Hausapotheke – Sonnenschutz für Medizin

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Auch Medikamente mögen es an heißen Sommertagen lieber kühl.

Die Temperaturen steigen? Ab in den Schatten! Auch Getränke und Lebensmittel bekommen selbstverständlich ein kühles Plätzchen. Dass es Arzneimitteln ebenfalls zu warm werden kann, gerät allerdings schnell aus dem Blick. »Nicht über 25 Grad lagern«, so steht es auf vielen Verpackungen von Tabletten, Salben und Tropfen. Die meisten Präparate fühlen sich bei einer Raumtemperatur zwischen 15 und 25 Grad Celsius am wohlsten. Denn Medikamente sind empfindlich und können bei zu warmer oder feuchter Umgebung Schaden nehmen. Wie die optimale Aufbewahrung jeweils aussieht, verrät die Packungsbeilage.

Nicht ins Bad

Ein Medizinschränkchen im Badezimmer ist keine gute Idee. Der Raum ist meist recht klein und wird gut geheizt. Zudem herrscht dort, wo geduscht und gebadet wird, oft eine hohe Luftfeuchtigkeit. Insbesondere trockene Arzneimittel ziehen die Feuchtigkeit regelrecht an. Die Verpackungen von Medikamenten bieten unter solchen Bedingungen auf Dauer nicht immer ausreichend Schutz. Übrigens: Auch im Auto kann es bei sommerlichen Temperaturen sehr warm werden – kein geeigneter Aufbewahrungsort für Medizin. Optimal ist ein lichtdichtes Schränkchen in einem kühlen, trockenen Raum.

Verdächtiges

Wenn Arzneimittel nicht mehr so aussehen oder riechen wie üblich, ist das ein deutlicher Hinweis für Einbußen hinsichtlich Qualität und Wirksamkeit. Bei ungünstigen Lagerbedingungen können Tabletten Risse oder Verfärbungen aufweisen. Flüssige Präparate neigen bei hohen Temperaturen dazu, auszuflocken oder einzutrüben. Sind Salben flüssiger als gewohnt oder verströmen einen andersartigen Geruch, ist auch das ein Grund zur Skepsis. Ob ein Präparat noch einsetzbar ist, kann im Einzelfall der Apotheker beantworten. Wie lange ein Mittel generell nach Anbruch verwendet werden darf, auch darüber gibt die Packungsbeilage Aufschluss. Tipp: Auf der Packung das Öffnungsdatum notieren.

Richtig entsorgen

Im Zweifelsfall gehören auffällige Medikamente in den Müll. Genauer gesagt: in den Restmüll. Keinesfalls dürfen Kapseln, Tinkturen und Co. den Weg in den Abfluss oder die Toilette nehmen. Dann würden die Wirkstoffe ins Grundwasser gelangen und eine große Belastung für Natur und Umwelt bedeuten. Die Entsorgung über den Hausmüll hingegen führt Altmedikamente der Verbrennung zu und vermeidet Berührungspunkte mit der Umwelt. Lediglich wenige Ausnahmen wie Krebsmedikamente müssen über spezielle Schadstoffsammelstellen entsorgt werden.

Sonderfall Kühlschrank

Ist also der Kühlschrank der perfekte Ort für Arzneimittel? Nein, denn auch Kälte kann die Wirkung beeinträchtigen. Dorthin gehören nur Mittel, für die eine solche Lagerung ausdrücklich empfohlen wird, etwa Insulin, Asthmaspray und manche Augentropfen.

Quelle: S&D Verlag GmbH, Geldern

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