Mit Medikamenten auf Reisen

Reisemedizin
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Mit Medikamenten auf Reisen

 

 

Zum Urlaub gehört neben der Vorfreude auch die Vorbereitung, vor allem, wenn man dauerhaft Medikamente benötigt. Wir haben Tipps für chronisch Kranke.

 

 

Genug Arzneimittelvorrat einzupacken ist das eine – diese unterwegs und Ort auch korrekt zu lagern, das andere. Woran chronisch Kranke unbedingt denken sollten:

 

  •   Berechnen Sie die benötigte Menge ihrer Dauermedikation nicht zu knapp, denn Flüge können Verspätung haben, Schiffe wegen schlechten Wetters länger ankern …

 

  •   Ein kleiner Vorrat der benötigten Medizin gehört ins Handgepäck, am besten auf mehrere Handgepäckstücke verteilt.

 

  •  Tabletten müssen während der Reise zum Schutz gegen Licht und Hitze in ihrer Originalumhüllung, Blister genannt, bleiben. Werden sie aus der Schutzverpackung gedrückt, verderben sie schneller – und es besteht Verwechslungsgefahr.

 

  •  Wenn Sie flüssige Medikamente wie Augentropfen im Handgepäck transportieren, müssen diese am Flughafen gesondert durch die Sicherheitskontrolle. Bitte verpacken Sie sie in einem wiederverschließbaren, durchsichtigen Plastikbehälter mit maximal einem Liter Fassungsvermögen.

 

Klimagerecht lagern

  •  Ob in Tablettenform oder als Salben und Saft: Medikamente dürfen nicht der direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt werden. Denn die Wirkstoffe können durch zu viel Hitze zersetzt werden, enthaltene Fette verderben.

 

  • ·Bei langen Autofahrten gehören Medikamente an die kälteste Stelle im Wagen – also nicht ins Handschuhfach, sondern auf den Boden des Kofferraums oder unter einen der Vordersitze.

 

  • ·Zäpfchen sind in wärmeren Regionen ungeeignet, da sie leicht schmelzen. Sie dürfen auch dann nicht benutzt werden, wenn sie wieder abgekühlt sind, da die Verteilung der Wirkstoffe nicht mehr gesichert ist.

 

  •  Notfallspray in Druckgasbehältnissen aus Aluminium darf nicht über 25 Grad Celsius gelagert werden, denn der Druck auf den Behälter kann bei Hitze so sehr ansteigen, dass das Ventil und damit die Funktionsfähigkeit beschädigt werden.

 

  • ·         Insulin wird am besten in speziellen Kühltaschen mit Temperaturen zwischen zwei und acht Grad aufbewahrt. Bei null Grad Celsius kristallisiert Insulin und verliert seine Wirkung. Angebrochene Portionen können eine Zeitlang bei Raumtemperatur aufbewahrt werden. Auf keinen Fall darf man Insulin einfrieren. Bei Flugreisen gehört Insulin ins Handgepäck, weil es im Frachtraum zu kalt wird. Diabetiker sollten außerdem genügend Teststreifen, Stechhilfen und ein Blutzuckermessgerät dabei haben.

 

  •   Auf Feuchtigkeit reagieren Tabletten empfindlich. Brausetabletten und Pulverinhalatoren müssen trocken gehalten werden. 

 

  • Je nach Reiseland Tabletten nicht mit Leitungswasser herunterschlucken. Stattdessen ist Mineralwasser aus original verschlossenen Flaschen geeignet. 

 

  • Unter Umständen können bestimmte Darreichungsformen auf Reisen geeigneter sein als andere: Vorteilhaft sind z.B. Schmelztabletten und Granulate, die ohne Wasser einzunehmen sind.

 

Grenzen überschreiten

 

  • ·Arzneimittel zum privaten Verbrauch dürfen im Schengener Raum – also in fast allen EU-Staaten, außerdem Norwegen, Island und der Schweiz – über die Grenze transportiert werden.

 

  • ·USA-Reisende müssen Zusammensetzung und Wirkung von Medikamenten beschreiben, ins Englische übersetzen und vom Arzt abzeichnen lassen. Ohnehin haben andere Länder eigene Zollbestimmungen. Am besten liest man die jeweils aktuellen Regeln auf den Webseiten der Botschaften und Konsulate durch oder nimmt, wenn man unsicher ist, telefonisch Kontakt zu den Ländervertretungen auf.

 

  • ·  Unterschiedliche Einschränkungen formulieren die Schengen-Staaten bei Betäubungsmitteln. Wer zum Beispiel nach Spanien reist, benötigt eine ärztliche Bescheinigung, die von der Landesgesundheitsbehörde beglaubigt wird – darauf sollten Sie Ihren Arzt rechtzeitig ansprechen. Ein Eigenbedarf an Betäubungsmitteln für einen Aufenthalt bis zu 30 Tagen wird kaum Schwierigkeiten machen.

 

  •  Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte informiert auf seiner Website (www.bfarm.de) detailreich über die Mitnahme von Betäubungsmitteln auf Auslandsreisen.

 

  • ·Bei der regelmäßigen Einnahme von Medikamenten muss bei Fernreisen die Zeitverschiebung einkalkuliert werden, denn Arzneimittel wirken nur optimal, wenn der Rhythmus eingehalten wird. Arzt und Apotheker beraten Sie, wie Sie Ihre Therapie auf der Reise ungehindert und erfolgreich fortsetzen können.

 

 

 

 

 

 

Quelle: www.ratgebergesund.de