Ruhe im Bauch

Allgemein Naturheilkunde
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Wenn es im Magen drückt und im Darm zwickt, helfen die ältesten und bekanntesten Arzneipflanzen der Welt.

Kamille

Kamillenblüten sind kleine Wunderhelfer bei allen erdenklichen Magenproblemen. Ihre Inhaltsstoffe, vorwiegend Bisabolol und Flavonoide, lindern Bauchkrämpfe und befreien von Übelkeit. Die enthaltenen Schleimstoffe beruhigen die gereizte Magenschleimhaut und hemmen Entzündungen. In Arzneitees mit Kamillenblüten sind die meisten Pflanzenstoffe gelöst, zum Teil aber nur die wertvollen ätherischen Öle. Daher der Tipp: Den Tee mit einigen Tropfen Kamillen-Tinktur anreichern, so kann sich die Heilkraft der Kamille im Magen und im Darm besonders gut entfalten.

Ein bewährtes Heilmittel ist die sogenannte Kamillen-Rollkur: Morgens auf nüchternen Magen mindestens eine Tasse starken Kamillenblütentee zügig trinken (besser sind zwei Tassen), ins Bett legen und zuerst auf die linke Körperseite rollen, dann auf die rechte. So wird die gesamte Magenschleimhaut mit den Wirkstoffen aus der Kamille benetzt und Reizbeschwerden werden gelindert. Sogar bei Magenschleimhautentzündungen als Begleittherapie wirksam. Fragen Sie Ihren Arzt.

Melisse

Melissenblätter haben Bitterstoffe, die die Magen- und Gallensaftproduktion anregen, die Verdauung fördern und auf diese Weise von Bauchkrämpfen befreien. Die vielen ätherischen Öle in der Melisse beruhigen einen nervösen Magen, wenn auf Ärger und Stress Völlegefühl und Unwohlsein folgen. Bei Schlafstörungen, bedingt durch einen Reizmagen, bringen Tropfen und Tinkturen mit Melisse die ersehnte Ruhe in die Körpermitte und auch in den Kopf.

Pfefferminze

Pfefferminzblätter enthalten ätherische Öle, die krampflösend bei Magen- und Darmbeschwerden wirken. Menthol ist der Hauptinhaltsstoff, der die Schmerzrezeptoren in der Magenschleimhaut hemmt und die Darmmuskulatur entspannt. Pfefferminzöl hat sogar in der aktualisierten Leitlinie zum Reizdarmsyndrom eine 1A-Empfehlung bekommen, weil es nachweislich Symp-
tome wie Bauchschmerzen und Blähungen lindert und die sensible Darmschleimhaut stärken soll. Für Patienten mit Reizdarm gibt es hochkonzentriertes Pfefferminzöl in Kapselform. Bei gelegentlichen Verdauungsproblemen haben sich Tinkturen und Tropfen mit Pfefferminze und anderen entkrampfenden Heilpflanzen bewährt. Eine „kleine“ Magenverstimmung ist mit einem Arznei-Pfefferminztee aus der Apotheke meist schnell vergessen.

Quelle: S&D Verlag GmbH, Geldern

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