Kennen Sie das HWS-Syndrom?

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Die Nackenmuskeln sind verspannt, die Schultern schmerzen, jedes Kopfdrehen ist eine Qual: Hinter diesen Beschwerden könnte das Halswirbelsäulen-Syndrom stecken.

Typisch für das Halswirbelsäulen-Syndrom, kurz HWS- oder Zervikal-Syndrom, sind Schmerzen und Bewegungseinschränkungen, die von der Halswirbelsäule ausgehen. Viele Betroffene klagen über dumpfe Schmerzen im Nacken und im Schulterbereich, die bis in die Arme und Hände ausstrahlen und hier ein Kribbeln verursachen können, und über einen steifen Hals. Oft kommen weitere Symptome hinzu – etwa brettharte Muskeln, Kopfschmerzen, Sehstörungen, Ohrensausen und Schwindel.  

Viele Ursachen

Ganz unterschiedliche Ursachen können für die Pein im Nacken- und Schulterbereich verantwortlich sein. Häufige Schmerzauslöser sind degenerative Veränderungen der Wirbelkörper oder der Wirbelgelenke. Von derartigen Verschleißerscheinungen der Halswirbelsäule sind oft ältere Menschen betroffen.

Der steife, schmerzende Nacken kann auch durch Zugluft ausgelöst werden oder nach einem Auffahrunfall auftreten. Dann ist die Rede von einem Schleudertrauma. Weitere mögliche Ursachen sind unter anderem eine Blockierung der Wirbelgelenke, eine vorangegangene OP an der Wirbelsäule oder, wenn auch selten, ein Bandscheibenvorfall.  

Verspannte Muskeln

Ein sehr häufiger Auslöser ist schlichtweg eine verspannte Nackenmuskulatur. Dieses Volksleiden plagt Frauen und Männer, junge und alte Menschen. Häufig sind Fehlhaltungen und einseitige Belastungen dafür verantwortlich: Wir sitzen oft stundenlang in ungünstiger Haltung am Schreibtisch, schlafen auf einer ungeeigneten Matratze oder starren ständig mit nach vorn geneigtem Kopf aufs Smartphone.

Kommt die ausgleichende Bewegung zu kurz, reagieren die Muskeln über kurz oder lang mit Verspannungen und Schmerzen. Auch Stress und psychische Belastungen können Nackenproblemen Vorschub leisten.   

Wichtig ist es, nach den individuellen Schmerzursachen zu forschen. Nur der Arzt kann ein HWS-Syndrom zuverlässig diagnostizieren und von anderen Erkrankungen abgrenzen, die mit ähnlichen Beschwerden einhergehen. Erste Anlaufstelle bei steifem Nacken und Schulterschmerzen kann der Hausarzt sein; der Spezialist für die Wirbelsäule ist der Orthopäde.   

Akute Schmerzen lindern

Wie das HWS-Syndrom behandelt wird, hängt maßgeblich von den individuellen Ursachen ab. Gegen akute, heftigere Beschwerden kann der Arzt Medikamente verordnen, zum Beispiel Schmerzmittel mit Wirkstoffen wie Diclofenac oder Ibuprofen sowie muskelentspannende Medizin.

Auch Physiotherapie kann die Beschwerden lindern. Ziel der Krankengymnastik ist es, die Beweglichkeit der Halswirbelsäule wieder herzustellen und die schmerzhaft verspannte Muskulatur zu lockern. Auch Massagen kommen infrage.  

Heilsame Wärme

Wärmeanwendungen sind oft ein weiterer Therapie-Baustein. Durch Bäder, Rotlicht, Wärmekissen oder -kompressen entspannen sich die Muskeln im Nacken. Hat der Arzt Wärme empfohlen, bietet sich zum Beispiel eine Behandlung mit speziell für die Nackenregion konzipierten Wärmeauflagen aus der Apotheke an. Sie erzeugen mehrere Stunden lang eine wohltuenden Tiefenwärme. Körnerkissen und durchblutungsfördernde Wärmesalben sind ebenfalls in der Apotheke erhältlich. In der Beratung hilft das Apothekenteam, die individuell passende Wärmequelle zu finden.  

Sind Fehlhaltungen, einseitige Belastungen und ein bewegungsarmer Alltag für die Schmerzen verantwortlich, wird der Arzt vermutlich dazu raten, mit einem maßgeschneiderten Aktivprogramm gegenzusteuern. Gut für die Wirbelsäule sind moderate Sportarten wie Aquagymnastik, Rückenschwimmen, Radfahren, Yoga und Pilates.

Quelle: www.ratgebergesund.de