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Tiermedizin
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Hunde ziehen sich beim Rennen oder Toben hin und wieder eine Prellung oder Zerrung zu.
Dann helfen ihnen Ruhe, Kühlkompressen und entzündungshemmende Heilpflanzen.

 Übermütiges Spielen oder ein falscher Tritt auf der Wiese – aufmerksame Hundehalter bemerken es schnell, wenn ihr Tier plötzlich hinkt oder ein Bein deutlich entlastet. Wenn keine äußere Wunde zu erkennen und ein Knochenbruch auszuschließen ist, handelt es sich meist um ein sogenanntes stumpfes Trauma: eine Zerrung, Prellung oder Verstauchung. Dabei werden Muskeln, Sehnen, Bänder oder Gelenke kurzzeitig extrem belastet und in Mitleidenschaft gezogen.

Schmerzhafte Entzündungen

Typischerweise ist die betroffene Körperregion geschwollen und warm, manchmal sind Rötungen oder Blutergüsse in der Haut zu erkennen. Bewegungen des Beins, manchmal schon Berührungen, sind für den Hund eindeutig schmerzhaft. Die Symptome können auch erst einige Stunden nach dem Unfall auftreten und sind Anzeichen dafür, dass ein Entzündungsprozess begonnen hat. Die Blutgefäße weiten sich, das gereizte Gewebe wird verstärkt durchblutet. Grundsätzlich eine positive Reaktion, denn der Organismus versucht auf diese Weise, den Heilungsprozess voranzutreiben. Allerdings ist die gereizte Muskel- oder Gelenkpartie in ihrer Funktion und Beweglichkeit stark eingeschränkt und verursacht Schmerzen. Eine überschießende Entzündungsreaktion kann sogar das Abheilen verzögern. Deshalb sollten Sie als Hundehalter solche Verletzungen ernst nehmen und immer behandeln.

Ruhen und kühlen

Im Fall der Fälle gilt: So schnell wie möglich ruhig stellen. Das bedeutet: Das Spiel oder den Spaziergang sofort beenden, um das verletzte Bein zu entlasten. Kleinere Hunde können Sie zum Auto oder in die Wohnung tragen. Als Erste-Hilfe-Maßnahme ist Kühlen angebracht, damit die Schwellung nicht allzu stark wird. Dazu eignet sich eine Kühlkompresse aus der Apotheke. Achten Sie darauf, diese nicht direkt auf die Haut zu platzieren, sondern in ein Baumwolltuch einzuwickeln. Wenn der Hund es zulässt, kann ein Verband für zusätzliche Kompression und Schonung sorgen. In den nächsten Tagen sollte das verletzte Bein nur so weit belastet werden wie nötig. Mini-Spaziergänge an der kurzen Leine dürfen sein, aber mehr nicht. Erst wenn Ihr Hund sich wieder wie gewohnt bewegt, darf er rennen und mit Artgenossen toben. Sobald Sie den Verdacht haben, dass Ihre Maßnahmen nicht helfen oder doch etwas Ernstes dahintersteckt, stellen Sie Ihren Hund einem Tierarzt vor.

Hilfe aus der Natur

Damit der Heilungsprozess optimal verläuft, können Sie bei einem leichten bis mittelschweren stumpfen Trauma pflanzliche Arzneimittel einsetzen. Bewährte Wirkstoffe regulieren das Entzündungsgeschehen und fördern so den Heilungsprozess.

Schon der Name empfiehlt Beinwell (Symphytum officinale) als geeignete Heilpflanze bei derartigen Verletzungen. Die Wurzel enthält Allantoin, eine Substanz, die die Neubildung von Zellen sowie die Wundheilung fördert. Außerdem wirken Gerbstoffe und weitere Inhaltsstoffe schmerzlindernd und entzündungshemmend.

Eine andere bekannte Heilpflanze, die sich auch bei tierischen Bewegungsproblemen bewährt hat, ist Arnika (Arnica montana). Die leuchtend gelben Blüten liefern Helenalin, einen natürlichen Entzündungshemmer. Auf diese Weise lindert Arnika Schmerzen und Schwellungen.

Die Ringelblume (Calendula officinalis) ist ebenfalls ein beliebter Vertreter der Naturapotheke, wenn es um die Wundheilung geht. Flavonoide und ätherische Öle aus ihren Blüten besitzen antientzündliche und antioxidative Eigenschaften.

Der Giftsumach (Rhus toxicodendron) gilt in der Homöopathie als klassisches Mittel bei akuten Beschwerden des Bewegungsapparates. Inhaltsstoffe aus den jungen Pflanzentrieben sollen Muskelschmerzen, Schäden an Bändern und Sehnen sowie Entzündungen lindern.

Zur Auswahl stehen Tropfen, Gels, Salben und Tabletten sowie homöopathische Mittel wie Globuli. In vielen Tierarzneimitteln sind mehrere Heilpflanzen kombiniert. Die Präparate auf naturheilkundlicher Basis gelten als sehr gut verträglich, nebenwirkungsarm und können gleichzeitig mit klassischen Medikamenten angewendet werden.

Kühlkompressen, Verbandmaterial und naturheilkundliche Arzneimittel für Hunde erhalten Sie in Ihrer Apotheke.

Quelle: S&D Verlag GmbH, Geldern

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