Radeln ohne Risiko

Allgemein Sportmedizin
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E-Bikes bringen Schwung ins Leben. Doch wer zu rasant radelt, riskiert schwere Stürze und gefährliche Kopfverletzungen – vor allem im Alter. So schützen Sie sich.

Radfahren bringt den Kreislauf auf Trab, wirkt regulierend auf hohe Blutdruck- und Blutzuckerwerte, hilft bei der Gewichtskontrolle und sorgt für gute Laune. Dank moderner E-Bikes, auch Pedelecs genannt, können auch ältere Menschen, die mit ihren Kräften haushalten müssen, wieder ins Grüne radeln.

Kontrollverlust mit Folgen

Was nach gesundem Freizeitspaß klingt, hat jedoch einen Haken. »Wer körperlich nicht mehr ganz fit ist, traut sich dank motorisierter Unterstützung eher schwierige und anstrengende Strecken zu – das kann zu Kontrollverlust und Stürzen führen«, sagt Professor Dr. Stefan Knecht, Chefarzt der Klinik für Neurologie an der St. Mauritius Therapieklinik Meerbusch. Schon ein vermeintlich leichter Sturz auf den Kopf kann eine Gehirnerschütterung zur Folge haben. »Bewusstlosigkeit, Schwindel, Übelkeit, Erbrechen und Sehstörungen sind klassische Symptome«, so Professor Knecht, der auch Pressesprecher der Deutschen Gesellschaft für Klinische Neurophysiologie und Funktionelle Bildgebung (DGKN) ist.

Nach einem Sturz auf den Kopf ist ein Arztbesuch unerlässlich, um Unfallfolgen wie Gehirnerschütterung oder schwerwiegende Verletzungen, etwa einen Schädelbruch oder eine Hirnblutung, gleich zu erkennen. Mit bildgebenden Verfahren wie Computertomografie (CT) oder Magnetresonanztomografie (MRT) lassen sich schwere Gehirnverletzungen ausschließen.

Besser zur CT

Aufgrund neuer Studienergebnisse fordern amerikanische Forscher, bei Menschen über 65 nach einem Sturz auf den Kopf immer ein CT-Scan durchzuführen. Grund dafür sind strukturelle Veränderungen im alternden Gehirn: Die Blutgefäße sind im Alter weniger elastisch und damit anfälliger für Verletzungen. Zudem nimmt die Gehirnmasse ab. Dadurch, so die Wissenschaftler, könnten untypische neurologische Befunde auftreten, die es erschwerten, das Ausmaß einer Verletzung ohne CT korrekt einzuschätzen. 

Sicher mit Helm  

Besser ist es natürlich, erst gar keinen Sturz vom Rad und vor allem keine Kopfverletzung zu riskieren. »Neben umsichtigem Fahren ist der Helm wichtig«, erklärt der Neurologe. Im Fall eines Unfalls kann ein Fahrradhelm sogar über Leben und Tod entscheiden. Das bestätigen die Ergebnisse einer aktuellen Studie aus Australien: In Down Under, wo seit mehr als 20 Jahren Helmpflicht herrscht, hat sich die Zahl der tödlichen Fahrradunfälle fast halbiert.Um das eigene Unfall- und Sturzrisiko zu minimieren, sollten sich Elektroradler nicht ohne Vorbereitung auf ihr Pedelec setzen. Das heißt: sich vor der ersten Tour unbedingt mit dem Antriebs- und Bremsverhalten vertraut machen. Auch wer eine längere Pause eingelegt hat, sollte das Fahren mit dem Elektrorad erst wieder üben. Spezielle Kurse, in denen erwachsene Anfänger und Wiedereinsteiger das sichere Fahren mit dem E-Bike trainieren können, gibt es bereits in vielen Regionen.

Bildnachweis: ©Leart – stock.adobe.com

Quelle: S&D Verlag GmbH, Geldern