Sicher reisen mit Babybauch

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Einen Städtetrip nach Paris geplant? Den Strandurlaub auf den Kanaren schon gebucht? Eine Schwangerschaft ist kein Grund, zu Hause zu bleiben – vorausgesetzt der Arzt hat keine Einwände

Viele Schwangere möchten noch einmal entspannt mit dem Partner verreisen, ehe das Baby zur Welt kommt. Verständlich, denn schließlich ist ein Urlaub eine fantastische Möglichkeit, sich rundum zu erholen und auf den anstrengenden Endspurt bis zur Entbindung vorzubereiten. Wenn die Schwangerschaft komplikationslos verläuft und der Arzt grünes Licht gibt, spricht grundsätzlich nichts gegen dagegen.   Am besten mittendrin Die meisten Schwangeren empfinden das mittlere Schwangerschaftsdrittel, also die Zeit zwischen der 14. und 27. Schwangerschaftswoche, als angenehmste Reisezeit. Denn jetzt haben sich die Hormone umgestellt, Übelkeit und Müdigkeit sind verflogen und das geringe Gewicht des Babys schränkt die werdende Mutter noch nicht allzu sehr ein. „Im Idealfall sollte das Reiseziel nicht mehr als vier Stunden von zu Hause entfernt sein“, empfiehlt Birgit Dreyer, Reiseexpertin bei der Europäischen Reiseversicherung (ERV). „Es eignen sich vor allem europäische Länder mit durchschnittlichen Temperaturen bis 28 Grad – Hitze und extreme Sonneneinstrahlung sollten Sie besser vermeiden!“ Auch Abenteuer- oder Extremurlaub sowie Aktivurlaub im Hochgebirge sind für Schwangere tabu. Ebenso kann das feucht-schwüle Klima in tropischen Regionen für Mutter und Baby zu anstrengend sein. Zudem ist hier die Gefahr einer Infektion höher! Hinzu kommt, dass für viele exotische Reiseziele spezielle Impfungen erforderlich sind, die in der Schwangerschaft u.U. nicht durchgeführt werden dürfen.

Hauptsache bequem

Ob mit dem Auto, Zug oder Flugzeug – Schwangere können theoretisch mit jedem Verkehrsmittel reisen. Generell gilt jedoch: Immer an lockere, bequeme Kleidung und ausreichend Getränkevorräte denken! In der Schwangerschaft besteht zudem ein erhöhtes Thrombose-Risiko – und langes Sitzen begünstigt eine solche Komplikation noch. Zur Vorbeugung ist es deshalb ratsam, Stütz- oder Kompressionsstrümpfe zu tragen. Außerdem sollten werdende Mütter unterwegs mindestens einmal pro Stunde aufstehen und sich die Beine vertreten. Am leichtesten geht das bei einer Bahnreise. Bei einer Urlaubsfahrt mit dem Auto dürfen ausreichend Zwischenstopps nicht fehlen.   Wichtig bei einer Flugreise: Erkundigen Sie sich rechtzeitig nach den Beförderungsbedingungen der jeweiligen Airline. Viele Fluggesellschaften verlangen ab der 28. Schwangerschaftswoche ein ärztliches Attest, dass keine Gefahr für eine Frühgeburt besteht. Ein allgemeines „Startverbot“ haben Mütter bei den meisten Fluggesellschaften mit Ablauf der 35. Schwangerschaftswoche.

Nicht vergessen!  Mutterpass und Krankenversichertenkarte einpacken. Auslandskranken- und Reiserücktrittsversicherung abschließen. Wörterbuch in der Sprache des Urlaubslandes mitnehmen.

Quelle: www.ratgebergesund.de

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