Kleine Spezialisten - Vom: 15.09.2017

Kleine Spezialisten

Hamster stellen im Krankheitsfall andere Ansprüche an ihre Versorgung als Hunde oder Katzen.

von Karsten Kulms

Die wichtigste Voraussetzung für ein langes, gesundes Hamsterleben ist die tägliche Gesundheitsvorsorge. Dabei sollten Hamsterhalter ein scharfes Auge auf das Gewicht ihres Schützlings werfen. Gewichtsschwankungen von bis zu fünf Gramm über oder unter dem Normalgewicht können tagesformabhängig sein. Vor allem ein rascher, anhaltender Gewichtsverlust ist jedoch ein sicheres Zeichen, dass das Tier mit einem ernsten Gesundheitsproblem zu kämpfen hat. Weitere wichtige Merkmale, ob es dem kleinen Hausgesellen gut geht, finden sich in seinem Verhalten: Sucht das Tier emsig nach Futter, und nimmt auch Frischfutter und kleine Leckerlies gerne an, ist alles in Ordnung. Auch sollte es abends zur gewohnten Zeit sein Schlafhäuschen verlassen und dabei ein munteres, aktives Interesse an seiner Umgebung zeigen.

Auf jeden Fall zum Tierarzt

Zeigt sich, dass mit dem Hamster etwas nicht stimmt, ist auf jeden Fall ein Gang zum Tierarzt anzuraten. Lieber einmal zu viel, als einmal zu wenig. Denn Symptome wie Durchfall, Erbrechen, Schmerzen und ein apathisches Verhalten sind immer ein Zeichen für eine ernste Erkrankung. Dabei sollte der Tierarztbesuch gut vorbereitet sein. Statten Sie eine Transportbox aus stabilem Kunststoff mit einer sauberen Einstreu, Heu und ein klein wenig Futter aus. Etwas Streu aus dem Gehege hilft mit seinen gewohnten Gerüchen, das Tier auf dem Transport etwas zu beruhigen. Achten Sie auch darauf, dass die Fahrt in die Tierarztpraxis möglichst kurz ist. Ein Transport bedeutet immer Stress für das Tier, und lange Anreisezeiten können den Zustand des kleinen Patienten noch zusätzlich verschlimmern. Ist es draußen schon empfindlich kühl, hilft eine Wärmflasche unter dem Transportkorb, dass der Hamster während der Fahrt keine wertvolle Körpertemperatur verliert und sich idealerweise sogar ein klein wenig entspannen kann.

Ruhe bitte!

Wieder zuhause, ist es ganz wichtig, dass der kleine Patient vor allem viel Ruhe zur Genesung bekommt. Das gilt für den Käfigstandort ebenso wie für das eigene Verhalten. Übertriebene Fürsorge mit ständigen „Krankenbesuchen“ ist ebenso stressig für das Tier wie ein unruhiges Umfeld in dem Zimmer, in dem der Käfig steht.

Da in der Tierarztpraxis immer nur die Erstversorgung des vierbeinigen Patienten stattfindet, bleibt die weitere Versorgung des Tieres dem Tierhalter überlassen. Dabei kann die regelmäßige Gabe der verordneten Medikamente zu einer echten Herausforderung werden. Je nach Konsistenz und Verabreichungsform kann es hilfreich sein, diese unter einen Klecks Marmelade zu mischen oder mit ein paar Tropfen Saft zu versüßen. Auf keinen Fall dürfen Medikamente jedoch einfach in das Trinkwasser gegeben werden, weil dann die Gefahr besteht, dass das Tier das Wasser verweigert, und es neben allem Ungemach auch noch zu einer gefährlichen Austrocknung des kleinen Körpers kommt.

Unbedingt nachfragen!

Da sich längst nicht jeder Wirkstoff mit leckeren „Eingabehilfen“ wie Marmelade oder Fruchtsäften verträgt, sollten Sie sich im Zweifelsfall von Ihrem Apotheker Rat einholen. Und auch die Frage, ob eine Tablette zur besseren Eingabe mit dem Futter als Pulver zerrieben werden kann, kann in Ihrer Apotheke schnell geklärt werden.

Quelle: S&D Verlag GmbH, Geldern

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