Das Diätprogramm für Samtpfoten - Vom: 18.08.2017

Das Diätprogramm für Samtpfoten

Fettleibigkeit wird auch in der Katzenhaltung zunehmend zu einem ernstzunehmenden Haltungsfaktor. So vielfältig die Ursachen, so komplex ist die Behandlung eines samtpfotigen „Moppelchens“.

von Karsten Kulms

Ein paar Pfunde zu viel auf den Rippen sind keine harmlose Eigenart. Eine zu Fettleibigkeit (Adipositas) neigende Katze sollte unbedingt unter tierärztliche Kontrolle gestellt werden. Denn die Folgen einer übermäßigen Körperfülle wie Trägheit oder Bewegungsunlust sind nicht unbedingt nur das Ergebnis einer zu großzügigen Fütterung, die die Lebensqualität einer Samtpfote beeinträchtigen. Dahinter kann sich auch eine ernstzunehmende Unterfunktion der Schilddrüse verbergen, die dazu führt, dass bestimmte für den Stoffwechsel unverzichtbare Hormone nur in unzureichender Menge gebildet werden. Katzen, die antriebslos wirken und trotz strenger Diät zunehmen, sollten unbedingt einem Tierarzt vorgestellt werden. Denn eine Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose) rührt häufig daher, dass sich durch eine Autoimmunreaktion des Körpers das Schilddrüsengewebe immer weiter abbaut.

Herabgesetztes Allgemeinbefinden

Weitere Merkmale einer gestörten Hormonproduktion sind eine verringerte Herzfrequenz, ein gesteigertes Bedürfnis nach Wärme, ein glanzloses, stumpfes Fell, eine trockene und stellenweise auch schuppige Haut, kahle Stellen im Fell und die Bildung von Schwellungen, sogenannten Ödemen. Da die Ausprägung der entsprechenden Symptome jedoch sehr unterschiedlich und individuell ist, kann nur eine labordiagnostische Blutuntersuchung ein eindeutiges Ergebnis liefern. Eine Hypothyreose ist zwar nicht heilbar, der Gesamtzustand des Tieres kann aber medikamentös durch die lebenslange Gabe von Tabletten mit L-Thyroxin sehr gut gebessert werden. Besprechen Sie mit Ihrem Tierarzt auch, ob Sie die Behandlung der Schilddrüse mit homöopathischen Arzneimitteln aus der Apotheke unterstützen können. Ein ganz typisches homöopathisches Arzneimittel, das bei Symptomen einer Schilddrüsenunterfunktion zum Einsatz kommt, ist etwa das Mittel „Graphites“ (Reißblei). Je nach Symptomenlage können aber auch die Mittel Stibium sulfuratum nigrum (Schwarzer Spießglanz)oder Fucus vesiculosus (Blasentang) bei der Behandlung begleitend sehr hilfreich sein. Fragen Sie deshalb bei der Auswahl der Mittel am besten auch Ihren Apotheker um Rat.

Bitte recht sportlich

Auch wenn die Blutuntersuchung ergibt, dass eine Unterfunktion der Schilddrüse als Grund für das Übergewicht der Katze ausscheidet, sollten betroffene Halter dafür sorgen, dass aus ihrer behäbigen Samtpfote ein sportlicher Stubentiger wird. Das funktioniert am Besten, wenn neben einem vom Tierarzt erstellten Diät-Futterplan viel Bewegung in den Katzenalltag kommt. Und da in jeder noch so friedlichen Katze auch immer ein Raubtier wohnt, sind Jagdspiele, bei denen das Tier einem Gegenstand hinterherjagen muss, sehr gut geeignet, überflüssige Fettpolster nach und nach dahinschmelzen zu lassen. Regelmäßiges Wiegen des vierbeinigen Diätpatienten beim Tierarzt sorgt dann dafür, den Überblick über den Fortgang der Diät im Blick zu behalten.

Die Menge macht‘s

Damit der Vierbeiner seine Pfunde verlieren kann, ist es sehr wichtig, seine Katze wirklich nur bedarfsgerecht zu füttern. Verwenden Sie hierzu ein hochwertiges Futter mit allen lebensnotwendigen Inhaltsstoffen, aber füttern Sie davon nur Portionsweise, und nicht „auf Vorrat. Denn wer darauf vertraut, dass sich ein hungriger Stubentiger sein Futter bei übermäßiger Gabe schon selber nach Bedarf einteilen wird, liegt damit völlig falsch, und gefährdet zudem den Erfolg der Diätbemühungen.

Behalten Sie die Nerven

Leidvoll geprüfte Katzenhalter wissen, dass eine Katze auf Diät beim Einfordern der ihr vermeintlich zustehenden Futtermenge sehr aufdringlich werden kann. Sollte es phasenweise ohne ein Extra-Leckerli so überhaupt nicht gehen, sollten Sie auf einen gesunden, kalorienarmen Belohnungssnack aus der Apotheke zurückgreifen. Bleiben Sie dabei aber so konsequent wie möglich, und behalten Sie beim Belohnen den Überblick. Denken Sie beim nächsten Befüllen des Futternapfs daran, dass sich auch geringe Leckerli-Mengen über den Tag verteilt ganz ordentlich summieren können.

Ein kleiner Trost:

Hat sich Ihr Vierbeiner erst an ein verringertes Futterangebot gewöhnt, schrumpft nach einer Weile auch sein Appetit auf ein Normalmaß zusammen.

Quelle: S&D Verlag GmbH, Geldern

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