Endlich zufrieden leben!

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Zufriedene Menschen sind beneidenswert. Sie haben, was sie brauchen, und sind mit sich im Einklang. Wie gut, dass man Zufriedenheit trainieren kann.

Zufrieden sein – mit sich selbst, mit der momentanen Situation, mit dem Leben insgesamt. Wohl jeder von uns wünscht sich das. Kein Wunder, denn Zufriedenheit fühlt sich gut und harmonisch an. Typisch dafür sind eine positive Grundstimmung und subjektives Wohlbehagen. Wer zufrieden ist, verspürt keinen Mangel, hat was er braucht. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Allein dieser Umstand macht deutlich: Zufriedenheit hat kaum etwas mit materiellem Wohlstand zu tun. Weder der Lottogewinn ist ein Garant dafür, noch der schicke Sportwagen oder der beachtliche Sprung auf der Karriereleiter. Die Genugtuung, auf der Gewinnerseite des Lebens zu stehen, kann uns zwar kurzzeitige Glücksgefühle bescheren. Für die Lebenszufriedenheit spielt materieller Reichtum jedoch maximal eine Nebenrolle. Höher, schneller, weiter – mitunter kann die Jagd nach dem Erfolg der Zufriedenheit sogar im Wege stehen: Wer stets nach mehr Luxus, Geld und Anerkennung strebt, hat kaum die Chance, dauerhaft inneres Wohlbefinden zu erreichen.

Wie zufrieden bin ich mit meinem Leben? Wer es wissen möchte, muss seinen Kopf ein wenig anstrengen. Denn Zufriedenheit hat eine kognitive Komponente, ist sozusagen das Ergebnis eines Ist-Soll-Vergleichs. Auf der Haben-Seite steht das Leben, so wie es ist. Auf der Soll-Seite jenes, das wir gerne hätten. Je geringer die Abweichung der beiden Seiten voneinander ist, umso zufriedener sind wir. Wie wir unser Leben betrachten und Erreichtes bzw. Versäumtes beurteilen, hängt einerseits von unseren Genen und unserer Persönlichkeit ab. Zum anderen von unseren Erfahrungen und Entscheidungen. Wie wir es schaffen, Zufriedenheit zu finden und zu behalten? Sicher auch, indem wir (wieder) lernen, dankbar zu sein, uns selbst und die Annehmlichkeiten unseres Alltags wertzuschätzen. Gesundheit kann erheblich zu unserer Zufriedenheit beitragen, aber auch soziale Kontakte.

Neid ist hingegen einer ihrer ärgsten Feinde. Missgünstig auf den großen Garten des Nachbarn oder die tolle Figur der besten Freundin zu blicken, macht beinahe zwangsläufig unzufrieden mit dem Ist-Zustand. Eine wohlwollende Betrachtung der eigenen, gemütlichen Zweizimmerwohnung oder die Freude darüber, eine große Familie und gute Freunde zu haben, lässt hingegen Glücksgefühle aufkommen.

Glück und Zufriedenheit kommen und gehen im Leben zwar oft gemeinsam, sind aber nicht dasselbe. Glück ist eine Momentaufnahme: Die Hochzeit der Tochter, der Spaziergang durch den bunten Herbstwald oder der große Lottogewinn – alles das kann uns euphorisch stimmen, ein Feuerwerk der Emotionen entfachen. Im Nu fluten Glückshormone wie Serotonin und Endorphine den Körper, wir sind glückselig. Ein fantastischer Zustand, der auf Dauer allerdings nicht auszuhalten wäre.Im Gegensatz zum rauschhaften Glücksgefühl ist die Zufriedenheit zwar weniger spektakulär, dafür aber beständiger: Wir können sie dauerhaft empfinden – weil das Leben gut ist, wie es ist. Weil die Freude über das, was wir besitzen, größer ist als die Klage darüber, was wir nicht haben.  

Quelle: S&D Verlag GmbH, Geldern

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