Keine Angst vor Kortison!

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Eine Kortison-Therapie kann Patienten verunsichern und Fragen aufwerfen. Ein Beratungsgespräch in der Apotheke sorgt dann für Klarheit und hilft, Ängste zu zerstreuen.  

Keine Angst vor Kortison!

 

Viele Patienten, die eine Kortison-Behandlung brauchen, haben Bedenken. Denn die Furcht vor Nebenwirkungen ist groß. Dabei ist Kortison sicherer und besser als sein Ruf.

 

Bei vielen Erkrankungen verordnet der Arzt Medikamente aus der Gruppe der Glukokortikoide, vielen besser als Kortison bekannt. Kortison basiert auf Kortisol, einem lebenswichtigen Hormon, das der Körper selbst in der Nebenniere herstellt. Es wirkt unter anderem Entzündungen entgegen, hat aber auch Einfluss auf Kreislauf, Stoffwechsel, Blut und Augen. Aufgrund dieser Effekte ist es vielseitig in der Arzneimittel-Therapie anwendbar.

 

Oft unverzichtbar

Als Medikament wirkt Kortison bei einigen akuten Krankheitsbildern lebensrettend – zum Beispiel bei schweren Asthmaanfällen oder allergischen Schockzuständen. Glukokortikoide können Entzündungen hemmen, überschießende Immunreaktionen verhindern und eine beschleunigte Zellteilung verlangsamen. Deshalb sind diese Arzneistoffe unter anderem bei chronisch-entzündlichen Erkrankungen und Autoimmunkrankheiten unverzichtbar.

 

Zu den Einsatzgebieten von Kortison gehören die folgenden:

  • Asthma: Als Spray wirkt Kortison hier direkt am Ort der Entzündung, nämlich in den Bronchien. Es hemmt die Entzündung und erleichtert die Atmung.
  • Heuschnupfen: Auch hier ist eine lokale Anwendung von Vorteil. Als Spray oder in Form von Tropfen wird der Wirkstoff direkt auf die Nasenschleimhaut, in die Augen oder die Bronchien gebracht.
  • Hautkrankheiten: Neurodermitis, Schuppenflechte, Allergien, Ausschläge oder Ekzeme können mit Salben, Cremes, Gelen und Sprays gut behandelt werden.
  • Rheuma: Bei dieser Krankheit lindern Kortikoide die typischen Gelenkentzündungen und damit die Schmerzen. Zudem verlangsamen sie den Krankheitsverlauf. Die Therapie wird mit Tabletten oder Spritzen durchgeführt.

 

Nebenwirkungen vermeiden  

Trotz seiner positiven Eigenschaften stößt Kortison bei vielen Patienten auf Ablehnung und schürt dubiose Ängste, vor allem was Nebenwirkungen betrifft. Das liegt daran, dass Kortison früher, als die Therapie noch neu war, schlichtweg zu hoch dosiert wurde. Heute, rund 60 Jahre später, kennt man viele Kortikoide, die verschiedene Wirkstärken haben und auch sehr differenziert eingesetzt werden. Damit kann man nun bei hervorragender Wirkung die Schwere und Häufigkeit der Nebenwirkungen minimieren.

 

Tipps für die Therapie 

  • Kortison-Präparate sollten, wenn vom Arzt nicht anders verordnet, frühmorgens eingenommen werden.
  • Eine Kortison-Behandlung möglichst nie abrupt beenden, sondern langsam ausschleichen.
  • Wer unter Nebenwirkungen leidet, darf die Therapie auf keinen Fall auf eigene Faust abbrechen. Besprechen Sie mögliche Nebenwirkungen bitte immer mit dem Arzt und Apotheker.