Basispflege für kranke Haut

Dermatologe
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Schuppenflechte braucht viel Aufmerksamkeit. Den Grundstein der Therapie bildet die tägliche Hautpflege.

Schuppenflechte, medizinisch Psoriasis, ist eine Autoimmunerkrankung. Sie macht sich hauptsächlich im Hautbild bemerkbar, betrifft aber auch die Augen sowie das Herz und die Blutgefäße. Charakteristisch sind chronisch-entzündete Hautregionen mit silbrig-glänzenden Schuppen, begleitet von Juckreiz, Spannungsgefühl und Schmerzen. Ursache dieses Phänomens ist eine beschleunigte Zellteilung in den oberen Hautschichten: Wofür gesunde Haut etwa einen Monat benötigt, geschieht bei Psoriasis innerhalb weniger Tage.

Urea und Pflanzenöle

Im Umgang mit der erkrankten Haut gilt es, Entzündungen entgegenzuwirken und akute Schübe einzudämmen. Dabei ist die tägliche Basispflege, abgestimmt auf die besonderen Bedürfnisse der trockenen Haut, unerlässlich – auch in beschwerdefreien Phasen. Das Ziel ist, Feuchtigkeit in der Haut zu binden. Der Wirkstoff Urea hat sich hierbei besonders bewährt. Er gehört zu den natürlichen Feuchthaltefaktoren der Haut und verhindert ein Austrocknen. Urea glättet die Hautoberfläche, hemmt die Schuppenbildung und lindert Juckreiz. Das ist besonders hilfreich für Hautstellen, die oft gedehnt oder durch Kleidung gereizt werden. Ähnliche Effekte erzielen Cremes mit Hyaluron- oder Milchsäure. Um vorhandene Schuppen aufzulösen und die Haut für Pflegeprodukte empfänglicher zu machen, eignen sich Präparate mit Salicylsäure. Eine gute Ergänzung sind hochwertige Pflanzenöle. Die Fettsäuren in Nachtkerzen-, Mandel- oder Jojobaöl helfen der irritierten Haut bei der Regeneration und halten sie geschmeidig.

Sanfte Reinigung

Für die Körperreinigung stehen medizinische, parfumfreie Produkte zur Verfügung. Oft ist die Kopfhaut besonders betroffen, sie wird mit speziellen Shampoos und Lotionen behandelt. Auf ausgiebiges Duschen oder Baden bei hohen Wassertemperaturen verzichten Menschen mit Schuppenflechte besser, um die Haut nicht zusätzlich auszutrocknen. Rückfettende Waschlotionen und Badezusätze mit Meersalz oder pflegenden Ölen können diesen Effekt abmildern. Anschließend wird die Haut sanft trocken getupft, nicht abgerieben. Sorgfältiges Eincremen ist nach jedem Duschen Pflicht.

Die Auswahl geeigneter Pflegeprodukte sollte gemeinsam mit dem behandelnden Hautarzt erfolgen. Ein entsprechendes Angebot und ergänzende Tipps gibt es in der Apotheke.

Quelle: S&D Verlag GmbH, Geldern

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