Schmerzbetäubung beim Zahnarzt - Vom: 10.10.2018

Schmerzbetäubung beim Zahnarzt

Muss eine Zahnbehandlung vorgenommen werden, sorgt dies meist beim Patienten für ein mulmiges Gefühl. Bekommen Sie bei Ihrem Zahnarzt nur eine kleine Füllung, können Sie dies in der Regel ohne Schmerzbetäubung aushalten. Es kommt ganz darauf an, wie schmerzempfindlich Sie sind. Wird aber ein tiefes Loch gebohrt oder gar ein Zahn gezogen, wird es sehr unangenehm. Mit einer örtlichen Betäubung (Lokalanästhesie) kommen Sie schmerzfrei durch die Zahnbehandlung.

Arten der örtlichen Betäubung

Es gibt verschiedene Arten der örtlichen Betäubung, wie Infiltrationsanästhesie, Leitungsanästhesie, intraligamentäre Anästhesie und Oberflächenanästhesie. Diese werden je nach bevorstehender Behandlungsart eingesetzt. Damit die Betäubung gut wirken kann, wird Ihr Zahnarzt sich vorher über Ihre körperliche Verfassung informieren (hoher/niedriger Blutdruck, Diabetiker, spezielle Erkrankungen) und über die Einnahme von Medikamenten, Alkohol, Nikotin etc.

Infiltrationsanästhesie

Bei der Infiltrationsanästhesie werden einzelne Zähne, der umgebende Knochen, das Weichgewebe und kleinere Bereiche der Mundschleimhaut mit einer Lokalanästhesielösung betäubt. Dies erfolgt durch Einspritzen mit einer Injektionskanüle. Das Betäubungsverfahren wird hauptsächlich im Oberkiefer angewandt, da dieser eine relativ lockere Knochenstruktur hat.

Leitungsanästhesie

Die Leitungsanästhesie erfolgt überwiegend im Unterkiefer. Hiermit werden größere Bereiche des Gewebes betäubt, indem das Lokalanästhetikum möglichst nah an den den Nervenstamm eingebracht wird. Es kann zu einem Taubheitsgefühl in der Unterlippe und der Zungenpartie kommen. Muss ein Zahn im Unterkiefer gezogen werden, verwendet Ihr Zahnarzt meist diese Methode.

Intraligamentäre Anästhesie

Die intraligamentäre Anästhesie ist eine besondere Technik zur sanften, lokalen Betäubung. Das Lokalanästhetikum wird direkt an die Wurzel des zu behandelnden Zahnes gebracht. Es breitet sich bis zur Wurzelspitze aus. Nur dieser Zahn wird betäubt, nicht das umgebende Weichgewebe.

Oberflächenanästhesie

Das Narkosemedikament (Spüllösung, Spray oder Salbe) wird bei der Oberflächenanästhesie auf die Mundschleimhaut aufgebracht, um diese zu betäuben. Diese leichte Betäubungsform, praktisch ohne Nebenwirkungen, erspart dem Patienten Schmerzen bei kleineren Eingriffen. Der Injektionsschmerz wird vermindert, was besonders für Angstpatienten wichtig ist, die sich vor Einstichen von Spritzen fürchten. Ebenso mindert sich der Würgereiz beim Röntgen und bei Abformungen. Die Oberflächenanästhesie wird auch bei der Behandlung von Mundschleimhautverletzungen eingesetzt sowie bei kleineren Behandlungen am Zahnfleisch.

Nach der Behandlung

Die Wirkung der örtlichen Betäubung hält auch nach der Behandlung noch eine ganze Weile an. Viele Patienten haben dann, je nach Anästhesieart, noch ein taubes Gefühl im Mund. Solange dieses besteht, sollten Sie nichts essen. Denn Sie könnten sich verletzen, da Sie nicht merken, wenn Sie sich auf die Zunge oder Lippe beißen.

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