Rheuma Warum die frühe Diagnose so wichtig ist - Vom: 20.04.2018

Rheuma

Warum die frühe Diagnose so wichtig ist

Entzündliches Rheuma kann die Gelenke zerstören. Eine frühe Diagnose und ein rechtzeitiger Therapiebeginn sind wichtig, um den Krankheitsverlauf günstig zu beeinflussen und Spätschäden zu verhindern.

Mit geschwollenen, schmerzempfindlichen Hand-, Finger- und Zehengelenken beginnt häufig eine schwere chronische Erkrankung: Die rheumatoide Arthritis, kurz RA. Bei dieser Autoimmunerkrankung greift das Immunsystem körpereigene Strukturen an. Auch vor jüngeren Menschen macht RA nicht halt, sogar Kinder können betroffen sein. Frauen leiden häufiger darunter als Männer.

Die entzündlich-rheumatische Erkrankung, die sich bis heute nicht heilen lässt, schreitet vor allem in den ersten Jahren rasch voran. Wird sie nicht schnell erkannt und maßgeschneidert behandelt, kann sie die Gelenke dauerhaft verformen und zerstören. Das macht klar, warum eine frühe Diagnose so wichtig ist. Sie ermöglicht es, eine spezielle Therapie einzuleiten und Gelenkverformungen sowie anderen Spätschäden gezielt entgegenzuwirken.

Rasch zum Rheumatologen

Wer von schmerzhaft geschwollenen Gelenken geplagt wird, sollte rasch zum Arzt gehen. Vor allem, wenn die Beschwerden symmetrisch in beiden Körperseiten – also beispielsweise an den Fingern der rechten und der linken Hand – auftreten und die Gelenke morgens länger als eine halbe Stunde steif bleiben, erhärtet sich der Verdacht auf entzündliches Rheuma. Der erste Weg kann Betroffene zum Hausarzt führen, der Spezialist für rheumatische Erkrankungen ist der Rheumatologe.

Um die Diagnose „rheumatoide Arthritis“ zuverlässig stellen zu können, sind eine Reihe von Untersuchungen erforderlich. Neben der Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese) und einem körperlichen Check-up liefern Laborwerte und bildgebende Verfahren wichtige Hinweise auf die Ursache der Beschwerden und die Ausprägung der Krankheit.

Spurensuche im Blut

Im Blut sind unterschiedliche Werte für die RA-Diagnose von Bedeutung. Die Werte für Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG) und C-reaktives Protein (CRP) werden bei Verdacht auf Rheuma generell erhoben. Sind sie erhöht, ist das ein Hinweis auf eine Entzündung im Körper. Da beide Werte allerdings auch bei vielen anderen entzündlichen Erkrankungen erhöht sein können, liefern sie nur unspezifische Anhaltspunkte.

Genaueres sagen zwei weitere Blutwerte aus: Der sogenannte Rheumafaktor, der bei etwa 70 Prozent der Rheumapatienten nachweisbar ist, sowie der Anti-CCP-Wert, kurz ACPA. Letztgenannter zeigt, ob Antikörper gegen sogenannte zyklische citrullinierte Proteine gebildet wurden, was bei einem Großteil der RA-Patienten der Fall ist. Liegen ein positiver Rheumafaktor und positive ACPA-Befunde vor, leidet der Betroffene mit allergrößter Wahrscheinlichkeit an RA.

Zerstörung sichtbar machen

Bildgebende Verfahren wie Ultraschall, Kernspintomografie und Röntgenuntersuchung geben Auskunft darüber, wie es um den Zustand der Gelenke bestellt ist. Eine noch recht junge Untersuchungsmethode ist der Rheumascan der Hände, mit dessen Hilfe entzündete Handgelenke sichtbar gemacht werden können.

Steht die Diagnose fest, sollte die RA umgehend behandelt werden. Ziel der Therapie ist es einerseits, die Gelenkschmerzen zu lindern und die Beweglichkeit der Gelenke zu erhalten. Andererseits ist es bei entzündlichem Rheuma auch wichtig, mit sogenannten Basismedikamenten und modernen Biologicals ins Krankheitsgeschehen einzugreifen, um Entzündungs- und Zerstörungsprozesse zu stoppen. Je früher die spezifische Therapie erfolgt, umso besser stehen die Chancen, Folgeschäden und Bewegungseinschränken zu verhindern – und so Beweglichkeit und Lebensqualität zu erhalten.

Quelle: www.ratgebergesund.de

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