Wie Stress der Haut zusetzt - Vom: 29.09.2016

Wie Stress der Haut zusetzt

Ekzeme, Juckreiz, trockene Haut: Neurodermitis ist quälend. Der seelische Druck verschlechtert den Hautzustand zusätzlich. Stressmanagement und die richtige Pflege entlasten die Haut.

Rund vier Millionen Menschen in Deutschland leiden an Neurodermitis. Die bis heute nicht heilbare chronische Hautkrankheit verläuft in Schüben und tritt sehr oft schon im Baby- oder Kleinkindalter auf. Viele Betroffene plagen die charakteristischen, stark juckenden Ekzeme ein Leben lang, bei anderen verschwindet die Neurodermitis im Laufe der Kindheit oder Pubertät plötzlich wieder. Allerdings ist nicht ausgeschlossen, dass die Ekzeme im späteren Leben wiederkehren.

Spiegel der Seele

Heute weiß die Wissenschaft, dass unterschiedliche Faktoren einen akuten Neurodermitis-Schub auslösen oder verschlimmern können. Einer dieser Übeltäter ist chronischer Stress. Mittlerweile haben zahlreiche Studien bestätigt, was viele Patienten schon immer geahnt haben: Seelische Belastung hat großen Einfluss auf den Krankheitsverlauf. Und das heißt auch: Wenn die Emotionen Achterbahn fahren, die Psyche leidet oder der Stress überhandnimmt, bekommen viele Neurodermitis-Patienten prompt einen Schub.

Welche Vorgänge im Körper dazu führen, dass die Haut auf Stress „allergisch reagiert“, haben Forscher in jüngster Zeit genauer untersucht. Interessantes Ergebnis: Auslöser sind wahrscheinlich bestimmte Nervenbotenstoffe, sogenannte Neuropeptide, die der Körper bei psychischer Belastung vermehrt ausschüttet. Diese Botenstoffe haben eine direkte Wirkung nicht nur auf Nervenzellen, sondern auch auf bestimmte Immunzellen und regen diese zu verstärkter Aktivität an. Quälende Folge sind die stark juckenden Hautveränderungen.

Entspannung trainieren

Sinnvoll erscheint es vor diesem Hintergrund, seelische Faktoren sowohl bei der Diagnose als auch bei der Therapie von Neurodermitis zu berücksichtigen. Ein therapeutischer Ansatzpunkt sind spezielle Schulungen, in denen Neurodermitis-Patienten unter anderem lernen, besser mit Stress umzugehen. Schulungen für Kinder mit Neurodermitis und ihre Eltern bietet die Arbeitsgemeinschaft Neurodermitisschulung e. V. (AGNES) schon seit vielen Jahren an. Die Gruppenschulungen für junge Patienten werden von den Krankenkassen gefördert.

Hier lernen Kinder mit der chronischen Hautkrankheit beispielsweise, wie sie das Kratzen vermeiden und was sie alternativ tun können, wenn die Haut stark juckt. Das ist wichtig, damit sie dem Teufelskreis aus Juckreiz, Kratzen, Hautentzündungen und noch stärkerem Juckreiz entrinnen können. Auch Entspannungstechniken wie progressive Muskelrelaxation oder Fantasiereisen, die ablenken und die innere Ruhe fördern, werden trainiert.

Recht neu sind derartige Stressmanagement-Programme für Erwachsene mit Neurodermitis. Doch mittlerweile werden vielerorts bereits entsprechende Schulungen angeboten.

Basispflege mit System

Klar, dass es in Neurodermitis-Schulungen nicht nur um Stress und Entspannung, sondern auch um andere Aspekte rund um die Hautkrankheit geht, zum Beispiel um die Bedeutung einer systematischen Pflege. Denn fest steht: Auch in symptomfreien Zeiten ist eine optimale, auf den jeweiligen Hautzustand abgestimmte Basispflege unverzichtbar.

Bei sehr vielen Neurodermitikern ist die Haut extrem trocken. Dann eignen sich zur Pflege Cremes und Körperlotionen mit hohem Fettanteil, zum Beispiel mit Omega-6-Fettsäuren aus der Nachtkerze und Traubenkernöl. Häufig enthalten hochwertige Produkte zur täglichen Basispflege auch Feuchthaltefaktoren wie Harnstoff und Glycerin sowie beruhigende und antientzündliche Komponenten. Der Apotheker kennt sich aus und kann die idealen Pflegeprodukte empfehlen.

Stark juckender Hautausschlag kann auch andere Ursachen haben als Neurodermitis, zum Beispiel die Nesselsucht. Mehr dazu lesen Sie im Internet auf www.ratgebergesund.de.

Den Juckreiz lindern:

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