Schluss mit dem Krampf!

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Sie kommen ohne Vorwarnung und schlagen ein wie der Blitz: Wadenkrämpfe schmerzen höllisch. Gezieltes Dehnen lindert die Pein im Akutfall. Was Sie sonst noch vorbeugend und zur Behandlung tun können. 

Sonnenschein und milde Temperaturen: Viele Menschen nutzen das herrliche Maiwetter, um sich draußen zu bewegen, endlich wieder durch den Park zu joggen, die Wanderschuhe zu schnüren oder im Garten zu arbeiten. Das ist prima, denn regelmäßige körperliche Aktivität hält fit und gesund. 

Wer sich am Tag jedoch zu viel zugemutet und seine Muskeln übermäßig gefordert hat, bekommt die Quittung dafür oft mitten in der Nacht: Plötzlich macht sich ein reißender Schmerz im Unterschenkel bemerkbar, der sich womöglich bis in den Fuß fortsetzt und auch die Zehen in Mitleidenschaft zieht. Der Krampf lässt uns aus dem Schlaf hochschrecken – mit der Nachtruhe ist es erst einmal vorbei. 

Kurz, aber schmerzhaft 

Ausgelöst wird ein solcher Wadenkrampf durch einen unbeabsichtigten Nervenreiz, den das Nervensystem an die Muskulatur sendet. In der Folge ziehen sich die Muskeln zunächst teilweise, dann schlagartig und mit hoher Intensität zusammen. Dabei entsteht ein intensiver Schmerz, der manchmal nur wenige Sekunden, mitunter aber auch minutenlang andauert. 

Ist die Pein erst da, tun die meisten Menschen intuitiv das Richtige: Sie dehnen die Wadenmuskulatur – zum Beispiel, indem sie die Zehen mit den Händen umfassen und die Fußspitze in Richtung Schienbein ziehen. Alternativ kann das schmerzende Bein nach hinten gestellt und die Ferse fest auf den Boden gedrückt werden. Für Entspannung und Linderung können auch eine sanfte Wadenmassage oder eine warme Dusche sorgen.  

Nach den Ursachen forschen

Ein allzu anstrengendes Körpertraining ist ein häufiger Grund für nächtliche Wadenkrämpfe. Vor allem Menschen, die beim Sport heftig schwitzen und zu wenig trinken, müssen damit rechnen. Auch andere körperliche Belastungen, etwa einseitige Haltungen, ungewohnt schweres Arbeiten oder eine ungünstige Schlafposition können die Beschwerden hervorrufen. Doch nicht immer sind die Ursachen so harmlos: Mitunter liefern Wadenkrämpfe auch Hinweise auf ernsthafte gesundheitliche Störungen, etwa auf Hormon- und Stoffwechselerkrankungen. Treten die Beschwerden in den Unterschenkeln beim Gehen auf, können sie Frühwarnzeichen gefährlicher Durchblutungsstörungen in den Beinen sein. Anhaltende oder wiederkehrende Krämpfe unklarer Ursache sollten deshalb immer Anlass für einen Arztbesuch sein. 

Sind ernsthafte Ursachen ausgeschlossen, können Betroffene selbst einiges tun, um den Wadenschmerzen die Rote Karte zu zeigen. Vorbeugend raten Experten dazu, die Unterschenkelmuskulatur regelmäßig passiv zu dehnen. Eine gute Übung: Den Körper im Stand vorbeugen, die Fersen bleiben am Boden. 

Mineralstoffe im Blick   

Wichtig ist es zudem, viel zu trinken und den Körper gut mit Magnesium zu versorgen. Zu wenig von diesem lebenswichtigen Mineralstoff kann Wadenkrämpfen Vorschub leisten. Magnesium steckt in vielen Lebensmitteln, unter anderem in Getreide, Nüssen, Hülsenfrüchten, grünem Gemüse und einigen Mineralwässern. Zusätzlich kann es insbesondere für sportlich aktive Menschen sinnvoll sein, ein hochwertiges Magnesium-Präparat einzunehmen. Neben Klassikern wie Tabletten und Kapseln gibt es in der Apotheke auch praktische Direktgranulate, die ohne Flüssigkeit eingenommen werden können. Am besten lassen Sie sich in Sachen Magnesium-Versorgung in Ihrer Apotheke vor Ort beraten. 

Quelle: www.ratgebergesund.de

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