Unbeschwert durch die Zeckensaison - Vom: 03.04.2018

Unbeschwert durch die Zeckensaison

Bei den ersten frühlingshaften Temperaturen regen sich nicht nur unsere Lebensgeister, sondern auch die der Zecke. Ein Dilemma, denn die Parasiten können gefährliche Krankheiten übertragen. Wir sagen, wie Sie sich schützen.

Im Wald, im Park, auf dem Spielplatz und sogar im eigenen Garten: Überall, wo wir das Frühlingserwachen genießen, fühlen sich auch Zecken wohl. Schon wenn es nur wenige Tage hintereinander mindestens sieben Grad Celsius „warm“ ist, erwachen die blutsaugenden Parasiten aus ihrer Kältestarre und begeben sich auf die Suche nach frischem Blut. In Hecken, Wiesen und Büschen warten die kleinen Spinnentierchen dann auf ihre Opfer. Gestochen werden kann jeder – vom Kleinkind, das im Garten krabbelt, über den Wanderer bis hin zum Sonnenanbeter im Stadtpark.

Weltweit sind bis heute über 900 Zeckenarten bekannt. In Deutschland ist der Gemeine Holzbock die am häufigsten vorkommende Art. Zecken können bis zu 50 verschiedene Krankheitserreger übertragen, allen voran Borreliose-Bakterien und das FSME-Virus.

Mit Antibiotika gegen Borreliose

Schätzungen zufolge erkranken hierzulande jährlich zehntausende Menschen an Borreliose. Die Erreger bzw. Borrelien befinden sich im Darm der Zecken und werden beim Blutsaugen in die Einstichstelle gespült. Je länger der Parasit saugen kann, desto größer ist die Gefahr, dass die Bakterien in den menschlichen Organismus gelangen. Das Risiko für Borreliose besteht in ganz Deutschland. Die typische Wanderröte, eine ringförmige Rötung rund um die Einstichstelle, deutet in den meisten Fällen auf die Infektion hin. Zusätzlich fühlen sich Betroffene abgeschlagen und klagen über Fieber. Im Frühstadium kann die Borreliose gut mit Antibiotika behandelt werden.

Bei der Frühsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME, handelt es sich um eine Erkrankung der Hirnhaut und des zentralen Nervensystems. Nach zunächst grippeähnlichen Symptomen kommt es bei einem Teil der Betroffenen zu einer Entzündung der Hirnhaut, bei manchen zusätzlich zur Entzündung des Gehirns. Einige erleiden schwere gesundheitliche Folgen mit dauerhaften Lähmungen, Schluck- und Sprechstörungen oder Atemschwäche.

Impfung schützt vor FSME

Gegen FSME gibt es eine Impfung, die allen empfohlen wird, die sich in FSME-Risikogebieten in der Natur aufhalten. Gut zu wissen: Diese Risikogebiete waren bei uns lange Zeit auf Süddeutschland beschränkt. Aber in den letzten Jahren treten FSME-Fälle zunehmend auch im Norden und Westen des Landes auf. Eine Karte der aktuellen Risikogebiete hält das Robert Koch-Institut (www.rki.de) bereit.

Besonders gefährdet, von einer Zecke gestochen zu werden, sind Menschen, die sich viel im Grünen aufhalten, sei es beruflich oder in ihrer Freizeit. Umfassende Schutzmaßnahmen halten Zecken auf Distanz: Experten raten, geschlossenes Schuhwerk und lange Kleidung zu tragen, die möglichst viel Haut abdeckt, und den Hosensaum am besten in die Socken zu stecken. Auf heller Kleidung sind die kleinen, schwarzbraunen Zecken besser zu erkennen als auf dunkler.

Den Blutsauger rasch entfernen

Wenn eine Zecke doch den Weg auf die Haut gefunden und zugestochen hat, sollte das Tierchen möglichst schnell entfernt werden. Spezielle Zeckenkarten, -zangen oder -pinzetten gibt es in der Apotheke. Beim Rausziehen sollte man unbedingt darauf achten, die Zecke nicht zu zerquetschen und das Stechorgan, das im Volksmund häufig als „Kopf“ bezeichnet wird, mit herauszuziehen. Die Wunde sollte nach dem Entfernen der Zecke auf jeden Fall desinfiziert werden. Ist der Stechapparat stecken geblieben, wird er in der Regel nach einiger Zeit von selbst wieder abgestoßen. Betroffene sollten die Einstichstelle aber unbedingt in den nächsten Wochen beobachten und bei Schwellungen, Rötungen oder grippeähnlichen Symptomen sofort zum Arzt gehen.

Die Auwaldzecke kommt

Während der Gemeine Holzbock in Deutschland schon ewig heimisch ist, war die Auwaldzecke bislang nahezu unbekannt. Doch diese Zeckenart ist nun auf dem Vormarsch. Das Tückische: Im Gegensatz zu ihren Verwandten wartet die Auwaldzecke nicht passiv im Unterholz oder an Grashalmen auf ihren Wirt, sondern erkennt potenzielle Opfer innerhalb eines Umkreises von einem Meter und bewegt sich aktiv auf sie zu. Bekannt ist der ungebetene Gast als Krankheitsüberträger: Neben der für Hunde gefährlichen Babesiose kann die Auwaldzecke bei Menschen das Fleckfieber durch sogenannte Rickettsien-Bakterien auslösen. Rickettsien-Infektionen sind nicht leicht feststellbar, denn die Krankheitsbilder können stark variieren.

Quelle: www.ratgebergesund.de

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