Ein starkes Herz bis ins hohe Alter

Internist Sportmedizin
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Mit einem gesunden Herzen älter werden: Das ist nicht nur das Ergebnis guter Gene, sondern oft die Belohnung für einen herzfreundlichen Lebensstil. Lesen Sie, wie Sie Ihrem Herzen Gutes tun und es vor Krankheiten schützen können. 

Unser Herz ist der Muskel, der uns am Leben hält. Rund 100.000 Mal schlägt das faustgroße Organ täglich und pumpt dabei unermüdlich Blut durch den gesamten Körper. Wie fit und leistungsfähig der Motor des Lebens mit 40, 60 oder 80 Jahren ist, haben wir weitgehend selbst in der Hand. Denn wenn wir unser Herz zeitlebens pfleglich behandeln, können wir vielen Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen – etwa Bluthochdruck, Gefäßverkalkung und Herzinfarkt.  

Bei „herzgesundem Lebensstil“ denken Sie automatisch an Verzicht, Quälerei und befürchten, sich nichts mehr gönnen zu dürfen? Dann wird es Zeit zum Umdenken: Ein herzgesunder Alltag macht Freude, ist facettenreich, kostet nicht viel Geld und kann die Lebensqualität deutlich steigern. Überzeugen Sie sich selbst davon, wie leicht es ist, das Herz in Schutz zu nehmen.  

Bewegung, bitte!

Wie jeder andere Muskel unseres Körpers profitiert auch das Herz von Bewegung. Ein aktiver Alltag ist deshalb die optimale Voraussetzung, um Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorzubeugen. Zu Recht heißt es: Bewegung ist die beste Medizin. Denn in der Tat benötigen Menschen, die regelmäßig die Turnschuhe schnüren, sehr oft weniger Arzneimittel als gemütlichere Zeitgenossen, die den Tag überwiegend im Sitzen verbringen.

Das liegt auch daran, dass Bewegungsmangel oft einen weiteren Herzfeind im Schlepptau hat: das Übergewicht. Überflüssige Kilos zwingen den Herzmuskel zu beschwerlichen Extra-Schichten, treiben Blutdruck, Blutfett- und Blutzuckerwerte in die Höhe. Und das bedeutet auch: Wer Hüftgold und Bierbauch verhindert oder konsequent dagegen angeht, tut seinem Herzen einen großen Gefallen.

Sport mit Spaß  

Regelmäßige Bewegung beugt Übergewicht und Herzleiden nicht nur effektiv vor, sondern gehört – richtig dosiert – auch bei bestehenden Problemen wie Bluthochdruck oder Herzschwäche zum Therapiekonzept. Wer bereits eine chronische Krankheit hat oder länger nicht mehr körperlich aktiv war, sollte zuerst mit dem Arzt klären, wie viel und welcher Sport erlaubt und sinnvoll ist.   

Generell günstig fürs Herz sind moderate Ausdauersportarten wie Walking, Wandern und Radfahren. Koordination und Kraft fördern Aktivitäten wie Gymnastik, Yoga und Gerätetraining im Fitnessstudio. Sie möchten lieber zum Tanzen gehen, sich zum Aerobic-Kurs anmelden, in einer Hobbymannschaft kicken oder allein im Wohnzimmer turnen? Dann tun Sie es! Denn Sport muss vor allem Spaß machen, damit man dauerhaft am Ball bleibt.

Kerngesunde Kost

Die zweite Säule eines herzgesunden Alltags ist unser Essen. Bunt, frisch, abwechslungsreich und vollwertig sollten wir schlemmen – empfehlenswert ist insbesondere die sogenannte Mittelmeerkost. Typisch dafür: Auf den Teller kommen viel frisches Gemüse und Obst, würzige Kräuter, regelmäßig lecker-leichte Fischgerichte und hochwertige Pflanzenöle, etwa wertvolles Olivenöl. Mit tierischen Fetten aus Butter, Fleisch, Wurst und Co. gilt es zu geizen, ebenso mit Zucker und Salz. Zu viel Zucker kann Übergewicht und Diabetes begünstigen, während sehr salzige Kost den Blutdruck in die Höhe treiben und so wiederum dem Herzen schaden kann.    

Frische Mahlzeiten mit vielen regionalen und saisonalen Zutaten sind nicht nur gesünder und nachhaltiger, sondern schmecken auch aromatischer und besser als Fertigkost. Tipp: Bringen Sie jetzt im Herbst doch häufiger mal knackiges Kohlgemüse, leckere Kürbisgerichte, Rote Bete, Gemüseeintöpfe und Feldsalat mit Apfelstücken und Walnüssen auf den Tisch.  

Zigarette, ade!

Was das Herz sonst noch braucht, um fit zu bleiben? In jedem Fall ein rauchfreies Leben. Denn die Giftstoffe in Zigaretten lagern sind in den Gefäßwänden ab und verengen diese. Raucher haben deshalb ein vielfach höheres Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall.

Wer es schafft, vom Glimmstängel loszukommen, wird reich belohnt: der Körper wird sofort wieder besser mit Sauerstoff versorgt, und nach einiger Zeit sinkt auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen deutlich. Wer es im Alleingang nicht schafft, mit dem Rauchen aufzuhören, bekommt Unterstützung: vom Arzt, von der Krankenkasse und in der Apotheke. Erkundigen Sie sich hier nach geeigneten Nikotinersatz-Präparaten, die den Rauchstopp erleichtern können.

Sie bewegen sich im Alltag viel, essen meist gesund, haben Normalgewicht und rauchen nicht? Herzlichen Glückwunsch, Sie tun wirklich viel für Ihre Gesundheit und ein langes Leben. Wenn es Ihnen obendrein noch gelingt, sich unnötigen Stress weitgehend vom Hals zu halten, nachts sechs bis acht Stunden erholsamen Schlaf zu gönnen und Sie regelmäßig zum Gesundheits-Check zum Arzt gehen, wird Ihr Herz vor Freude hüpfen.

Quelle: www.ratgebergesund.de

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