Die beste Hilfe bei Kopfschmerzen

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Pulsierend oder hämmernd? Gut zu ertragen oder kaum auszuhalten? In einer Kopfhälfte oder beidseitig? Jeder Kopfschmerz ist anders. Oft kann die Pein mit rezeptfreien Schmerzmitteln gelindert werden, mitunter ist aber auch ein Besuch bei der Ärztin bzw. dem Arzt ratsam.

Kopfschmerzen kennen die meisten Menschen aus leidvoller Erfahrung und wissen allzu gut, wie quälend ein heftiger Brummschädel sein kann. Wenn es unter der Schädeldecke unentwegt klopft, zieht oder pulsiert, ist an normale Alltagsaktivitäten nicht mehr zu denken. Und manch ein Schmerz ist so heftig, dass nur noch der Rückzug ins Bett bleibt. 

Was wir allgemein als „Kopfschmerzen“ bezeichnen, ist für Mediziner ein vielgestaltiges Krankheitsbild. Sie unterscheiden zunächst zwischen primären und sekundären Kopfschmerzen. Letztgenannte sind Folge oder Begleitsymptom einer anderen gesundheitlichen Beeinträchtigung. Wird die zugrundeliegende Erkrankung erfolgreich behandelt, verschwindet auch der Kopfschmerz in aller Regel wieder. 

Anders bei primären Kopfschmerzen, die Millionen Menschen in Deutschland gelegentlich oder sogar regelmäßig plagen. Ihnen liegt keine erkennbare Ursache zugrunde, sie gelten als eigenständige Erkrankung. Die häufigsten primären Kopfschmerzarten sind Spannungskopfschmerzen und Migräne. Weitaus seltener ist der Clusterkopfschmerz.  

Spannungskopfschmerzen werden oft als drückend, dumpf oder ziehend wahrgenommen. Meist machen sie sich in beiden Kopfhälften bemerkbar. Viele Betroffene verspüren einen heftigen Druck – so, als hätten sie einen zu engen Hut auf. Der Schmerz, der stunden- aber auch tagelang anhalten kann, ist meist leicht bis mittelstark ausgeprägt. Stress, Angst, Schlafmangel, langes Sitzen vor dem Computermonitor – vieles kann den Schmerz auslösen. 

Erste Hilfe:

Leichte Bewegung, etwa ein Spaziergang an der frischen Luft, tut gut und kann die Schmerzen häufig vertreiben. Bewährt hat es sich auch, ein paar Tropfen Pfefferminzöl (Apotheke) auf Schläfen und Stirn zu geben. Bei stärkeren Beschwerden sind rezeptfreie Schmerzmittel effektive Helfer. Für die Selbstbehandlung kommen Mittel mit Wirksoffen wie Paracetamol, Acetylsalicylsäure und Ibuprofen infrage, auch in Kombination mit Koffein. 

Wichtig zu wissen:

Ohne ärztlichen Rat dürfen Schmerztabletten maximal drei Tage hintereinander und nicht öfter als zehnmal im Monat eingenommen werden. Welcher Wirkstoff im Einzelfall geeignet ist, kann der Apotheker beurteilen. Wer häufiger von Spannungskopfschmerzen geplagt wird, sollte zur Ärztin bzw. zum Arzt gehen, um nach den Ursachen zu forschen. 

Migräne trifft die Patienten oft wie ein Hammerschlag und zwingt sie zum Rückzug in ein ruhiges, dunkles Zimmer. Typisch für das Leiden, das Frauen übrigens häufiger zu schaffen macht als Männern, sind heftige, pulsierende oder hämmernde Schmerzen, die oft in einer Kopfhälfte lokalisiert sind. Unbehandelt kann eine Migräneattacke bis zu 72 Stunden dauern. Bei vielen Betroffenen werden die Schmerzen von Übelkeit, Erbrechen, Geräusch-, Licht- oder Geruchsempfindlichkeit begleitet. Bewegung macht alles nur noch schlimmer. 

Erste Hilfe:

Für die Akutbehandlung eignen sich Triptane. Diese speziellen Schmerzmittel verordnet der Arzt, einige Präparate sind allerdings auch ohne Rezept in der Apotheke erhältlich. Triptane dürfen nur eingenommen werden, wenn die Diagnose „Migräne“ gesichert ist. Manchen Migränepatienten helfen auch klassische Schmerztabletten, wenn sie rechtzeitig – also möglichst gleich zu Beginn der Attacke – und in ausreichend hoher Dosierung eingenommen werden. Ruhe und ein kalter Waschlappen auf der Stirn können den Kopf zusätzlich besänftigen. 

Wichtig zu wissen:

Regelmäßig moderaten Ausdauersport treiben, Entspannungsübungen machen, Akupunktur ausprobieren… es gibt einige Möglichkeiten, Migräneattacken vorzubeugen bzw. ihre Anzahl zu reduzieren. Patienten, die häufig von Migräne geplagt werden, kann der Arzt auch Medikamente verordnen, die vorbeugend eingenommen werden. 

Clusterkopfschmerzen sind die stärksten primären Kopfschmerzen. Betroffene berichten über schier unerträgliche brennende oder bohrende Beschwerden, die jeweils zwischen 15 Minuten und drei Stunden anhalten können. Clusterkopfschmerzen treten in Episoden, die einige Wochen dauern, gehäuft auf. In diesem Zeitraum kommt es oft täglich zu den gefürchteten Schmerzattacken, die nur in einer Kopfseite, meist im Bereich des Auges, lokalisiert sind. Häufige Begleitsymptome sind unter anderem eine verstopfte Nase und ein tränendes Auge auf der Schmerzseite. 

Erste Hilfe:

Für die Akutbehandlung hilft es einem Großteil der Patienten, reinen Sauerstoff über eine Atemmaske einzuatmen. Auch verschreibungspflichtige Triptane sind bei Clusterkopfschmerzen oft wirksam. Schneller als Tabletten wirken Nasensprays oder Injektionen unter die Haut.  

Gut zu wissen:

Die Behandlung von Clusterkopfschmerzen gehört grundsätzlich in die Hände eines erfahrenen Arztes, der auch Medikamente zur Vorbeugung verordnen kann. 

Werden die Kopfschmerzen von Symptomen wie Sinusschmerzen, Hörverlust oder Schwindel begleitet, sollten Sie einen HNO-Arzt aufsuchen.

Auch beherdete Zähne können Kopfschmerzen oder Migräne auslösen. Ein Gang zum Zahnarzt ist zur Abklärung ratsam.  

Quelle: www.ratgebergesund.de

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