Ohren dicht?

HNO-Arzt
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Plötzlich hört sich alles wie schallgedämpft an … Doch keine Sorge: Meist ist das nicht der Beginn einer Schwerhörigkeit. Oft steckt lediglich ein Ohrenschmalzpfropf dahinter.

Es passiert von einem Tag auf den anderen: Das Ohr macht dicht, Stimmen klingen dumpfer, Alltagsgeräusche leiser und gedämpfter. Verständlich, dass sich viele Menschen erst einmal erschrecken. Steckt womöglich eine Erkrankung oder gar Schwerhörigkeit dahinter?

Zum Glück ist die Ursache häufig harmlos, wenn auch unangenehm: Ohrenschmalz, medizinisch Cerumen genannt, verdichtet sich und verklumpt irgendwann zu einem Pfropf. Er blockiert den Gehörgang und stört die Weiterleitung der Schallsignale zum Trommelfell. In manchen Fällen treten auch schmerzhafte Druckgefühle oder Störgeräusche auf, ähnlich wie ein Tinnitus.

Natürlicher Schutz

Ohrenschmalz ist grundsätzlich eine sinnvolle Einrichtung der Natur: Das gelbliche Sekret legt sich wie ein Schutzfilm auf die empfindliche Haut des äußeren Gehörgangs und wehrt Keime ab. Das Schmalz ist zudem ein Selbstreinigungs-Instrument: Es umschließt Schmutz- und Staubpartikel und befördert sie mithilfe der Ohrhärchen nach draußen. Allerdings produzieren Menschen unterschiedlich viel Ohrenschmalz, das mal recht flüssig und mal eher zäh ist. Wird besonders viel zähes Sekret gebildet, kann es schnell zur Pfropfbildung kommen.

Keine Wattestäbchen!

Viele versuchen, die Ohren mit Wattestäbchen sauber zu halten. Eine schlechte Idee, warnen Experten: Zum einen kann es schmerzhaft werden, wenn das Stäbchen zu tief eingeführt und das Trommelfell berührt wird. Zum anderen drücken Wattestäbchen das Ohrenschmalz immer weiter in den Gehörgang hinein und begünstigen eine Verklumpung. In der Regel reinigen sich unsere Hörorgane von selbst oder es reicht, ab und zu etwas Wasser und einen feuchten Waschlappen zu benutzen. Wenn allerdings viel Sekret gebildet wird, ist es sinnvoll, die Ohren regelmäßig vorbeugend zu spülen. Das gilt besonders für Menschen, die ein Hörgerät oder ein Ohrpassstück tragen. Denn Ohrenschmalz kann die Funktion des Gerätes beeinträchtigen.

Sanfte Lösungen

Für die Ohrenreinigung und -pflege halten Apotheken die passenden Präparate und praktische Hilfsmittel bereit. Dazu zählen beispielsweise Lösungen auf der Basis von Salzwasser oder Ölen, die ins Ohr gegeben werden und Pfropfen aufweichen. Spülungen mit lauwarmem Wasser befördern das Sekret anschließend nach draußen. Zum Spülen eignen sich Ohrenspritzen.

Wann zum Arzt?

Wenn Sie einen hartnäckigen Pfropf nicht loswerden, Schmerzen oder Ohrgeräusche auftreten, sollten Sie zum HNO-Arzt gehen. Er verfügt über spezielle Geräte und Sauger, die einen hartnäckigen Sekretstau lösen und entfernen können. Der Facharzt prüft auch, ob eine Entzündung vorliegt oder die Hörprobleme womöglich eine andere Ursache haben. Hörgeräte-Träger sollten sich im Zweifel immer an den HNO-Arzt wenden und ihre Hörhilfen regelmäßig beim Hörakustiker reinigen lassen.       

Quelle: S&D Verlag GmbH, Geldern

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