Ist das noch Kopfschmerz? - Vom: 03.02.2017

Ist das noch Kopfschmerz?

Spannungskopfweh oder Migräne – viele wissen nicht genau, was von beiden sie gerade plagt. Die Unterscheidung ist aber wichtig, denn von der Art der Schmerzen hängt die richtige Behandlung ab.

Es bohrt, sticht, pocht oder hämmert im Schädel – mal leicht und mal beinahe unerträglich. Beim einen kriecht der grässliche, dumpfe Schmerz vom Nacken aus in Richtung Oberstübchen, beim anderen pulsiert es unaufhörlich in einer Kopfhälfte. Kopfschmerzen sind ein Volksleiden und für Betroffene oft nur schwer zu ertragen. Zudem kennen sie viele Ausprägungen und Arten. Die beiden bekanntesten und häufigsten sind Spannungskopfschmerzen und Migräne.

Beide Schmerzarten zu unterscheiden ist wichtig, um Kopfweh erfolgreich behandeln zu können. Die Selbstdiagnose ist dadurch erschwert, dass die Symptome sich teilweise ähneln, doch es gibt auch wesentliche Unterschiede, die jeder Kopfschmerzpatient kennen sollte.

Dumpf und drückend

Spannungskopfschmerzen sind in der Regel dumpf und drückend. Sie treten meist in schwacher bis mittlerer Intensität beidseitig auf. Viele Betroffene empfinden sie als beengend, etwa so, als würde der Kopf in einem Schraubstock oder einem zu engen Helm stecken. Gelegentlich reagieren von Spannungskopfweh Geplagte auch empfindlich auf Licht oder Lärm, selten allerdings auf beides gleichzeitig. Wichtig: Durch moderate Bewegung, etwa einen Spaziergang an der frischen Luft, bessern sich die Beschwerden meist wieder.

Anders bei Migräne, unter der Frauen übrigens häufiger leiden als Männer. Hier gilt: Körperliche Aktivität kann die Beschwerden deutlich verschlimmern, weshalb Migränepatienten während einer akuten Attacke oft nur der Rückzug in einen dunklen, ruhigen Raum bleibt.

Pulsierend und pochend

Auch hinsichtlich Schmerzintensität und Schmerzort unterscheidet sich die Migräne vom Spannungskopfschmerz: Der typische Migräneschmerz ist pulsierend, klopfend und pochend, mäßig bis sehr stark und tritt sehr oft in einer Kopfhälfte auf. Der Migräne kann zudem eine Aura vorausgehen: Mögliche Symptome sind Seh- und Sprachstörungen, Schwindel und Lähmungen. Gut zu wissen: Ein akuter Migräneanfall dauert mindestens einige Stunden, kann aber auch bis zu drei Tage lang anhalten. Für Betroffene sind die starken Schmerzen eine so große Qual, dass es meist unmöglich ist, den gewohnten Alltagsaktivitäten nachzugehen.

Spannungskopfschmerzen oder Migräne? Die genaue Diagnose kann natürlich nur der Arzt stellen. Und diesen sollte unbedingt jeder aufsuchen, der häufiger unter einem Brummschädel oder stärkeren Beschwerden zu leiden hat. Eine ärztliche Untersuchung ist auch wichtig, um andere Erkrankungen, die mit Kopfschmerzen einhergehen können, sicher auszuschließen und einen maßgeschneiderten Therapieplan zu entwickeln.

Schmerz, lass nach

Gegen akute, stärkere Schmerzen helfen geeignete Arzneimittel aus der Apotheke. Viele Präparate gegen Spannungskopfschmerzen oder Migräne sind rezeptfrei erhältlich, manche Migränemittel allerdings verschreibungspflichtig. Der Apotheker kann Kopfschmerzpatienten in jedem Fall kompetent beraten. Patienten, die häufig unter Migräne leiden, kann der Arzt auch solche Medikamente verschreiben, die vorbeugend regelmäßig einzunehmen sind. Sie können Häufigkeit, Schwere und Dauer der Migräneattacken oft spürbar reduzieren.

Um Migräne bzw. Spannungskopfschmerzen vorzubeugen, können Patienten selbst eine Menge tun. Regelmäßiger Ausdauersport, zum Beispiel Nordic Walking, Schwimmen oder Radfahren, ist bei beiden Kopfschmerzarten eine bewährte Präventionsmaßnahme. Auch von gezielten Entspannungsübungen können sowohl Menschen mit Spannungskopfschmerzen als auch Migränepatienten profitieren. Hilfreich ist beispielsweise die Progressive Muskelentspannung nach Jacobson, aber auch Yoga oder autogenes Training kommen infrage.

Nach Auslösern suchen

Vor allem Migräniker sind gut beraten, nach den individuellen Auslösern der wiederkehrenden Schmerzattacken zu fahnden. Diese sogenannten Trigger können nämlich von Patient zu Patient stark variieren. Beim einen sind es vielleicht Stress und psychische Belastung, die prompt einen Migräneanfall nach sich ziehen, beim anderen können bestimmte Lebensmittel, Alkohol oder Veränderungen im gewohnten Schlaf-Wach-Rhythmus die Auslöser sein. Manche Frauen bekommen aufgrund hormoneller Schwankungen im Verlauf des weiblichen Zyklus Migräne. Ein Kopfschmerzkalender hilft dabei, die persönlichen Trigger aufzuspüren. Eine gute Sache, denn wer die Schmerzauslöser kennt, kann oft gezielt gegensteuern bzw. sie zu meiden versuchen.

Profitieren können Migränepatienten zudem von einem geregelten Tagesablauf und insbesondere von einem regelmäßigen Schlaf-Wach-Rhythmus. Empfehlenswert: immer zur gleichen Zeit aufstehen und ins Bett gehen – auch am Wochenende und im Urlaub. So lässt sich die eine oder andere Migräneattacke oft gut verhindern.

63 Prozent der Kopfschmerzpatienten führen ihre Beschwerden auf zu viel Stress zurück. Umfragen ergaben außerdem: Die Belastung im Alltag empfinden Männer stärker als Frauen. Mehr dazu lesen Sie im Internet unter www.ratgebergesund.de.

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