Der Beinwell – Starke Wirkung gegen Schmerzen

Allgemein Naturheilkunde
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Schon in der Antike wurden Beinwell-Zubereitungen aufgelegt, um Prellungen und Knochenbrüche zu heilen. Heute ist die äußerliche Anwendung des Beinwells bei Sportverletzungen, Muskel- und Gelenkschmerzen zu empfehlen.

Sein Name ist Programm: Beinwell ist eine der wenigen Heilpflanzen, die in allen europäischen Sprachen nach einer bestimmten Anwendung benannt ist – nämlich der Heilung von Knochenbrüchen. „Bein“ ist die frühere Bezeichnung für Knochen, und das „well“ stammt von dem alten Verb „wallen“ (zusammenwachsen).

Heilkraft aus der Wurzel   

Zu medizinischen Zwecken wird die tief in den Boden reichende, außen schwarz gefärbte Wurzel verwendet. Sie enthält unter anderem die Substanz Allantoin. Der mit der Harnsäure verwandte Stoff wird in erster Linie für die entzündungshemmende Wirkung verantwortlich gemacht. Allantoin fördert außerdem die Wundheilung.

Beinwell, botanisch Symphytum officinale genannt, gehört zur Familie der Borretsch-Gewächse und sieht dem bekannten Küchenkraut durchaus ähnlich. Das Heilkraut wächst in fast ganz Europa, in Sibirien und auch in Asien, an feuchten Standorten wie nassen Wiesen, Bach- und Flussufern. Die anspruchslose Staude siedelt sich gern in der Nachbarschaft von Brennnesseln an und erreicht eine Größe von ungefähr einem Meter. Ihre lanzettenförmigen, langen Blätter sind auf der Unterseite und an den fleischigen Stängeln borstig behaart. Von Mai bis Juli schmückt sich der Beinwell mit dunkelroten, violetten, seltener auch mit gelblichen Blüten.

Die medizinische Wirkung der daumendicken Wurzeln ist seit etwa 2.000 Jahren bekannt. Schon von den griechischen Ärzten der Antike wurde Beinwell bei äußerlichen Entzündungen, frischen Wunden, Quetschungen und Verrenkungen empfohlen. Auch Hildegard von Bingen behandelte mit Beinwellwurzeln Knochenschäden, Prellungen und Verstauchungen. In der Volksheilkunde bereitete man aus der Heilpflanze außerdem Tee zur inneren Anwendung zu. Beinwelltee galt als wirksames Heilmittel bei Rheuma, Bronchitis, Lungenfellentzündung und half bei Durchfall, Magenschmerzen und zur Stabilisierung des Blutdruckes.

Nur äußerlich anwenden

Die moderne Wissenschaft konnte die Heilwirkung des Beinwells bestätigen. Allerdings stellten Wissenschaftler Anfang der 80er Jahre auch gefährliche Nebenwirkungen fest: Beinwellextrakt zeigt bei innerlicher Langzeitbehandlung, zum Beispiel in Form von Tee, eine krebsfördernde und leberschädigende Wirkung auf. In der Wurzel enthaltene Pyrrolizidine werden in der Leber zu giftigen Verbindungen umgewandelt. Von der innerlichen Anwendung der Beinwellwurzel in jeder Form wird deshalb dringend abgeraten.

Doch bei der äußeren Anwendung besteht kein Grund zur Sorge. Über die Haut werden nur sehr geringe Mengen der Pyrrolizidine aufgenommen. Außerdem hat man mittlerweile durch Auswahl und Züchtung Beinwell ohne gefährliche Inhaltsstoffe gewonnen.

Hochwertige Beinwell-Salben und -Gele zur äußeren Anwendung sind in der Apotheke erhältlich und helfen bei Prellungen, Zerrungen und Verstauchungen. Sie wirken abschwellend, entzündungshemmend, durchblutungsfördernd und lindern Schmerzen bei Muskel- und Gelenkbeschwerden.

Unser Tipp: Beachten Sie die Anwendungsempfehlungen und tragen Sie Beinwell nur auf die unbeschädigte Haut auf.

Im Frühsommer blüht der Beinwell in leuchtenden Farben.

Bildnachweis: ©H. Brauer – stock.adobe.com

Quelle: www.ratgebergesund.de