Rückenschmerzen Beine machen - Vom: 11.07.2017

Foto: © Aktion Gesunder Rücken e. V.

Rückenschmerzen Beine machen

Rückenschmerzen sind zur Volkskrankheit geworden. Ein Hauptgrund dafür: Wir verbringen viel zu viel Zeit im Sitzen. Schluss damit! Lesen Sie hier, wie ein bewegter Lebensstil das Kreuz entlastet.

Fast jeder kennt das Gefühl, wenn am Ende eines langen Arbeitstages der Rücken verspannt ist und schmerzt. Besonders schlimm ist es für Betroffene, wenn das Ziehen im Kreuz oder Reißen im Nacken regelmäßig wiederkehrt und zu einem beinahe ständigen Begleiter wird. Halten die Beschwerden trotz Behandlung länger als zwölf Wochen an, sprechen Mediziner von chronischen Rückenschmerzen.

Dass es um die Rückengesundheit in Deutschland nicht sonderlich gut bestellt ist, zeigt „Der große AGR-Rückenreport“, für den die Aktion Gesunder Rücken e. V. (AGR) im letzten Jahr über 1.000 Teilnehmer befragt hat. Die wichtigste Erkenntnis: Rückenschmerzen sind ein Volksleiden. 70 Prozent der Befragten gaben an, mindestens einmal pro Monat darunter zu leiden, und rund zwei Drittel empfinden durch die Schmerzen ihre Lebensqualität eingeschränkt. Besonders alarmierend: Schon jungen Menschen bereitet der Rücken Probleme. Knapp zwei Drittel der 18- bis 29-Jährigen leiden laut Umfrage mindestens einmal pro Monat unter Rückenschmerzen, die Hälfte von ihnen sogar mindestens einmal pro Woche.

Schädlicher Sitzmarathon

Nicht nur Menschen, die körperlich schwer arbeiten müssen, macht der Rücken zu schaffen. Auch 44 Prozent der Büroarbeiter haben mindestens einmal pro Woche Rückenschmerzen. Der Grund dafür ist in vielen Fällen die überwiegend sitzende Arbeitshaltung. „Sitzen dominiert unseren Alltag“, sagt Dr. Dieter Breithecker, Leiter der Bundesarbeitsgemeinschaft Haltungs- und Bewegungsförderung. „Die aktuelle Forschungslage macht deutlich, dass nicht nur Rückenbeschwerden ihre Ursache im Dauersitzen haben.“ Stundenlanges und passives Sitzen stelle ein Gesundheitsrisiko für eine Vielzahl von Krankheitsbildern dar, so der Experte.

Der menschliche Körper ist auf ein Leben in Bewegung ausgerichtet – für unsere Vorfahren war es ganz natürlich, viele Kilometer täglich zu Fuß zurückzulegen. Der moderne Mensch sitzt, sitzt und sitzt – und riskiert damit, dass die Muskulatur des Bewegungsapparats verkümmert. Gekrümmte oder angespannte Sitzhaltungen verstärken die Problematik vor allem im Bereich von Rücken, Schultern und Nacken.

Die Muskeln stärken

Im Umkehrschluss bedeutet das: Eine gut trainierte Muskulatur ist die beste Voraussetzung, um Rückenschmerzen vorzubeugen. Sport ist ideal, um die Muskeln gezielt zu kräftigen. Doch auch kleine Veränderungen in den alltäglichen Gewohnheiten können den Sitzmarathon unterbrechen, den Rücken stärken und Schmerzen Paroli bieten. Sinnvoll ist es in jedem Fall, sich im Alltag möglichst viel zu bewegen. Dabei gilt die Devise: Jeder Schritt zählt!

Schon der morgendliche Gang zur Bushaltestelle und der kleine Spaziergang in der Mittagspause oder nach Feierabend tun dem Rücken gut. Am Arbeitsplatz Schreibtisch ist es sinnvoll, zwischendurch immer mal wieder aufzustehen und ein paar Schritte zu laufen, um die Sitzmonotonie zu unterbrechen. Die Experten der AGR raten außerdem dazu, bei Haushalts- und Einrichtungsgegenständen darauf zu achten, dass sie rückengerecht sind, wie es z. B. auf Büromöbel und Alltagsprodukte mit dem AGR-Gütesiegel zutrifft. So wird der Rücken je nach Tätigkeit entlastet oder trainiert.

Hilfe bei akuten Schmerzen

Auch wenn der Rücken bereits schmerzt, ist Bewegung oft die beste Medizin. Betroffene sollten unbedingt vermeiden, für längere Zeit im Bett zu bleiben und die körperliche Aktivität einzustellen, weil Bewegungsmangel die Misere verschlimmert, den Haltungsapparat noch mehr schwächt. Machen akute Rückenschmerzen die natürlichen Bewegungsabläufe unmöglich, kann vorübergehend ein Schmerzmittel Linderung verschaffen. Rezeptfrei gibt es Präparate mit Wirkstoffen wie Ibuprofen, Acetylsalicylsäure, Diclofenac und Naproxen. Auch schmerzlindernde und entzündungshemmende Salben oder Wärmepflaster bzw. -auflagen können zur Besserung beitragen. Der Apotheker kann Rückenschmerzgeplagte kompetent beraten und ihnen individuell geeignete Präparate empfehlen. Lassen die Beschwerden allerdings nicht innerhalb kurzer Zeit wieder nach, stößt die Selbstbehandlung an ihre Grenzen – spätestens jetzt ist ein Arztbesuch unumgänglich.

Elastische Bindegewebsfasern (Faszien) können altersbedingt verhärten und bei körperlicher Anstrengung reißen – die Folge sind Rückenschmerzen. Mehr dazu erfahren Sie auf www.ratgebergesund.de.

Quelle: www.ratgebergesund.de

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