Die beste Hilfe bei Prostatabeschwerden

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Ins Zentrum der Aufmerksamkeit rückt die Prostata meist erst, wenn sie Probleme verursacht. Was ist eigentlich die Aufgabe dieses Organs – und warum wird es im Alter oft größer? Unser ABC liefert die wichtigsten Fakten und sagt, was Männern wirklich hilft.   

Anatomie: Die Prostata, auch Vorsteherdrüse genannt, liegt im männlichen Becken unterhalb der Harnblase und umschließt einen Teil der Harnröhre. Sie ist kastaniengroß, wiegt normalerweise 20 bis 25 Gramm und gehört zu den Fortpflanzungsorganen. Im höheren Lebensalter legt das kleine Organ bei vielen Männern an Größe zu. Die genauen Ursachen sind noch nicht abschließend geklärt. Fest steht jedoch, dass altersbedingte hormonelle Veränderungen und genetische Faktoren eine Rolle spielen. 

BPH: Diese Abkürzung steht für benigne Prostatahyperplasie. So bezeichnen Mediziner die gutartige Vergrößerung der Prostata. Sie ist zwar harmlos, kann aber sehr lästig werden. Denn die vergrößerte Drüse kann einen Teil der Harnröhre einengen und auf die Blasenmuskulatur drücken – und dadurch Probleme beim Wasserlassen verursachen. 

Harndrang: Häufiger Harndrang, nächtliche Toilettengänge und das ungute Gefühl, die Blase nicht vollständig entleeren zu können, gehören zu den typischen Symptomen einer BPH. Bei vielen betroffenen Männern beginnt das Wasserlassen verzögert, dauert länger als vorher und endet eventuell mit Nachtröpfeln von Urin. Der Harnstrahl ist nicht mehr so kräftig.  

Krebs: Mit gefährlichem Prostatakrebs hat eine gutartige Prostatavergrößerung zum Glück nichts zu tun, es handelt sich um zwei unterschiedliche Erkrankungen. Doch beide können Probleme und Schmerzen beim Wasserlassen verursachen – deshalb sollte man die Beschwerden von einem Arzt bzw. einer Ärztin abklären lassen. 

Medikamente: Bereitet eine gutartige Prostatavergrößerung ausgeprägte Beschwerden, kann der Arzt Medikamente verordnen. Zum Beispiel Alpha-Blocker, die die Muskulatur in der vergrößerten Prostata entspannen und so das Wasserlassen erleichtern. Das Größenwachstum der Drüse stoppen und sie im Laufe der Zeit wieder zum Schrumpfen bringen können verschreibungspflichtige 5-Alpha-Reduktasehemmer. 

Naturheilmittel: Sind die Probleme beim Wasserlassen lediglich leicht ausgeprägt, können verschiedene pflanzliche Arzneimittel helfen. Hierin wirken zum Beispiel Arzneikürbissamen, Sägepalmenfrüchte, Roggenpollen und Brennnesselwurzel. Auch eine homöopathische Behandlung ist möglich. Apothekerin und Apotheker helfen kompetent dabei, das individuell passende Präparat zu finden. 

Operative Verfahren: Die vergrößerte Prostata verursacht massive Probleme beim Wasserlassen und führt zu Komplikationen? Tabletten helfen nicht? Dann ist es möglich, die Drüse operativ zu verkleinern. Mit verschiedenen Techniken, etwa mit Hochfrequenzstrom oder Laserverfahren, kann das überschüssige Gewebe entfernt werden.  

Prostatasekret: Die Aufgabe der Vorsteherdrüse besteht darin, ein milchigtrübes, dünnflüssiges Sekret zu produzieren, das den Samenerguss verflüssigt und für die Beweglichkeit der Spermien sorgt. 

Urologe: Er ist der Facharzt für Erkrankungen der Harn- und Geschlechtsorgane – und für Männer mit Prostataproblemen der richtige Ansprechpartner. Um eine gutartige Prostatavergrößerung zu diagnostizieren, wird der Spezialist den Patienten zu seiner Krankengeschichte befragen und verschiedene Untersuchungen durchführen. Das ist auch wichtig, um andere Ursachen der Beschwerden auszuschließen. Steht die Diagnose fest, richtet sich die Behandlung nach dem individuellen Untersuchungsbefund, der Ausprägung der Symptome und orientiert sich auch am individuellen Leidensdruck des Patienten. 

Vorsorge: Auch Männer, die keine Beschwerden haben, sollten ihre Prostata ab dem 45. Lebensjahr einmal im Jahr untersuchen lassen. Die Früherkennungsuntersuchung, die für gesetzlich Krankenversicherte kostenlos ist, ermöglicht es, Prostatakrebs auszuschließen bzw. früh zu entdecken. Das ist wichtig, denn je eher Krebs erkannt wird, desto besser kann er behandelt und geheilt werden. 

Zystitis: So heißt eine Blasenentzündung im Medizinerdeutsch. Männer sind seltener davon betroffen als Frauen. Ist die Prostata jedoch so stark vergrößert, dass die Blase nicht vollständig entleert werden kann, steigt das Risiko. Der Grund: In der Blase verbleibender Restharn liefert Bakterien einen optimalen Nährboden. Typisch für eine Harnwegsinfektion sind Brennen und Schmerzen beim Wasserlasen, häufiger, ausgeprägter Harndrang, Schmerzen im Penis und/oder Blut im Urin. Bei Verdacht auf eine Zystitis sollten Männer immer zum Arzt gehen.

Quelle: www.ratgebergesund.de

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