Zahnarztangst von Müttern kann Mundgesundheit der Kinder beeinflussen

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Viele Patienten haben ein unangenehmes Gefühl vor dem Zahnarztbesuch. Ca. zehn Prozent der Bevölkerung hat sogar eine Zahnbehandlungsangst. Doch die Angst der Mutter kann sich anscheinend auch auf die Mundgesundheit der Kinder auswirken. Eine Studienarbeit der Zahnmedizinerin Dr. Uta Knoblauch im Rahmen eines Kooperationsprojektes der Klinik für Psychotherapie und Psychosomatik und der Poliklinik für Zahnerhaltung Bereich Kinderzahnheilkunde des Dresdner Universitätsklinikums kommt zu diesem Zusammenhang. Denn haben Mütter selbst Defizite in der Mundhygiene oder vermeiden Zahnarztbesuche, kann sich das ungünstig auf die Kleinkinder auswirken. 

Datenerhebung der Dresdner Studie

Für ihre Dissertation hat Frau Dr. Knoblauch Kinder im Alter von drei bis vier Jahren untersucht und die Mütter zu Symptomen verschiedener psychischer Erkrankungen befragt. Ebenfalls wurden sozioökonomische Faktoren wie Bildung, Berufsstand und Einkommen der Familien erfasst. Es wurde eine Gruppe von 60 Kindern mit frühkindlicher Karies mit 60 kariesfreien Kindern verglichen. 

Ergebnis der Auswertung

Die Auswertung der Daten ergab, dass die Mütter von Kindern mit frühkindlicher Karies selbst eine erhöhte Zahnbehandlungsangst hatten. Die Mütter hatten in ihrer Kindheit häufiger Missbrauch oder Vernachlässigung erlebt, rauchten und gehörten einem niedrigen Sozialstatus an. 

Die hohe Kariesneigung der Kinder resultiert nach der Studie aus einer nicht optimalen Mundhygiene und fehlender Vorsorge. Diese liegt in Ängsten und Informationsdefiziten der Mütter begründet. Das kann langfristige Folgen haben, denn die frühkindliche Karies führt oft zu einem hohen Kariesrisiko im bleibenden Gebiss. Zudem gibt es Anhaltspunkte dafür, dass sich die Angst der Mütter auf die Kinder übertrage. 

Mehr Prävention kann helfen

Dr. Knoblauch kommt zu dem Ergebnis, dass es wichtig ist, diese psychosozial belasteten Mütter frühzeitig zu erkennen und Präventionsprogrammen zuzuführen, damit die Mundgesundheit von Mutter und Kind verbessert werden kann. Denn dann können die Mütter lernen und ihren Kindern vorleben, dass der Besuch in der Zahnarztpraxis kein Anlass für Angst ist, sondern eine Routineangelegenheit, um das Gebiss gesund zu halten und schmerzhaften Behandlungen vorzubeugen. 

Wann erster Besuch beim Zahnarzt?

Fachleute empfehlen den ersten Besuch des Kindes beim Zahnarzt bereits, wenn die ersten Milchzähne durchbrechen. Das ist ca. mit einem halben Jahr der Fall. Je früher das Kind mit der Zahnarztpraxis vertraut gemacht wird, umso besser. 

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