Rheuma hat viele Gesichter

Internist
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Rheuma: Unter diesen Oberbegriff fallen Hunderte unterschiedlicher Erkrankungen, die Menschen aller Altersklassen treffen können. Wichtig ist eine maßgeschneiderte Therapie.

Viele Millionen Menschen leiden in Deutschland an rheumatischen
Erkrankungen, die sich in unterschiedlichsten Formen zeigen und keinesfalls – wie oft vermutet – nur auf den Bewegungsapparat beschränken. Am häufigsten äußern sie sich als chronisch-entzündlicher Verschleiß an

verschiedenen Gelenken, wie es bei der Rheumatoiden Arthritis der Fall ist. Betroffen sind häufig die Hüft-, Knie- oder Schultergelenke.

Rheumatische Beschwerden beschränken sich allerdings nicht nur auf harte Strukturen wie Knochen, Gelenke und Knorpel. Sie können auch weiches Gewebe beeinträchtigen, wie etwa Muskeln, Bänder, Sehnen und innere Organe. Dies ist beispielsweise bei der Fibromyalgie der Fall.

Morgensteifigkeit ist typisch

„In vielen Fällen treten morgendliche Gelenkschmerzen mit begleitender Steifigkeit auf, die sich auch nach Ruhephasen verstärken“, erklärt Dr. Folker Franzen vom orthonet-NRW, einem Zusammenschluss niedergelassener Orthopäden in Nordrhein-Westfalen. „Nach durchschnittlich 45 Minuten mit gezielten Bewegungen der betroffenen Gelenke klingen die Beschwerden dann meist ab.“ Diese sogenannte Morgensteifigkeit ist typisch für die rheumatoide Arthritis (RA), eine der folgenschwersten rheumatischen Erkrankungen, bei der sich die Innenhaut von Gelenken, Sehnenscheiden und Schleimbeuteln entzündet. 

Typischerweise schmerzen bei RA die Gelenke beider Körperhälften symmetrisch – also etwa beide Hände, Schultern, Knie oder Füße. Schwellungen, Druckempfindlichkeit, Müdigkeit und leichtes Fieber können ebenfalls auftreten.

Die Gelenkzerstörung stoppen 

Bis heute ist die rheumatoide Arthritis nicht heilbar. Wird sie jedoch in einem frühen Stadium erkannt, gelingt es Ärzten häufig, die fortschreitende Gelenkentzündung und -zerstörung zu stoppen oder zu verlangsamen und die Beschwerden zu lindern. Die Therapie zielt in erster Linie darauf an, Schmerzen zu reduzieren und die Beweglichkeit zu erhalten. Ärzte setzen heute häufig auf Kombinationstherapien mit entzündungshemmenden, schmerzlindernden Arzneimitteln und Medikamenten, die das körpereigene Immunsystem unterdrücken. Viele Patienten profitieren außerdem von physikalischen Behandlungen mit Wärme, Kälte oder Reizstrom.

Im fortgeschrittenen Stadium führt manchmal jedoch kein Weg an einer Operation vorbei. Möglich ist es, die zerstörten Gelenke durch eine Prothese zu ersetzen oder zu versteifen, um die Beschwerden dauerhaft zu beheben.

Gut für Rheuma-Patienten  

• viel Bewegung im Alltag

• gelenkschonende Sportarten (z.B. Schwimmen, Radfahren, Gymnastik, Tanzen)

• vollwertige, evtl. fleischarme Ernährung

• Verzicht aufs Rauchen

Bewegung in den Alltag einzubringen schadet nie!

Quelle: www.ratgebergesund.de

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