Heuschnupfen: Das rät der Apotheker - Vom: 31.03.2018

Heuschnupfen: Das rät der Apotheker

Hatschi! Nicht enden wollende Niesattacken, wässriger Fließschnupfen und tränende Augen sind typisch für eine Pollenallergie. Die Beschwerden sind quälend, aber zum Glück gut behandelbar.

Frühling liegt in der Luft, die Natur erwacht zu neuem Leben. Die meisten Menschen sehnen das Ende des Winters herbei und freuen sich auf vergnügliche Aktivitäten im Freien. Für die rund zwölf Millionen Pollenallergiker im Land allerdings brechen jetzt unangenehme Zeiten an. Denn für sie beginnt wieder die beschwerdereiche Jahreszeit – mit laufender oder völlig verstopfter Nase, mit tränenden, juckenden Augen und Niesreiz, oft begleitet von Abgeschlagenheit und einem allgemeinen Krankheitsgefühl. Wenn sich die Blütenpollen von Bäumen, Gräsern, Sträuchern und Kräutern auf den Weg durch die Luft machen, bleiben Allergiker von diesen lästigen Symptomen nicht verschont. Aufgrund einer Fehlsteuerung des Immunsystems werden die zwar körperfremden, aber eigentlich völlig harmlosen Pollen als gefährlich eingestuft – und der Körper startet eine Abwehrreaktion.

Allergische Beschwerden beeinträchtigen den Alltag und vermiesen manch einem Heuschnupfen-Geplagten die warmen Frühlingstage. Doch die gute Nachricht lautet: Niemand muss Fließschnupfen, Augentränen und Co. wochen- oder gar monatelang „tapfer“ ertragen. Denn in der Apotheke gibt es eine Reihe sehr wirksamer Medikamente, die die Symptome zuverlässig lindern. Bevor Sie dem Heuschnupfen allerdings mit rezeptfreien Präparaten behandeln, sollte die Diagnose „Pollenallergie“ ärztlich abgesichert sein.

Antihistaminika: Rasch wirksam

Sind die allergischen Beschwerden bereits in vollem Gange, helfen sogenannte Antihistaminika zuverlässig und schnell. Die bewährten Arzneimittel sind für die lokale Therapie als Nasensprays und Augentropfen erhältlich, z. B. mit den Wirkstoffen Azelastin und Levocabastin. Das Gute: Die Wirkung setzt sehr rasch ein und hält mehrere Stunden an. Antihistaminika gibt es zudem als Tabletten zum Einnehmen. Eine gute Wahl sind Präparate der zweiten Generation mit Wirkstoffen wie Cetirizin und Loratadin, die im Gegensatz zu ihren Vorgängern kaum müde machen. Auch antiallergische Tabletten zeigen rasche Wirkung. Wichtig ist eine Beratung durch den Apotheker, um zu klären, ob die Wirkstoffe für Sie geeignet sind.

Etwas anders als Antihistaminika arbeiten Nasensprays und Augentropfen mit dem Mastzellstabilisator Cromoglicinsäure: Diese Mittel wirken nicht sofort und müssen regelmäßig mehrmals täglich angewendet werden. Am besten beginnen Sie mit der Behandlung schon einige Wochen, bevor „Ihre“ allergieauslösenden Pollen fliegen. Der Vorteil von Mastzellstabilisatoren ist ihre gute Verträglichkeit.

Kortison-Nasensprays: Besonders effektiv

Eine weitere Behandlungsoption sind Kortison-haltige Nasensprays. Kortisonsprays mit den Wirkstoffen Beclometason, Mometason und Fluticason sind mittlerweile rezeptfrei in der Apotheke erhältlich, dürfen aber nur angewendet werden, wenn die Diagnose „Heuschnupfen“ vom Arzt gestellt wurde. Gut zu wissen: Als Nasenspray angewendet hat Kortison kaum unerwünschte Nebenwirkungen, so dass diese Arzneimittel nicht nur als effektiv, sondern auch als sicher und insgesamt gut verträglich gelten. Der Apotheker kann Sie beraten und die Wirkweise erklären. Wichtig zu wissen ist, dass Kortison-Nasensprays nicht sofort, sondern meist erst nach einigen Tagen ihre volle Wirkung entfalten.

Auch für Heuschnupfen-Geplagte, die auf alternativmedizinische Heilverfahren vertrauen, gibt es in der Apotheke die passende Medizin. Bewährt haben sich beispielsweise homöopathische Komplexmittel. Auch die Kombination der Schüßler-Salze Nr. 2 (Calcium phosphoricum), Nr. 8 (Natrium chloratum) und Nr. 24 (Arsenum jodatum) wird in der Naturheilkunde empfohlen. Ergänzend können salzhaltige Nasenspülungen hilfreich sein.

Etagenwechsel vorbeugen

Wichtig zu wissen: Antiallergische Medikamente sind gut geeignet, um mit weniger Beschwerden durch die Heuschnupfen-Saison zu kommen. Aber eine konsequente Behandlung der Pollenallergie hat noch einen weiteren Nutzen: Sie kann dazu beitragen, dem sogenannten Etagenwechsel vorzubeugen. Dabei verlagern sich die allergischen Symptome von Augen und Nase auf die tiefer gelegenen Bronchien und führen zu allergischem Asthma.

Wer die allergischen Symptome nicht nur bekämpfen, sondern die Pollenallergie ursächlich behandeln möchte, kann beim Arzt eine spezifische Immuntherapie durchführen lassen. Diese Behandlung erstreckt sich meist über mehrere Jahre und kommt zum Beispiel bei Gräserpollen-Allergien erfolgreich zum Einsatz. Auf jeden Fall ist es ratsam, sich von einem auf Allergien spezialisieren Arzt beraten zu lassen.

7 Tipps für Pollenallergiker

  1. Informieren Sie sich, wann welche Pollen fliegen und wie stark die Pollenkonzentration in der Luft ist. Tagesaktuelle Pollenwarnungen gibt der Deutsche Wetterdienst heraus.
  2. Verzichten Sie bei hoher Pollenbelastung aufs Lüften und schlafen Sie besser bei geschlossenem Fenster.
  3. Lüften Sie richtig: In der Stadt morgens zwischen 6 und 8 Uhr, auf dem Land abends zwischen 19 und 24 Uhr. Dann ist die Pollenkonzentration am geringsten.
  4. Waschen Sie abends die Haare, um Pollen gründlich auszuspülen.
  5. Ziehen Sie im Freien getragene Kleidung nicht im Schlafzimmer aus.
  6. Tägliches Staubsaugen entfernt Pollen von Teppichen und Möbeln. Gut geeignet sind z. B. Staubsauger mit Sprühdrucksystem.
  7. Fahren Sie am besten dann in den Urlaub, wenn die Pollenbelastung zu Hause am höchsten ist. Gute Ferienziele sind pollenarme Regionen, etwa im Gebirge oder am Meer.

Quelle: www.ratgebergesund.de

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