Rückenschmerzen Die wichtigsten Fragen und Antworten

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Ein schmerzender Rücken macht es nicht selten unmöglich, seinen üblichen Alltagsaktivitäten nachzugehen. Was kann Kreuzweh verursachen? Und was hilft wirklich dagegen? Wir beantworten häufige Fragen.

Welche Ursachen haben Rückenschmerzen?

Die gute Nachricht vorweg: In den allermeisten Fällen stecken keine ernsthaften Erkrankungen wie Rheuma, Osteoporose oder Schäden an der Wirbelsäule hinter der Pein im Kreuz. Bei etwa neun von zehn Patienten lautet die Diagnose „unspezifische Rückenschmerzen“. Auslöser sind häufig muskuläre Dysbalancen und Verspannungen, die insbesondere auf das Konto von Bewegungsmangel gehen. Ein Alltag im Sitzen lässt die Muskulatur verkümmern. Fehlhaltungen und einseitige Belastungen kommen oft noch erschwerend hinzu. Auch Stress und seelischer Kummer können Rückenschmerzen Vorschub leisten.

Wann muss ich zum Arzt?

Ungewöhnlich starke Beschwerden sind immer Anlass für einen Arztbesuch. Sofort medizinische Hilfe brauchen Sie, wenn die Rückenschmerzen von Warnsignalen wie etwa plötzlichen Lähmungserscheinungen, Fieber oder Problemen beim Wasserlassen begleitet werden. Ansonsten gilt: Wenn sich akute Kreuzschmerzen oder heftige Nackenverspannungen trotz Selbstbehandlung nach einigen Tagen nicht bessern oder sogar verschlimmern, sollte man besser zum Arzt gehen.

Sollte ich mich bei Kreuzweh schonen?

Zwar ist der Wunsch verständlich, sich bei Rückenschmerzen im Bett zu verkriechen oder auf die Couch zu legen. Doch Bettruhe kann die Schmerzen verstärken und sogar dazu führen, dass sie chronisch werden. Denn ein inaktiver Rücken verliert seine Stabilität und Festigkeit. Die Muskeln bauen ab und verkürzen sich, Gelenke und Knochen werden schlechter durchblutet. Um akute Rückenschmerzen zu lindern, hilft vor allem Bewegung. Deshalb raten Ärzte heute dazu, soweit es geht körperlich aktiv zu bleiben.   

Wie kann der Apotheker helfen?

Um den Alltag trotz akuter Rückenschmerzen zu meistern und mobil zu bleiben, ist es kurzfristig oft erforderlich, ein Schmerzmittel einzunehmen. Präparate mit bewährten Wirkstoffen wie Acetylsalicylsäure, Ibuprofen, Diclofenac und Naproxen gibt es rezeptfrei in der Apotheke. Bitte lassen Sie sich dort beraten, denn nicht jede Schmerztablette ist für jeden geeignet. Zur Beschwerdelinderung beitragen können zudem schmerzlindernde Salben mit Wirkstoffen wie Ibuprofen, Diclofenac oder auf pflanzlicher Basis. Ist die Muskulatur verspannt, tut Wärme gut – etwa in Form von durchblutungsfördernden Wärmepflastern oder -umschlägen.

Wie kann ich Rückenschmerzen vorbeugen?

Am besten durch einen rückenfreundlichen Lebensstil: Geprägt wird er von einem bewegten Alltag und sportlichen Aktivitäten, die den Bewegungsapparat stärken und Spaß machen. Wer täglich spazieren geht und seine Muskeln durch Schwimmen, Radfahren, Aquafitness, Pilates oder Rückengymnastik kräftigt, tut viel für ein gesundes Kreuz. Ein wichtiger Baustein in Sachen Prävention ist zudem ein rückengerechtes Umfeld: Rückenfreundliche Alltagsgegenstände wie Bürostühle, Fahrräder, Gartengeräte und Matratzen können erheblich dazu beitragen, Schmerzen durch Fehlbelastung zu verhindern.

Was bedeutet „multimodale Schmerztherapie“?

Ein ganzheitliches, fachübergreifendes Behandlungskonzept verspricht bei chronischen Rückenschmerzen gute Erfolge. Nach dem Baukastenprinzip werden verschiedene Therapieansätze – wie medikamentöse Behandlung, Sport- und Physiotherapie sowie psychotherapeutische Verfahren – miteinander kombiniert, um eine effektive Beschwerdelinderung zu erzielen. Ärzte und Therapeuten unterschiedlicher Fachrichtungen arbeiten eng zusammen. Sprechen Sie bei anhaltenden Rückenschmerzen frühzeitig mit dem behandelnden Arzt über die Möglichkeit einer ganzheitlichen Therapie. 

Quelle: www.ratgebergesund.de

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