Erkältung? Bekämpfen wir natürlich!

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Die Nase läuft, der Hals ist rau, der Husten nervt:
Ein grippaler Infekt ist harmlos, aber lästig. Was tun?
Die Symptome mit sanfter Naturmedizin vertreiben!

In Pandemiezeiten versetzt uns jeder Infekt in Sorge: Sind Husten, Fieber und Co. womöglich Covid-19-Symptome? Zum Glück lässt sich das durch einen Test heute rasch ausschließen. Und steht fest, dass es sich wirklich „nur“ um eine unangenehme, aber ungefährliche Erkältung handelt, holen wir uns potente und gut verträgliche Hilfe – Heilpflanzen.

Nase voll von Schnupfen

Bewährte Unterstützung liefert etwa Eukalyptus. Die Blätter des in Australien beheimateten Baums enthalten ätherisches Öl mit der Substanz Cineol, die fest sitzenden Schleim nicht nur in den Bronchien, sondern auch in den Nasennebenhöhlen lösen kann. Zudem wirkt das Öl krampflösend und fördert den Abtransport des Sekrets. Es ist zum Inhalieren geeignet, Sie können es aber auch in Bonbonform lutschen oder eine Erkältungscreme mit Eukalyptusöl zur Einreibung nutzen. 

Bei einer Rhinitis, wie Fachleute den Schnupfen nennen, ist auch der antientzündliche Allrounder Kamille empfehlenswert. Ein Sud des heute in ganz Europa heimischen Korbblütlers versorgt mit Flüssigkeit und beruhigt die gereizten Schleimhäute. Dazu 1 TL getrocknete Blüten mit 150 ml kochendem Wasser übergießen und abgedeckt 10 Minuten ziehen lassen. Atmen Sie vor jedem Schluck den heißen Dampf des Tees ein; das wirkt wie eine Mini-Inhalation! 

Blüten und Beeren des Schwarzen Holunders sollten Sie bei einer Nasennebenhöhlenentzündung ebenfalls griffbereit halten. Erstere punkten, etwa als Aufguss, mit ätherischem Öl und Flavonoiden. Das Getränk gilt als schweißtreibend und soll dabei helfen, den Infekt „auszuschwitzen“. Der Saft der Beeren enthält reichlich Anthocyane: Die Pflanzenfarbstoffe können Erkältungs- und sogar Grippeviren in Schach halten. Die rohen Beeren enthalten jedoch ein Gift, daher besser trinkfertige Säfte aus der Apotheke wählen.

Dem Husten husten wir was

Er ist in fast jeder Küche zu finden, hat allerdings auch einen Platz in der Hausapotheke verdient: Gerade bei Husten profitieren wir von Thymian, denn er entspannt die Bronchialmuskulatur und kann Bakterien und Pilzen den Garaus machen. Zudem wirkt er schleimlösend und unterstützt, beispielsweise als Zusatz für ein Erkältungsbad, das Abhusten. Einfach zwei Tassen Thymiantee abgeseiht ins heiße Wasser geben.

Auch Efeu ist bei Reizhusten eine wahre Wohltat. Die enthaltenen Saponine regen die Bronchialschleimhaut zur Produktion dünnflüssigeren Schleims an und helfen so, das zähe Sekret wieder loszuwerden. Dazu sollten Sie auf standardisierte Arzneimittel mit Efeublätter-Extrakt aus der Apotheke setzen: Die Pflanze ist giftig und kann bei Kontakt allergische Reaktionen hervorrufen.

Die südafrikanische Kapland-Pelargonie kam mit ihren schleimlösenden, antibakteriellen und antiviralen Eigenschaften früher sogar gegen Tuberkulose zur Anwendung und wird bis heute zur Behandlung von Bronchitis, nicht eitrigen Mandel- und Nasennebenhöhlenentzündungen eingesetzt. Auch das Storchschnabelgewächs sollte als Fertigpräparat, etwa als Kapseln, Dragees, Tabletten oder Tropfen, eingenommen werden. 

Dicker Hals? Muss nicht sein!

Der Rachen ist wund? Dann rasch ein Salbeiblatt kauen! Die seit Jahrtausenden bewährte Heilpflanze trägt ihre Wirkung sogar im Namen: Salvia, die offizielle Bezeichnung, ist vom lateinischen Wort „salvare“ für heilen abgeleitet. Die ätherischen Öle des Gewürzkrauts bekämpfen krankmachende Keime, wirken zusammenziehend, desinfizierend und entzündungshemmend. Natürlich können Sie stattdessen auch Salbeibonbons lutschen oder mit Salbeiblättertee aus der Apotheke gurgeln.

Bei Heiserkeit und Halsweh kommt zudem Isländisch Moos zum Einsatz. Es enthält neben seinen antibiotischen und allgemein stärkenden Eigenschaften auch schleimbildende Zuckerstoffe, die sich wie eine Schutzschicht auf die gereizte Schleimhaut legen. Etwa in Form von Lutschpastillen und -tabletten oder Heiltee. Zwar wächst die nordische Flechte auch hierzulande in einigen Gebieten, doch als gefährdete Art steht sie unter Schutz. Zudem können frei wachsende Flechten noch immer durch den Reaktorunfall in Tschernobyl radioaktiv belastet sein – daher bitte nicht selbst sammeln.

Auch das Malvengewächs Eibisch enthält jede Menge Schleimstoffe, die nicht nur hustenstillend, sondern zudem im Hals- und Rachenbereich reizlindernd wirken. Dazu zum Beispiel einen Kaltansatz aus getrockneten, zerkleinerten Blättern und Wurzeln zubereiten. Von ersteren 1 EL, von letzteren 1–2 TL mit 180 ml kaltem Wasser übergießen, 2 Stunden ziehen lassen, den Mix kurz erhitzen, abkühlen lassen und abseihen. Eibisch-Saft und -Sirup sind ebenfalls wirkungsvoll. Diabetiker*innen sollten aber den Zuckergehalt der Wurzel beachten.

Quelle: S&D Verlag GmbH, Geldern

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