Mit Hightech gegen Demenz - Vom: 14.03.2019

Mit Hightech gegen Demenz

Demenz ist nicht heilbar, aber der Verlust geistiger Fähigkeiten lässt sich verlangsamen. Jetzt ist das neue Forschungsprojekt »go4cognition« an den Start gegangen.

40 Testpersonen im Alter von 65 bis 85 Jahren mit leichten kognitiven Einschränkungen nehmen an der Studie teil. Sie leiden an einer Vorstufe der Alzheimer-Demenz. Im Fachjargon heißt sie Mild Cognitive Impairment (MCI). Die Kombination aus Gedächtnistraining und körperlicher Fitness soll ihnen helfen, den Verlauf der Krankheit hinauszuzögern.

Denkleistungen stärken

In diesem frühen Stadium sind die geistigen Fähigkeiten zwar stärker beeinträchtigt als bei Menschen üblicherweise in diesem Alter. »Die Denkleistungen sind in dieser Phase aber noch beeinflussbar«, sagt der Forschungsmanager Dr. Tobias Ohmann. Er betreut das Projekt in der Duisburger Unfallklinik zusammen mit einem Team aus Spezialisten der Ruhr-Universität Bochum und der Hamburger Fernhochschule.

Bewegung und geistige Fitness

Die Studienteilnehmer absolvieren ein Trainingsprogramm, das körperliche Bewegung mit geistigen Anforderungen verbindet. Vor ihnen liegt ein Fitness-Parcour mit einzelnen Stationen, die zwar nummeriert, aber in ihrer Reihenfolge nicht festgelegt sind. Den richtigen Weg finden sie, wenn sie sich eine entsprechende Reihe von Zahlen merken können. Nach und nach soll sich der Schwierigkeitsgrad erhöhen und der Lerneffekt bei den Senioren verbessern.

Neuer Therapieansatz

Die Forscher möchten untersuchen, ob die Kombination aus körperlicher Bewegung und geistigen Anforderungen das Fortschreiten einer frühen Demenz verhindert. Die Studienergebnisse dienen dann als Basis für ein Hightech-System, das erst entwickelt werden muss. Es soll – anders als ein fest installierter Trainingsplatz – mobil und überall aufzubauen sein. Ein solch hochtechnisches Anti-Demenz-Training soll in Zukunft in Senioreneinrichtungen und Krankenhäusern kostengünstig zum Einsatz kommen. Auch für Patienten mit einem Schädel-Hirn-Trauma könnte dieser neue Therapieansatz geeignet sein.

Das Forschungsprojekt »go4cognition« dauert drei Jahre und wird vom Land Nordrhein-Westfalen gefördert.

Quelle: S&D Verlag GmbH, Geldern

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