Arteriosklerose: Alles Gute für Ihr Herz

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Arteriosklerose: Alles Gute für Ihr Herz

Verengte Schlagadern stören den Blutfluss und sind eine Gefahr für Herz und Hirn. Wie Arteriosklerose entsteht, wie man vorbeugen kann und was unsere Gefäße schützt.

Arteriosklerose: Bei dieser Gefäßkrankheit lagern sich Fette und andere Substanzen aus dem Blut an den Innenwänden der Schlagadern (Arterien) ab. Diese Ablagerungen, Mediziner sprechen von Plaques, verengen die Gefäße und behindern so den Blutfluss. Schreitet die Gefäßkrankheit fort, kann sie gefährlichen Folgen wie Herzinfarkt und Schlaganfall haben.

Beschwerden: Eine Arteriosklerose verursacht lange Zeit überhaupt keine Schmerzen. Dass die Schlagadern verengt und verhärtet sind, bemerken Betroffene deshalb oft jahrelang gar nicht. Erst wenn die Ablagerungen den Blutfluss deutlich einschränken, kommt es häufig zu Beschwerden. Welche vorherrschen, hängt von Ort und Ausmaß der Durchblutungsstörungen ab. Sind beispielsweise die Herzkranzarterien verengt, kann Herzenge die Folge sein, sind die Beinarterien betroffen, kommt es beim Gehen häufig zu Schmerzen in den Beinen (Schaufensterkrankheit).  

Bewegung: Ein aktiver, bewegter Lebensstil trägt maßgeblich dazu bei, die Blutgefäße gesund und elastisch zu halten. Bewegung und Sport können aber noch mehr: Aktiv zu leben hilft, hohe Blutdruck- und Cholesterinwerte zu senken und den Herzmuskel zu kräftigen. Balsam für Herz und Gefäße sind moderate Ausdauersportarten wie Walking, Radfahren und Wandern. Wer bereits unter Gefäßverkalkung, Bluthochdruck oder einer anderen Vorerkrankung leidet, sollte mit seinem Arzt besprechen, wieviel Sport gesund ist.

Bluthochdruck: Ein zu hoher Blutdruck, Mediziner sprechen von Hypertonie, gehört zu den wichtigsten Risikofaktoren für Arteriosklerose. Deshalb muss Bluthochdruck behandelt werden. Hat der Arzt blutdrucksenkende Medikamente verordnet, ist es wichtig, sie regelmäßig und genau nach Vorschrift einzunehmen.

Cholesterin: Diese fettähnliche Substanz wird in jeder Zelle unseres Körpers gebraucht. Den größten Teil des benötigten Cholesterins stellt unser Organismus selbst her. Darüber hinaus ist es in tierischen Lebensmitteln enthalten. Obwohl Cholesterin lebenswichtig ist, kann ein Zuviel schaden. Hohe LDL-Cholesterin-Werte (Lipoprotein niedriger Dichte, auch als „schlechtes Cholesterin“ bekannt) und niedrige HDL-Cholesterin-Werte (Lipoprotein hoher Dichte, auch „gutes Cholesterin“ genannt) sind Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Gut zu wissen: Bewegung und eine gesunde, ballaststoffreiche Ernährung können den Cholesterinspiegel günstig beeinflussen. Ob zu hohe Werte mit Medikamenten gesenkt werden müssen, entscheidet der Arzt.

Ernährung: Ausgewogen, vitaminreich, vollwertig – über kerngesunde Kost freuen sich Herz und Gefäße. Frisches Obst und Gemüse, knackige Salate und Vollkornprodukte sollten deshalb reichlich auf dem Speiszettel stehen. Gut sind zudem regelmäßige Fischmahlzeiten. Für viele andere tierische Fette, vor allem für fettes Fleisch und fette Wurst, gilt hingegen: Weniger ist mehr!

Folgekrankheiten: Herzinfarkt und Schlaganfall heißen die gefürchteten Folgen verkalkter Arterien. Aber Arteriosklerose kann auch Nierenschäden und Durchblutungsstörungen in den Beinen (periphere arterielle Verschlusskrankheit) nach sich ziehen.

Gefäßschutz-Präparate: In der Apotheke gibt es eine Reihe von Präparaten, die dazu beitragen können, die Arterien elastisch zu halten. Sie enthalten zum Beispiel Omega-3-Fettsäuren oder Antioxidanzien. Das sind bestimmte Vitamine und Pflanzenstoffe, die schädliche Sauerstoffverbindungen (freie Radikale) im Körper unschädlich machen und so auch einer Gefäßverkalkung entgegenwirken können. Um die Adern zu weiten und ihre Elastizität zu verbessern, kommen Mittel mit dem Eiweißbaustein Arginin infrage. Ebenfalls bewährt hat sich Magnesium. Der Apotheker weiß, welche Gefäßschutz-Präparate vorbeugend oder therapiebegleitend hilfreich sein können.

Medikamente: Leider gibt es bis heute keine „Wunderpille“, die Arterienverkalkung heilen kann. Je nach Schwere der Erkrankung wird der Arzt unterschiedliche Medikamente verordnen, beispielsweise Arzneimittel, die das Blut verdünnen, Mittel gegen Bluthochdruck und solche zur Senkung zu hoher Cholesterinwerte. 

Rauchen: Der blaue Dunst ist ein Generalangriff auf die Gesundheit. Auch Arteriosklerose und Herz-Kreislauf-Erkrankungen leistet Rauchen Vorschub. Wer vom Glimmstängel loskommt, senkt sein Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall deutlich. Viele Krankenkassen bieten Rauchstopp-Programme an. Auch Nikotinersatzpräparate aus der Apotheke können den Abschied von der Zigarette erleichtern. Eine Beratung lohnt sich auf jeden Fall!

Risikofaktoren: Zahlreiche Risikofaktoren können Arteriosklerose begünstigen. Einige können wir nicht beeinflussen, etwa unser Alter und unsere Erbanlagen. Auf andere haben wir jedoch Einfluss: Dazu zählen Übergewicht, Bewegungsmangel und Rauchen. Wer überflüssigen Kilos den Kampf ansagt und sich von der Zigarette verabschiedet, hat also schon viel getan, um seine Gefäße zu schützen. Auch Erkrankungen wie Bluthochdruck, zu hohe Cholesterinwerte und Diabetes erhöhen das Arteriosklerose-Risiko. Hier gilt: Regelmäßig zur Vorsorge – und diagnostizierte Grunderkrankungen konsequent behandeln.

Wie Sie Bluthochdruck mit der richtigen Therapie Paroli bieten, lesen Sie auf unserer Webseite unter www.ratgebergesund.de.

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