Antibiotika oft überflüssig - Vom: 29.12.2018

Antibiotika oft überflüssig

Eine Mittelohrentzündung ist schmerzhaft. Was Eltern darüber wissen sollten.

Sie folgt meist auf einen grippalen Infekt. Bei Kleinkindern wird die noch kurze Ohrtrompete, die Verbindung zwischen Rachen und Mittelohr, schnell zum Tor für Krankheitserreger: Viren aus Nase und Rachen wandern ins Ohr. Hier bildet sich Flüssigkeit, die nicht abfließen kann. Schmerzen, Druckgefühl und Hörminderung folgen. Gehen Sie bei Verdacht auf eine Mittelohrentzündung immer zum Kinderarzt. Die Infektion ist sehr schmerzhaft, heilt aber meist in zwei bis drei Tagen von selbst aus.

Schmerzen lindern

Ohren- und Kopfschmerzen sowie Fieber sind für die Kleinen sehr belastend. Vom Kinderarzt verordnete Schmerzmittel mindern das unangenehme Pulsieren im Ohr.
Bei gleichzeitigem Schnupfen lassen Nasentropfen die Schleimhäute abschwellen und belüften das Mittelohr. Gegen Fieber können Wadenwickel helfen. Beim Waschen, Duschen und Baden darf kein Wasser in die Ohren gelangen, hier helfen Watte oder Ohrstöpsel aus der Apotheke.

Unterschiedliche Erreger

Antibiotika wirken gegen Bakterien und sind bei Mittelohrentzündungen häufig nicht sinnvoll. Zum einen stecken oft Viren dahinter, gegen die die Medikamente machtlos sind. Zudem wirken Antibiotika in den ersten 24 Stunden noch nicht – wenn die stärksten Beschwerden auftreten. Gegen ihren Einsatz sprechen außerdem mögliche Nebenwirkungen und Resistenzen der Erreger. Nur wenn eine bakterielle Infektion als Ursache naheliegt, kommen Antibiotika infrage. Hinweise darauf sind eitriger Ausfluss aus dem Ohr sowie eine beidseitige Entzündung bei Kindern unter zwei Jahren.

Quelle: S&D Verlag GmbH, Geldern

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