Ein Leben lang geistig fit bleiben

Senioren
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70 – na und? 80 – jetzt erst recht! Viele alte und hochbetagte Menschen sind beneidenswert fit, körperlich aktiv und geistig in Topform. Woran das liegt? Alternsforscher sind den Geheimnissen des gesunden, langen Lebens auf der Spur.

Dass die Menschen immer älter werden, ist nicht neu. Und trotzdem beeindruckt die Statistik: Innerhalb der letzten 150 Jahre hat sich die Lebenserwartung hierzulande mehr als verdoppelt. Immer mehr Menschen erreichen den 100. Geburtstag, allein in Deutschland leben derzeit etwa 16.000 über 100-Jährige. Im Jahr 2050 werden weltweit mehr als zwei Milliarden Menschen über 60 Jahre alt sein, prognostizieren Demografen. In Westeuropa wird dann vermutlich jeder Dritte zur Generation 60 plus zählen.

Mittendrin statt am Rand

Wer die 70 überschritten hat, gehört zum alten Eisen? Ganz im Gegenteil: Immer mehr Senioren haben keine Lust auf Rückzug und Langeweile – sie besuchen Sprachkurse, schreiben sich in der Uni ein, engagieren sich sozial, übernehmen ein Ehrenamt oder Verantwortung für die Enkel. 

Ob in der Politik oder im Showbusiness: Dass es im Alter möglich ist, noch kräftig mitzumischen, machen uns Prominente eindrucksvoll vor. Mit fast 78 Jahren bewarb sich der ehemalige Vizepräsident der USA Joe Biden um das Präsidentenamt und trat gegen Donald Trump an, im Alter von 85 Jahren schaffte es die britische Schauspielerin Judi Dench als ältestes Covergirl auf die Titelseite der britischen Ausgabe der Modezeitschrift „Vogue“ und mit 99 Jahren gilt die New Yorkerin Iris Apfel als älteste Stilikone der Welt.   

Länger jung geblieben

Viele über 70-Jährige sind nicht nur erfolgreich und stehen mitten im Leben, sondern sehen auch fantastisch aus. Wer würde vermuten, dass Filmlegende Helen Mirren 75 Jahre alt ist, TV-Liebling Senta Berger 79 und Oscar-Preisträgerin Jane Fonda sogar schon 82? Sie alle beweisen: Das Alter, das im Personalausweis steht, ist nur eine Zahl …

Tatsächlich sagt unser Geburtstag, sprich unser biografisches Alter, wenig über die Verfassung unseres Körpers und die Leistungsfähigkeit unseres Gehirns aus. Um dies zu messen, bedarf es einer zweiten Größe: Das sogenannte biologische Alter gibt an, in welchem Zustand sich unsere Organe befinden. Viele Menschen sind heutzutage biologisch um einige Jahre jünger als biografisch. Andere wiederum sind vorschnell gealtert: Obwohl sie erst 70 sind, stecken sie vielleicht schon im Körper eines 80-Jährigen.

Überschätzte Gene

Wie schnell ein Mensch altert, hängt einerseits von seinen Genen ab. Wissenschaftler gehen heute allerdings davon aus, dass der Einfluss der Erbanlagen auf den Alterungsprozess weitaus geringer ist als lange vermutet. Größere Bedeutung hat vermutlich der Lebensstil. Und das heißt auch: Zu einem beachtlichen Teil haben wir es selbst in der Hand, wie schnell wir altern. Oder anders ausgedrückt: wie lange wir jung und gesund bleiben.

Forscher haben sich hochbetagte Menschen rund um den Globus angesehen und untersucht, wie wir unserer inneren Uhr ein Schnippchen schlagen, geistigem Abbau und Gebrechlichkeit entgegenwirken können. Einige Aspekte sind offenbar überall auf der Welt gleich.

Jungbrunnen Zufriedenheit

Eine positive, zuversichtliche Lebenseinstellung und Zufriedenheit prägen das Leben vieler 100-Jähriger. Viele uralte Menschen konzentrieren sich eher auf die angenehmen Dinge des Lebens statt zu beklagen, was alles nicht mehr so gut klappt. Ein wichtiger Jungbrunnen sind zudem soziale Kontakte. Senioren, die sich regelmäßig mit Freunden treffen, mit den Nachbarn plaudern oder sich im Kreis der Familie aufgehoben fühlen, bleiben meist länger fit. Einsamkeit, das haben Studien gezeigt, kann das Leben verkürzen, Geselligkeit kostbare Lebensjahre schenken. Was dem Kopf grundsätzlich gut tut: Abwechslung in den Alltag bringen und zeitlebens neugierig auf Neues bleiben.

Sich viel bewegen, nicht rauchen und regelmäßig, aber nicht zu häufig essen  – das sind weitere gute Voraussetzungen für ein langes, gesundes Leben. Insbesondere unser Gehirn, das im Verhältnis zum Gewicht die meiste Energie verbraucht, ist auf gute Nahrung angewiesen.

Futter fürs Gehirn 

Vielfältige, leichte Kost wie am Mittelmeer – mit viel Obst, Gemüse und Fisch, aber wenig Fleisch, Fett und Zucker – mag das Gehirn besonders. Ob es im Alter zusätzlich von Nahrungsergänzungsmitteln, etwa mit Omega-3-Fettsäuren und B-Vitaminen, oder von pflanzlichen Arzneimitteln, z.B. mit Ginkgo-Extrakten, profitieren kann, können Arzt und Apotheker im Einzelfall beurteilen.

Quelle: www.ratgebergesund.de

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