Sonnenschutz für zarte Kinderhaut

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Kinder sind durch die UV-Strahlen der Sonne besonders gefährdet. Konsequenter Schutz ist sehr wichtig! Wir sagen, worauf Eltern achten müssen.    

Kinderhaut ist anders: Nicht nur um ein Vielfaches dünner und empfindlicher als die der Erwachsenen, sondern auch stärker gefährdet, durch Sonnenstrahlung Schaden zu nehmen. Das liegt daran, dass die Eigenschutz-Mechanismen der Haut in den ersten Lebensjahren noch nicht vollständig ausgereift sind. Die Haut von Babys und jüngeren Kindern ist nur wenig pigmentiert und ihre Lichtschwiele — eine natürliche Verdickung der äußersten Hautschicht, die durch das Einwirken von UV-B-Strahlung entsteht — ist noch nicht entwickelt. Das ist der Grund, warum Babys im ersten Lebensjahr grundsätzlich gar nicht in die Sonne gehören und auch im Kleinkindalter äußerste Zurückhaltung im Umgang mit der Sonne ratsam ist. 

Vorsicht, Sonnenbrand! 

Studien haben gezeigt, dass Jugendliche, die in ihrer Kindheit häufig der Sonne ausgesetzt waren und Sonnenbrände erlitten, ein deutlich höheres Risiko haben, später an Hautkrebs zu erkranken. Experten machen die besondere Struktur der Kinderhaut dafür verantwortlich. „Die UV-empfindlichen Stammzellen liegen bei Kindern sehr viel dichter unter der Hautoberfläche als bei Erwachsenen und sind UV-Strahlen somit stärker ausgesetzt“, erklärt Professor Eckhard Breitbart, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention. 

Schatten ist gesünder 

Zum Glück können UV-Schäden und Sonnenbrände durch richtigen Sonnenschutz vermieden werden. Bei Kindern heißt die wichtigste Regel: Starke Sonnenbestrahlung vermeiden und besser im Schatten spielen! Geeignete Kleidung und Sonnenschutzmittel bieten zusätzlichen Schutz.  

Sonnengerechte Kleidung für den Nachwuchs besteht aus einem dicht gewebten T-Shirt, einer Kopfbedeckung mit Schirm und Nackenschutz und Schuhen, die den Fußrücken schützen. Eltern, die spezielle Sonnenschutzkleidung kaufen möchten, sollten auf die Kennzeichnung achten: UV-Protektion-Faktor UPF 30 oder Prüfsiegel „UV-Standard 801“. 

Immer gut eincremen

Alle unbekleideten Hautpartien sollten vor dem Aufenthalt im Freien dick und gleichmäßig mit einem Sonnenschutzmittel eingecremt werden. Auch das Nachcremen — vor allem nach jedem Baden — nicht vergessen! 

Gut geeignet sind wasserfeste Mittel mit hohem Lichtschutzfaktor. In der Apotheke gibt es hochwertige Sonnenschutzmittel für Baby- und Kinderhaut, die wirksam schützen, ohne die empfindliche Haut zu belasten. Die richtige Kombination aus chemischen und physikalischen Filtern kann dafür sorgen, dass für eine gute Schutzwirkung nur eine geringe Konzentration der einzelnen Filtersubstanzen notwendig ist. „Physikalische Filtersubstanzen wie Titandioxid und Zinkoxid sind gesundheitlich unbedenklich, da sie in den oberen Hautschichten verbleiben und nicht in den Organismus gelangen“, so die Deutsche Haut- und Allergiehilfe. „Auch alle chemischen Filter, die heute für Sonnenprodukte verwendet werden, sind sonnenstabil und bergen daher nur ein sehr geringes Risiko für Allergien.“

Tipp

Eine Sonnenbrille ist auch für Kin-der wichtig. Geeigneten UV-Schutz bieten Brillen mit der Kennzeichnung DIN E 836 mit dem Standard „UV-400“.

Quelle: www.ratgebergesund.de

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