Lärm macht krank: Ruhe bitte!

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Lärm stört, setzt den Körper unter Stress und kann dem Gehör schaden.

Bereiten Sie dem Krach ein Ende.

Studien haben gezeigt: Lärm hat negative Auswirkungen auf die Psyche, beeinträchtigt das Herz-Kreislauf-Sys-tem, führt zu kognitiven Beeinträchtigungen bei Kindern und ist sehr oft für Tinnitus-Erkrankungen verantwortlich. Häufigste Folge der Lärmbelastung sind Schlafstörungen, die zu Leistungseinbrüchen führen und häufig chronisch werden. Die Sehnsucht nach Ruhe ist also sehr sinnvoll, denn jedes Gehör braucht ausreichende Schonphasen.

Dass unsere Ohren rund um die Uhr „auf Empfang“ sind, war in der Frühzeit der menschlichen Entwicklung überlebenswichtig. Wer nicht gut hörte, war feindlichen Angriffen – beispielsweise durch wilde Tiere – hilflos ausgeliefert, gerade in der Nacht. 

Krach nervt  

Heute hat sich die Situation gewandelt: Andauernde Geräuschbelastung ist zu einem großen Umweltproblem geworden. Zwei Drittel der Deutschen fühlen sich durch Verkehrslärm belästigt, sehr viele jedoch auch durch Fluglärm und Schienenverkehr. Aber auch der Krach in Produktionsbetrieben oder die Techno-Rhythmen aus der Nachbarwohnung strapazieren die Ohren und können die Lebensqualität beeinträchtigen.

Erstaunlicherweise wird nicht jede relativ laute Geräuschkulisse als Lärm empfunden: Man denke nur an die glücklichen Besucher von Hardrock-Konzerten oder die Menschen, die in einem Orchester ihren Dienst tun. Rein physikalisch betrachtet ist die dort gemessene Belastung sicher oft in einem kritischen Bereich. Aber: Die Zusammensetzung der akustischen Merkmale und deren Beurteilung durch den Hörer sind positiv und werden vom Gehirn geduldet. Die Empfindung von Lärm ist eben nicht nur an messbare Größen wie Schalldruckpegel und Geräuschfrequenz gebunden. Vielmehr hängt sie maßgeblich von der subjektiven Wahrnehmung ab. So wird beim harten und lauten Schlagzeug-Rhythmus begeistert mitgeklatscht – der leise, aber stetig dahintropfende Wasserhahn hingegen wird als akustische Belastung erster Güte wahrgenommen.

Lärm schadet den Ohren 

Doch auch wenn der Geräuschpegel ganz unterschiedlich wahrgenommen wird: Ab einem gewissen Maß ist die Wirkung von Lärm definitiv schädlich. So kann ein sehr kurzes lautes Geräusch, beispielsweise ein Pistolenschuss, die Ohren schon in einem Sekundenbruchteil schädigen. Aber auch langanhaltende hohe Schallpegel (z.B. in Diskotheken) wirken negativ auf das Gehör. Selbst wenn die Geräusche nicht als Belastung empfunden werden, kann die Hörfähigkeit erheblich beeinträchtigt werden. Um vorzubeugen, sollte man daher versuchen, selbst möglichst wenig Lärm zu erzeugen und große Lautstärken zu vermeiden.

Radau raubt den Schlaf 

Lärm muss jedoch nicht ohrenbetäubend sein, um für den Körper zu einer Belastung zu werden. So kann unser Schlaf beispielsweise schon von normalen Verkehrsgeräuschen beeinträchtigt werden. Der Körper nimmt die Geräusche wahr und steht unter Stress. Dabei werden bestimmte Hormone ausgeschüttet, der Blutdruck steigt und der Organismus wird in „Alarmbereitschaft“ versetzt. Und genau diese Stressreaktion bringt uns um den Schlaf. Auch wenn wir glauben uns an vorbeiratternde Züge oder startende Flugzeuge gewöhnt zu haben: unser Körper reagiert weiterhin gestresst darauf. Wer den Krach nicht abschalten kann, sollte sein Gehör davor schützen, zum Beispiel mit Ohrstöpseln aus der Apotheke.

Lärm nervt und kann krank machen.

Quelle: www.ratgebergesund.de

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