Gesundheit/Herzschwäche -Mehr Kraft für den Lebensmotor

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Bis zu vier Millionen Menschen in Deutschland leben mit schwachem Herzen. Eine maßgeschneiderte Therapie und gesunde Gewohnheiten verbessern ihre Lebensqualität.

Atemnot, eine verminderte Belastbarkeit und Wassereinlagerungen, die vor allem die Unterschenkel und Knöchel anschwellen lassen, sind die charakteristischen Symptome einer Herzschwäche. Typisch dafür: Der Herzmuskel pumpt zu wenig Blut in den Körper. Dadurch werden Organe, Gewebe und Zellen nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt.

Herzinsuffizienz nennen Mediziner die Erkrankung, die meist die Folge anderer Herzprobleme ist. In Deutschland gehen pro Jahr über 460.000 Krankenhaus-Aufenthalte auf ihr Konto, und mehr als 40.000 Menschen sterben daran. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Herzschwäche ist weder eine Bagatelle noch eine normale Alterserscheinung, sondern ein sehr ernstes Leiden, das konsequent behandelt werden muss.

Bei Luftnot zum Arzt

Wer bemerkt, dass er beim Treppensteigen oder Wandern schneller aus der Puste kommt als bisher oder insgesamt rascher ermüdet, sollte unbedingt zum Arzt gehen. Auch Flüssigkeitseinlagerungen bzw. Ödeme sind mögliche Warnsignale. Sie machen sich z.B. dadurch bemerkbar, dass sich die Sockenränder auf einmal sehr lange am Unterschenkel abzeichnen.

Bei Verdacht auf eine Herzschwäche kann der Hausarzt der erste Ansprechpartner sein; der Facharzt für Herzkrankheiten ist der Kardiologe. Eine Herzinsuffizienz erfordert eine konsequente, dauerhafte Therapie. Nur so kann ihr Fortschreiten aufgehalten und die Lebensqualität erhalten bleiben. Zugrundeliegende Probleme, etwa Bluthochdruck oder defekte Herzklappen, müssen behandelt werden.

Einen Eisenmangel beheben

Unter anderem ist es auch wichtig, die Eisenwerte standardmäßig zu überprüfen. Der Grund: Eisenmangel gilt heute als eine Begleiterkrankung der Herzinsuffizienz – etwa 40 Prozent der Menschen mit chronischer Herzschwäche haben zu wenig Eisen im Blut. Eisenmangel führt zu Müdigkeit und Leistungsabfall und kann so die Lebensqualität des ohnehin geschwächten Herzpatienten noch weiter verschlechtern.

Ist die Diagnose Herzschwäche gesichert, verschreibt der Mediziner oft mehrere Präparate, die der Patient konsequent und dauerhaft einnehmen muss. Nach Rücksprache mit dem Arzt und dem Apotheker können Betroffene – zusätzlich zur verordneten Medizin – einen Therapieversuch mit einem hochdosierten pflanzlichen Weißdorn-Präparat starten, um Beschwerden wie Erschöpfung zu lindern.

Immer aktiv bleiben

Allein bei der Einnahme von Arzneimitteln sollte es aber kein Herzpatient bewenden lassen. Denn gesunde Lebensgewohnheiten können den Behandlungserfolg erheblich steigern. Der Verzicht aufs Rauchen und auf Alkohol sollte selbstverständlich sein. Und auch zu viel Stress gilt es zu vermeiden bzw. durch Phasen der Entspannung immer wieder für Ausgleich zu sorgen.

Zudem bringt regelmäßige Bewegung, zum Beispiel in einer Herzsportgruppe, das Herz sanft in Schwung. Wichtig ist es jedoch, gemeinsam mit dem Arzt ein individuell passendes, moderates Aktivprogramm zu erarbeiten, um das schwache Herz nicht zu überlasten.

Die 4 Stadien der Herzschwäche 

Je nach Schweregrad wird eine Herzinsuffizienz nach den Richtlinien der New York Heart Association (NYHA) in vier Stadien eingeteilt.

  • In NYHA-Stadium 1 verursachenalltägliche körperliche Belastungen noch keine Beschwerden. 
  • In NYHA-Stadium 2 machtsich eine leichte Einschränkung der körperlichen Leistungsfähigkeit bemerkbar. Bei stärkerer körperlicher Belastung (z. B. beim Treppensteigen, Tragen schwerer Lasten) kommt es zu Luftnot und Erschöpfung.  
  • In NYHA-Stadium 3 kommt es bereits bei normalen Tätigkeiten zu einer stärkeren Einschränkung der körperlichen Leistungsfähigkeit und zu Luftnot.  
  • In NYHA-Stadium 4,derschwersten Form der Herzschwäche, treten die Beschwerden schon in Ruhe auf.

Quelle: www.ratgebergesund.de

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