Aquafitness – Spaß im kühlen Nass

Allgemein Sportmedizin
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Tauchen Sie ab: Wassersport beflügelt die Sinne, stärkt den Körper und erfrischt den Geist.

Puh, ist das heiß. Wenn das Thermometer Rekordtemperaturen anzeigt und die Sehnsucht nach Abkühlung steigt, ist das Schwimmbecken der ideale Aufenthaltsort. Im kühlen Nass finden wir die ultimative Erfrischung und können unserem hitzegeplagten Körper auch sonst viel Gutes tun. Schwimmen gilt als perfektes Ausdauertraining – es bringt Herz und Kreislauf in Schwung, fördert die Durchblutung, beansprucht alle großen Muskelgruppen, stärkt das Immunsystem und formt die Figur. 

Schwerelos und unbeschwert 

Gleichzeitig entlastet die Auftriebskraft des Wassers den Bewegungsapparat – schont Wirbelsäule, Gelenke und Bänder. Im nassen Element herrscht beinahe Schwerelosigkeit; nur ein Siebtel unseres Körpergewichts lastet auf den Gelenken. Ein wesentlicher Grund, warum Aquasport auch ein hervorragendes Rehabilitationstraining ist. Nach einer Verletzung oder Operation kann es helfen, schneller wieder auf die Beine zu kommen. 

Im Becken regelmäßig Bahnen zu ziehen, tut auch der Psyche gut: Schwimmen hilft beim Stressabbau und setzt Glückshormone frei, sogenannte Endorphine. Wer mehrmals die Woche abtaucht, kann Studien zufolge sogar sein Risiko für Depressionen senken. 

Frage des Stils    

Das Fitnesstraining ist übrigens besonders effektiv, wenn zwischen verschiedenen Schwimmstilen variiert wird: Während klassisches Brustschwimmen insbesondere Brust-, Schulter-, Arm- und Beinmuskeln kräftigt, profitieren Rumpf- und Rückenmuskeln vom Rückenschwimmen. Ambi­tionierte und geübte Wasserratten halten sich gerne mit Kraulen fit. Gut so, denn bei diesem schnellen Schwimmstil ist der Energieverbrauch besonders hoch. Aber auch in gemütlicherem Tempo geht es den überflüssigen Pfunden Zug um Zug an den Kragen.  

Fit mit Aquagymnastik  

Wer sich im nassen Element pudelwohl fühlt, aber keine Lust aufs ewige Bahnenziehen hat, kann Ausdauer, Kraft und ­Koordination mit Aquafitness auf die Sprünge helfen. In vielen Schwimmbädern werden, so die Coronalage es zulässt, entsprechende Kurse angeboten – auch für Einsteiger, Menschen mit Vorerkrankungen und für Senioren gibt es passende Angebote. Trainiert wird oft mit Workout-Hilfsmitteln wie Wasserhanteln und Poolnudeln. 

Spaß daran, Neues auszuprobieren? Dann ist Aquacycling vielleicht das Richtige. Hier wird unter Wasser auf einem speziellen Fahrrad kräftig in die Pedale getreten. Das pusht die Kondition und bringt Speckpolster zum Schmelzen. Beim Aquajogging werden die Muckis durch Laufbewegungen im Wasser gestärkt. Geübte trainieren im tiefen Becken ohne Bodenkontakt; ein Rückengürtel aus Schaumstoff gibt Auftrieb und hilft, möglichst senkrecht im Wasser zu schweben. Um Reaktionsfähigkeit und Beweglichkeit geht es beim Aquaboxing; ein Plus an Fitness und jede Menge Spaß verspricht Aquadancing, sprich Tanzen im kühlen Nass. Tipp: Einsteiger tasten sich am besten langsam ans Aquatraining heran und starten mit Übungen im flachen Becken. Ein vorheriger Gesundheits-Check beim Hausarzt ist für ältere und vorerkrankte Wasserfans Pflicht. 

Quelle: S&D Verlag GmbH, Geldern

Bildnachweis: Janina Dierks