Blutdruckmessen leicht gemacht

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Ist mein Blutdruck im grünen Bereich? Regelmäßige Messungen geben Aufschluss. Voraussetzung: Sie überprüfen Ihre Werte richtig. Lesen Sie hier, worauf es ankommt.

20 bis 30 Millionen Menschen in Deutschland haben Schätzungen zufolge einen zu hohen Blutdruck – und viele von ihnen ahnen nichts davon. Denn Bluthochdruck, Mediziner sprechen von Hypertonie, tut nicht weh. Und genau das macht die Krankheit so gefährlich. Wird Bluthochdruck nicht entdeckt und behandelt, drohen Folgekrankheiten wie Herzinfarkt und Schlaganfall.

Regelmäßige Blutdruckmessungen helfen, einer Hypertonie frühzeitig auf die Spur zu kommen. Für Menschen, bei denen der Arzt bereits einen Bluthochdruck festgestellt hat, sind engmaschige Kontrollen ohnehin Pflicht. Aber auch alle anderen sollten ihre Werte kennen.

Womit messen?

Eine gute Investition in die eigene Gesundheit ist ein hochwertiges Blutdruckmessgerät für den Gebrauch daheim. Die klassische Methode, die oft auch von Ärzten empfohlen wird, ist die Messung am Oberarm. Vorteil: Die Manschette befindet sich bei der Blutdruckkontrolle meist automatisch auf der richtigen Höhe, nämlich auf der des Herzens, und der Blutdruck-Check birgt weniger Fehlerquellen. Sehr praktisch, insbesondere für unterwegs, und leicht anzulegen sind Blutdruckmessgeräte fürs Handgelenk. Auch sie liefern, eine richtige Handhabung vorausgesetzt, zuverlässige Werte.

Ob für den Oberarm oder fürs Handgelenk: Anwenderfreundliche Messgeräte mit hoher Genauigkeit sind in der Apotheke erhältlich. Eine gute Wahl sind zum Beispiel qualitätsgeprüfte Modelle mit dem Siegel der Deutschen Hochdruckliga. Das Apotheken-Team kann Ihnen beim Kauf gleich die wichtigsten Funktionen erläutern – und hilfreiche Tipps für die erfolgreiche Blutdruckkontrolle mit auf den Weg geben.  

Wie messen? 

Damit die zu Hause gemessenen Ergebnisse exakt und die Werte aussagekräftig sind, gibt es einiges zu beachten:

  • Messen Sie immer zur gleichen Zeit. Bluthochdruck-Patienten kontrollieren ihre Werte in der Regel vor der Tabletteneinnahme am Morgen, eventuell auch am Abend. Wann der ideale Zeitpunkt ist und wie häufig gemessen werden sollte, entscheidet der Arzt.     
  • Verzichten Sie vor dem Blutdruck-Check auf alles, was die Ergebnisse verfälschen könnte: Kaffee, schwarzer Tee und körperliche Anstrengung gehören dazu. Auch Stress und Aufregung können den Blutdruck kurzzeitig in die Höhe jagen.   
  • Messen Sie nicht mit voller Blase, das verfälscht die Werte. Nach dem Toilettengang ist der Blutdruck meist niedriger.
  • Setzen Sie sich fünf Minuten ruhig und entspannt hin, ehe Sie den Blutdruck – ebenfalls im Sitzen – messen.   
  • Messen Sie immer am selben Arm, denn die Werte am linken und am rechten Arm können voneinander abweichen. Oft raten Ärzte, den Arm mit dem höheren Blutdruck zu nehmen.  
  • Achten Sie darauf, dass sich der Messpunkt am Arm auf Herzhöhe befindet.   
  • Schlagen Sie die Beine während der Messung nicht übereinander, sprechen Sie nicht und bewegen Sie den Messarm nicht.  
  • Messen Sie in kurzem Abstand zweimal hintereinander. Beim zweiten Check-up fällt der Wert meist niedriger aus.
  • Notieren Sie die ermittelten Werte, beispielsweise in Ihrem Blutdruckpass.

Warum messen?

Neben Messungen in den eigenen vier Wänden sind auch regelmäßige Blutdruckkontrollen beim Arzt wichtig, insbesondere für Menschen mit Hypertonie. Viele Patienten sind jedoch erstaunt, wenn die in der Praxis ermittelten Werte deutlich höher sind als die zu Hause gemessenen. Woran das liegt? Oft sind Nervosität und Stress dafür verantwortlich, dass der Blutdruck beim Arztbesuch in die Höhe schnellt. Deshalb wird dieses Phänomen auch als „Weißkittel-Hypertonie“ oder „Weißkittel-Effekt“ bezeichnet. Frauen neigen häufiger dazu als Männer, ältere Menschen öfter als junge. Es gibt aber auch einen umgekehrten Effekt: Manch einer fühlt sich beim Arzt so sicher und ist deshalb so entspannt, dass sein Blutdruck in der Praxis niedriger ist als daheim.

Ergeben Messungen beim Arzt und zu Hause auffällige Unterschiede, kann eine 24-Stunden-Blutdruckkontrolle für Klarheit sorgen. Bei diesem Langzeit-Check trägt der Patient 24 Stunden lang ein kleines Messgerät, das den Blutdruck in festen Abständen automatisch überprüft. Die erfassten Werte werden im Gerät festgehalten, so dass der Arzt sie später auswerten kann.

Welche Werte sind normal?  

                                               systolisch (1. Wert)   diastolisch (2.)

optimaler Blutdruck            unter 120 mmHg        unter 80 mmHg

normaler Blutdruck             120 – 129 mmHg       80 – 84 mmHg

hochnormaler Blutdruck    130 – 139 mmHg       85 – 89 mmHg

Bluthochdruck                      ab 140 mmHg             ab 90 mmHg 

Quelle: www.ratgebergesund.de

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