Das hilft bei Verspannungen

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Millionen Menschen in Deutschland plagen sich mit Nackenschmerzen herum. Oft stecken verspannte Muskeln dahinter. Wir sagen, wie Sie vorbeugen und akute Beschwerden rasch wieder loswerden.

Unser Kopf ist ein ziemlich schwerer Brocken: Bei einem Erwachsenen bringt er rund sechs Kilo auf die Waage. Und dieses beachtliche Gewicht muss die Halswirbelsäule lebenslang stemmen. Von Natur aus ist sie dazu in der Lage – doch auf außergewöhnliche Belastungen und andauernde Fehlhaltungen reagiert die Muskulatur an der Halswirbelsäule empfindlich.

Fehlhaltung mit Folgen

Stundenlanges, starres Sitzen am PC, aber auch Aktivitäten, bei denen der Kopf stark nach hinten gelegt wird (z. B. Deckenstreichen oder Brustschwimmen) haben oft schmerzhafte Verspannungen der Nackenmuskulatur zur Folge. Auch eine ungünstige Schlafposition oder häufiges Handy-Daddeln mit nach vorn geneigtem Kopf können die Muskulatur überlasten.

Gleiches gilt für Stress und psychische Belastungen: Wer unter Druck steht, nimmt beinahe zwangsläufig eine verkrampfte Körperhaltung ein. Nackenschmerzen sind ein typisches Frühwarnzeichen, wenn uns der Alltag über den Kopf wächst.

Steif und unbeweglich 

Schätzungen zufolge hat bei uns jeder Dritte einmal im Jahr mit Nackenschmerzen zu tun. Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Verspannte Nackenmuskeln fühlen sich hart an, der Hals ist steif, der Kopf in seiner Beweglichkeit eingeschränkt. Beim Drehen oder Neigen kann es ziehen, bohrend oder dumpf schmerzen. Nicht selten strahlen Nackenverspannungen bis in die Schultern, Oberarme oder in den Hinterkopf aus. Spannungskopfschmerzen sind eine mögliche Folge.

Die Aufzählung zeigt: Auch, wenn Muskelverspannungen im Nacken meist kein Grund zu ernsthafter Sorge sind, machen sie den Alltag doch zur Qual. Verständlicherweise würden sich Betroffene jetzt gerne zurückziehen, um sich möglichst nicht mehr bewegen zu müssen. Doch „Ruhigstellen“ ist bei Muskelverspannungen die falsche Strategie. Vielmehr empfehlen Experten, in Bewegung zu bleiben.

Wohltuende Wärme

Erste Hilfe leisten Wärmeanwendungen. Wohltuend ist es beispielsweise, ein erwärmtes Kirschkernkissen in den Nacken zu legen. Praktisch sind spezielle Wärmeumschläge, -auflagen oder -pflaster aus der Apotheke. Auch ein warmes Entspannungsbad verspricht auf sanfte Weise Linderung. Ebenfalls für die Eigenbehandlung infrage kommen Schmerzsalben und -gele mit Ibuprofen, Diclofenac oder pflanzlichen Wirkstoffen.     

Bei stärkeren Schmerzen ist es auf jeden Fall besser, zum Arzt zu gehen. Der Mediziner kann vorübergehend Schmerzmittel oder sogenannte Muskelrelaxantien verordnen. So heißen verschreibungspflichtige Arzneimittel, die die verkrampfte Muskulatur entspannen.

Auch therapeutische Massagen und spezielle Dehn- und Kräftigungsübungen versprechen Linderung. Wer beim Physiotherapeuten entsprechende Übungen gelernt hat, kann das Nackentraining zu Hause dauerhaft fortsetzen, um den Muskeln Gutes zu tun.

Locker bleiben  

Um Nackenverspannungen künftig vorzubeugen, ist es sinnvoll, alltägliche Muskelfeinde aufzuspüren und wenn möglich zu meiden. Hilfreich ist es in jedem Fall, den Arbeitsplatz ergonomisch zu gestalten und lange Sitzphasen im Büro oder daheim immer wieder durch Bewegungspausen zu unterbrechen.

Wichtig ist zudem, Stressfallen im Job und im Privatleben ausfindig zu machen und Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Um Druck abzubauen, kann es hilfreich sein, eine Entspannungstechnik zu erlernen. Balsam für den beanspruchten Nacken ist zum Beispiel die Progressive Muskelentspannung nach Jacobson.

Auch ihr Bett sollten Verspannungsgeplagte inspizieren: Es lohnt sich, in ein gutes, auf die individuell bevorzugte Schlafposition abgestimmtes Kopfkissen und eine hochwertige Matratze zu investieren.

Nicht zuletzt ist ein bewegter Alltag ein wichtiger Schlüssel zu einem Leben ohne Muskelschmerzen. Leichte Ausdauersportarten wie Walking und Radfahren, Wirbelsäulengymnastik, Aquafitness, Tanzen, Rücken- und Kraulschwimmen gehören zu den Sportarten, von denen die Nackenmuskulatur profitiert.

Quelle: www.ratgebergesund.de

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