch! Mögliche Ursachen sind z. B. ungünstige Essgewohnheiten und falsches Stuhlverhalten wie starkes Pressen auf dem stillen Örtchen. Richtig ist aber, dass Menschen mit bestehendem Hämorrhoidalleiden auf eine besonders sorgfältige Hygiene im Analbereich achten müssen, um wunde Stellen und Entzündungen zu vermeiden.

„Nur alte Menschen sind betroffen.“

Stimmt nicht! Zwar leiden über 50-Jährige nachweislich häufiger unter vergrößerten Hämorrhoiden, jedoch können auch junge Menschen erkranken. Ballaststoffarme Ernährung, mangelnde Bewegung sowie Übergewicht sind bei den Jüngeren häufige Ursachen.

„Blutspuren im Stuhl weisen immer auf Hämorrhoiden hin.“

Nicht immer. Erste Anzeichen von vergrößerten Schleimhautpolstern sind in der Regel Juckreiz und Brennen am Po. Befindet sich das Hämorrhoidalleiden bereits in einem fortgeschrittenen Stadium, können zudem Blutungen auftreten. Wichtig: Blut auf dem Toilettenpapier oder in der Toilette kann auch andere, ernsthafte Ursachen haben – der Gang zum Facharzt ist Pflicht.

Quelle: www.ratgebergesund.de

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