Faktencheck Verspannungen - Vom: 02.04.2018

Faktencheck Verspannungen

Es zieht und reißt im Nacken, mitunter schmerzt es bis in den Kopf hinein. Ursache solcher Beschwerden sind sehr oft Verspannungen der Muskulatur. Doch wie kommt es überhaupt dazu? Und was hilft im Akutfall wirklich? Wir haben die Fakten!

Häufig Ursache: Fehlhaltung

Nackenverspannungen sind quälend, aber zum Glück meist harmlos. Hervorgerufen werden die Verhärtungen der Halsmuskulatur häufig durch Fehl- oder Überlastungen: Langes, starres Sitzen am Computer, eine einseitige Körperhaltung beim Arbeiten oder eine ungünstige Schlafposition, etwa auf einer durchgelegenen Matratze, sind mögliche Ursachen. Bewegungsmangel, anhaltender Stress und psychische Belastungen können Verspannungen ebenfalls Vorschub leisten. Ein noch recht junges Phänomen ist der Handynacken. Auslöser der Muskelverspannungen ist hier die ungünstige, nach vorn geneigte Kopfhaltung bei intensiver Nutzung von Smartphone und Tablet.

Wärme lockert und lindert

Akute Verspannungen im Nacken vergehen meist nach ein paar Tagen wieder. Wärme lindert die Beschwerden und trägt dazu bei, die Muskulatur zu lockern. Gute Dienste leisten beispielsweise Wärmeauflagen speziell für den Nackenbereich, die über Stunden eine wohltuende Tiefenwärme erzeugen. Wärmesalben und Wärmepflaster sind ebenfalls in der Apotheke erhältlich. Sie fördern die Durchblutung und erwärmen das Gewebe.

Bettruhe? Keine gute Idee

Manch einer, der von Schmerzen geplagt wird, würde sich am liebsten im Bett verkriechen und gar nicht mehr bewegen. Doch langes Liegen und übertriebene körperliche Schonung sind bei Nackenverspannungen nicht hilfreich. Im Gegenteil: Bewegungslosigkeit kann die Beschwerden möglicherweise sogar verstärken. Sinnvoll ist es jetzt vielmehr, eine Überlastung der verkrampften Muskulatur zu verhindern und sich Stress vom Hals zu halten. Wer zudem Zugluft meidet, den Nacken warm hält und die Muskulatur – am besten unter Anleitung eines Physiotherapeuten – sanft lockert und dehnt, hat gute Chancen, die Beschwerden rasch wieder loszuwerden.

Bewegung beugt vor

Eine gute Rückenmuskulatur beugt Nackenschmerzen vor. Spezielle Rückengymnastik-Kurse werden vielerorts von Volkshochschulen und Sportvereinen angeboten. Aber auch mit zahlreichen anderen Sportarten lässt sich die Nackenmuskulatur kräftigen – etwa mit Gerätetraining im Fitnessstudio, Pilates, Yoga und Rückenschwimmen. Vor allem Menschen, die in einseitiger Körperhaltung arbeiten, sollten unbedingt sportlichen Ausgleich schaffen.

Stressabbau tut dem Nacken gut

„Mein Chef sitzt mir im Nacken“ – diese Redewendung macht deutlich: Wer im Alltag oft unter Strom steht oder psychisch stark belastet ist, hat ein hohes Risiko, sich zu verkrampfen und Nackenschmerzen zu bekommen. Deshalb ist es wichtig, Stress abzubauen und sich regelmäßige Auszeiten zu gönnen. Gezielte Entspannungstechniken wie die progressive Muskelrelaxation nach Jacobson können dabei helfen.

Schmerzmittel sind keine Dauerlösung

Bei heftigeren, akuten Muskelschmerzen im Nacken, die Spannungskopfschmerzen verursachen und alltägliche Bewegungen unmöglich machen, kann ein Schmerzmittel erforderlich sein. Rezeptfreie Tabletten mit Wirkstoffen wie Acetylsalicylsäure, Ibuprofen oder Diclofenac lindern nicht nur Schmerzen, sondern wirken auch entzündungshemmend. Für die Anwendung gilt: Schmerzmittel ohne ärztlichen Rat nur kurzzeitig einnehmen. Länger andauernde Beschwerden im Nacken erfordern ohnehin einen Arztbesuch.

Quelle: www.ratgebergesund.de

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