Windpocken und Gürtelrose – Ein Virus, verschiedene Therapien - Vom: 07.09.2017

Windpocken und Gürtelrose – Ein Virus, verschiedene Therapien

Es beginnt als scheinbar harmlose, alltägliche „Kinderkrankheit, bleibt aber ein Leben lang ein Gesundheitsrisiko.

von Karsten Kulms

Windpocken und Gürtelrose haben einen gemeinsamen Auslöser und eine gemeinsame Krankengeschichte. Die Erstinfektion mit dem Varicella-zoster-Virus (VZV) passiert meist schon im Kindesalter, wo eine Infektion zunächst als Windpocken in Erscheinung tritt. Schätzungen zufolge sind in Europa rund 90 Prozent der Bevölkerung mit VZV infiziert.

Ist die Krankheit abgeklungen, heißt das aber nicht, dass das Virus komplett besiegt wäre. Denn einige Viren verbleiben latent inaktiv im Körper, wo sie aus den Zellen der Haut entlang von Nervenfasern ins Rückenmark gelangen. Dort können sie Jahre, oft Jahrzehnte inaktiv verharren, bis sie durch eine Gesundheitsbelastung wie beispielsweise ein geschwächtes Immunsystem wieder aktiv werden.

Sind die Symptome der Windpocken unter Aufsicht des Hausarztes in jungen Jahren mit juckreizstillenden Medikamenten und Pflegeprodukten aus der Apotheke noch vergleichsweise einfach in den Griff zu bekommen, muss zur Behandlung einer Gürtelrose auf jeden Fall ein Spezialist aufgesucht werden. So ist Betroffenen dringend zu raten, innerhalb von 48 bis spätestens 72 Stunden nach dem Auftreten der ersten Verdachtssymptome wie Bläßchenbildung und Schmerzen in den betroffenen Körperregionen einen Facharzt aufzusuchen. Besondere Risikogruppen sind Menschen über 50 Jahre, immungeschwächte Personen und solche, bei denen sich Symptome der Gürtelrose im Kopf- und Nackenbereich zeigen. Neben dem Hausarzt sind dann vor allem ein Dermatologe, bei Befall des Kopfes und des Nackens auch ein Augenarzt die richtigen Ansprechpartner.

Quelle: S&D Verlag GmbH, Geldern

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