Das hilft gegen Husten

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Husten kann ein Symptom vieler Krankheiten sein – im Winter tritt er oft im Rahmen einer Erkältung auf. Ein an sich harmloser, aber dennoch quälender Erkältungshusten lässt sich mit der richtigen Medizin gut selbst behandeln.

Wenn es im Hals kratzt, die Stimme rau wird und sich kurz darauf ein quälender Hustenreiz einstellt, fragen sich viele Menschen: Habe ich mir nur eine Erkältung eingefangen oder steckt vielleicht doch etwas anderes dahinter? Die Verunsicherung ist berechtigt, denn schließlich ist Husten bei rund 300 Krankheiten mit von der Partie und eines der Hauptsymptome verschiedener Atemwegsprobleme: Asthma, chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD), Grippe, Corona-Infektion … die Liste der möglichen Hustenursachen ist lang. Ein Arztbesuch ist wichtig, um COVID-19 und andere ernsthafte Krankheiten auszuschließen. 

Die gute Nachricht: Akuten Erkältungshusten, der typischerweise nicht länger als zwei Wochen anhält, können Betroffene oft in Eigenregie behandeln. Eine aktuelle Behandlungsleitlinie der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin, kurz DGP, gibt Entscheidungshilfen. Hierin empfehlen die Hustenexperten den Einsatz von Wirkstoffen mit in klinischen Studien nachgewiesener Wirkung. Das Apotheken-Team kann hierzu kompetent beraten.  

Nur erkältet oder ernsthaft krank? 

Auch bei einer akuten Erkältung gilt: Husten ist nicht gleich Husten. Manchmal kratzt es im Hals, es rasselt, ist trocken. Und dann hat man auf einmal das Gefühl, die Atemwege seien völlig verschleimt. Ständiges Abhusten, das ziemlich schmerzhaft sein kann, ist die Folge. 

„In der Regel leiden die Patienten bei einem akuten Erkältungshusten in der Frühphase unter Reizhusten, zwischendurch, etwa nach sieben bis acht Tagen, folgt eine Phase des produktiven Hustens, während im Rahmen des Abklingens wieder ein trockener Reizhusten auftreten kann“, erläutert PD Dr. Kai-Michael Beeh, Pneumologe, Internist und ärztlicher Leiter des Insaf Instituts für Atemwegsforschung in Wiesbaden. „Bis sich die Empfindlichkeit der Hustenrezeptoren – also der Stellen, die durch den Husten gereizt werden – wieder normalisiert hat, kann es bis zu zwei Wochen dauern.“

Husten stillen oder lösen? 

Der zu Beginn einer Erkältung quälende Hustenreiz ist nicht nur unangenehm, sondern kann auch zu einer Verletzung der empfindlichen Schleimhäute in den Atemwegen führen. Diese werden noch mehr gereizt – ein Teufelskreis beginnt. Um trockenen Reizhusten zu unterdrücken, leisten hustendämpfende Arzneistoffe wie Dextromethorphan und Pentoxyverin gute Dienste. Auch die Natur kennt wirksame Hustenstiller, etwa Eibisch, Spitzwegerich und Malve. Diese Heilpflanzen sind reich an Schleimstoffen, die sich wie eine Schutzschicht auf die gereizten Atemwege legen und dafür sorgen, dass der Hustenreiz nachlässt. 

Wird der Husten im weiteren Erkältungsverlauf produktiv, sind nach aktueller Leitlinienempfehlung Hustenlöser gefragt. Etwa der Wirkstoffklassiker Ambroxol, der den Hustenschleim verflüssigt und gleichzeitig unser körpereigenes Reinigungssystem aktiviert, so dass der Schleim mitsamt Erregen hinausbefördert werden kann. Wer auf grüne Medizin vertraut, kann den Husten mit Thymian-, Efeu- und Primel-Präparaten behandeln. Diese Heilpflanzen enthalten Inhaltsstoffe, die zähes Hustensekret verflüssigen können.  

Husten rund um die Uhr?

Nicht selten treten beide Hustenarten kombiniert auf. Oft leiden Erkältungsgeplagte nachts unter quälendem Reizhusten, der ihnen den Schlaf raubt und ihre Genesung beeinträchtigen kann. „Für eine ganzheitliche Therapie des Hustens empfehlen wir in der aktuellen Leitlinie erstmals eine zeitversetzte Kombination aus Schleimlösern für den Tag und Hustenstillern in der Nacht“, so Dr. Beeh. „In der Praxis sehen wir, dass diese Kombination dazu führen kann, dass zum einen die Erkältungsbeschwerden schneller abheilen und sich dadurch zum anderen auch der nächtliche Husten auf natürliche Weise schneller bessert.“ 

„Die Übergänge zwischen trockenem und verschleimtem Erkältungshusten sind fließend.“   – PD Dr. Kai-Michael Beeh

Quelle: www.ratgebergesund.de

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