Kleiner Fasten-Knigge

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Wenn der Frühling naht, entscheiden sich viele Menschen fürs Fasten. Was bringt der Verzicht auf feste Nahrung für die Gesundheit? Und worauf kommt es dabei an?

Kein Wein, keine Schokolade, kein Steak: In der Fastenzeit zwischen Aschermittwoch und Ostern üben sich viele Menschen in Verzicht. Jeder zweite Deutsche findet es sinnvoll, über mehrere Wochen ohne bestimmte Genussmittel oder Konsumgüter auszukommen, hat eine Umfrage im Auftrag der DAK ergeben. Beim Fasten würden 67 Prozent der Befragten demnach am ehesten auf Alkohol verzichten. Es folgen Süßigkeiten (60 Prozent), Fleisch (41 Prozent) und Rauchen (35 Prozent). 

Hartgesottene Fastenfans gehen jedoch deutlich weiter: Sie verzichten eine Zeit lang vollständig auf feste Nahrung – um das Wohlbefinden zu steigern, um den Körper von innen zu „reinigen“ oder um überflüssige Pfunde loszuwerden. Fasten, so seine Anhänger, belebt Körper und Geist und sorgt für gute Laune. 

Wirklich gesund?  

Ob Fastenkuren unter gesundheitlichen Aspekten sinnvoll sind oder nicht, darüber herrscht in Expertenkreisen Uneinigkeit. „Zur langfristigen Gewichtsreduktion ist Fasten der falsche Ansatz“, sagt Dr. Johanna Hoffmann, Ärztin im AOK-Bundesverband und warnt. „Wer übertreibt, kann seine Gesundheit sogar gefährden.“ Fest steht andererseits jedoch auch, dass ein kurzfristiger Verzicht auf feste Kost für gesunde Erwachsene durchaus ein geeigneter Auftakt in ein bewussteres, gesünderes – und damit auch schlankeres – Leben sein kann. 

Bevor es losgeht, sollten Fastenwillige auf jeden Fall mit ihrem Hausarzt Rücksprache halten. Denn für viele Menschen – beispielsweise für Kinder, Schwangere und chronisch Kranke – sind Fastenkuren grundsätzlich tabu. Gibt der Mediziner grünes Licht, steht der Enthaltsamkeit auf Zeit nichts mehr im Wege. 

Welche Kur?  

Ob Buchinger-Fasten mit Gemüsebrühe und Säften, F. X. Mayr-Kur mit Milch und Semmeln, ob Suppen-, Molke- oder Basenfasten – wichtig ist es, die Fastenvariante auszuwählen, die Ihnen persönlich am besten zusagt. Oft beginnt die eigentliche Fastenperiode mit Entlastungstagen, an denen nur noch bestimmte Lebensmittel erlaubt sind. 

Unabhängig von der gewählten Fastenkur gibt es einige grundlegende Dinge zu beachten: 

  • Legen Sie Fastentage am besten in die Zeit Ihres Urlaubs.
  • Familie und Freunde sollten Bescheid wissen, damit sie zum Durchhalten ermutigen können und auf mögliche Stimmungsschwankungen vorbereitet sind.  
  • Wer fastet, muss sehr viel trinken. Neben Mineralwasser, Säften und/oder Gemüsebrühe sind auch Kräutertees aus der Apotheke gute Durstlöscher. Hier gibt es auch Teemischungen aus basischen Pflanzen sowie spezielle Fastentees. 
  • Am ersten Fastentag steht üblicherweise eine Darmentleerung auf dem Programm. Bei manchen Kuren ist auch regelmäßiges Abführen angezeigt. Gut dafür geeignet sind Magnesiumsalze wie Bittersalz (Apotheke), die auf sanfte Weise die Ausscheidung anregen.  
  • Vor allem am ersten Fastentag sollten Sie zu Hause bleiben, da der Körper viel Ruhe braucht, um sich auf den Verzicht einzustellen. Sauna und heiße Bäder sind tabu, weil sie den Kreislauf zu stark belasten würden. 
  • Wird das Fasten nach einigen Tagen beendet, sollten Sie behutsam zu normaler Kost zurückkehren. Als erste feste Mahlzeit am Aufbautag eignen sich beispielsweise ein Apfel, eine Kartoffelsuppe, Apfelkompott, eine Gemüsesuppe und Naturjoghurt.  

Wer fastet, muss viel trinken.

Quelle: www.ratgebergesund.de

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