Was macht man bei einer Kieferklemme? - Vom: 31.01.2018

Was macht man bei einer Kieferklemme?

Liegt eine Kieferklemme (Ankylostoma) vor, lässt sich der Kiefer nicht mehr bis zur maximalen Mundöffnung öffnen. Der Bewegungsumfang des Kiefergelenks ist deutlich eingeschränkt und die Essensaufnahme erschwert. Die Kieferklemme kann nur auf einer Seite oder beidseitig auftreten. Ist die Mundschließung behindert, spricht man hingegen von einer Kiefersperre.

Ursachen einer Kieferklemme

Die Ursachen für eine Kieferklemme können sehr verschieden sein. Oft liegen muskuläre Ursachen vor, wie z.B. Abszesse (umkapselte Eiteransammlungen) im Bereich der Muskulatur, die zu der eingeschränkten Beweglichkeit derselben führen. Lokale Entzündungen im Bereich der Kaumuskulatur, wie z.B. beim Durchbruch der Weisheitszähne, können ebenfalls eine Kieferklemme bedingen. Sie kann auch von den Gelenken ausgehen, wie es bei Bandscheibenverlagerungen im Kiefergelenk oder Knochenbrüchen im Gelenkköpfchen der Fall ist. Eine vorübergehende Kieferklemme kann durch eine Betäubungsspritze (Leitungsanästhesie) im Unterkiefer entstehen. Diese geht normalerweise von allein wieder zurück. Auch bei manchen Erkrankungen, wie z.B. Tetanus, Meningitis und epileptischen Anfällen, kann ein Muskelkrampf in Form einer Kieferklemme auftreten.

Diagnostik

Oft stellt der Zahnarzt die Diagnose Kieferklemme. Die Patienten sagen meist schon von sich aus, dass sich der Mund nicht mehr so weit öffnen lässt. Ihr Zahnarzt nimmt dann eine Untersuchung vor, um die Ursache zu finden. Zur Sicherung der Diagnose kann eine Leitungsanästhesie des Unterkiefers vorgenommen werden, bei der die Nervenbahnen, die zum Verkrampfen der Kaumuskulatur führen, ausgeschaltet werden. Es kann auch ein Röntgenbild zum Ausschluss einer Unterkieferfraktur erfolgen.

Therapie

Je nach Ursache der Kieferklemme kann sie entweder schnell behandelt werden oder aber es wird eine längerfristige Behandlung mit Physiotherapie nötig. Mit physiotherapeutischen Übungen wird die Kaumuskulatur gedehnt, um eine weitere Mundöffnung zu erreichen. In der Regel geht die Kieferklemme wieder vollständig zurück.

Ist ein Abszess die Ursache der Kieferklemme, kann dieser gespalten und der Eiter entleert werden. Nach dem Abheilen ist die Kieferklemme dann wieder behoben.

Beim erschwerten Weisheitszahndurchbruch geht die Kieferklemme nach Beendigung der Entzündung meist von selbst wieder zurück.

Liegt die Ursache in einer Erkrankung, muss diese behandelt werden. Dann bessert sich auch die Kieferklemme.

Die Kieferklemme lässt sich normalerweise nicht ohne ärztliche Hilfe lösen. Treten Beschwerden an den Zähnen oder am Zahnfleisch auf, hilft eine weitergehende Behandlung bei Ihrem Zahnarzt.

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